Daimler zieht Bilanz

Milliardenverlust für Daimler: Das ist der Masterplan von Daimler-Chef Ola Källenius 

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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In Folge der Coronavirus-Pandemie fährt der Daimler-Konzern in Stuttgart Verluste in Milliardenhöhe ein. Müssen jetzt noch mehr Mitarbeiter gehen?

  • In Folge der Coronavirus-Pandemie fährt der Stuttgarter Autobauer Daimler Verluste in Milliardenhöhe ein.
  • Um Kosten zu kompensieren, verfolgt Daimler-Chef Ola Källenius einen harten Sparplan.
  • Womöglich müssen noch mehr Stellen im Daimler-Konzern abgebaut werden, als angenommen. 

Daimler in Stuttgart: Milliardenverluste wegen Coronavirus

Für das Stuttgarter Traditionsunternehmen Daimler ist die Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg eine Katastrophe. Nicht nur, weil die Umsatzzahlen einbrechen, auch der Diesel-Skandal und hohe Ausgaben in Milliardenhöhe setzen die Daimler AG in Stuttgart zunehmend unter Druck. Immerhin: Trotz Gewinneinbruchs im ersten Quartal schnitt der Konzern nicht übermäßig schlecht ab.

Unterm Strich lässt sich der Verlust auf 1,68 Milliarden Euro dotieren, erklärte Daimler am Donnerstagabend in Stuttgart auf Basis vorläufiger Zahlen. Zum Vergleich: Im Vorjahr machte die Daimler-AG 1,56 Milliarden Euro Minus, also nur rund 0,12 Milliarden weniger. 2019 war nur nicht das Coronavirus, sondern der Diesel-Skandal in Baden-Württemberg schuld.

Daimler in Stuttgart: Der Master-Sparplan des Ola Källenius

Daimler Chef Ola Källenius verfolgt einen harten Sparplan, der die Umsatzzahlen nach oben katapultieren soll.

Auch erholt sich die Stuttgarter Daimler AG schneller von der Coronavirus-Kriseals angenommen. Dafür spricht auch die Aktie des Konzerns, die laut der Deutschen Presse-Agentur um einen Prozentpunkt zugelegt hat. "Aber es bleibt viel zu tun", sagt Daimler-Chef Ola Källenius zur aktuellen Entwicklung. Der Konzern müsse seine systematischen Bemühungen fortsetzen, erklärt er weiter.

Auch deshalb dreht Källenius derzeit stark an der Kostenschraube. Im Fokus: Das Sparprogramm, welches der Daimler-Chef im November letzten Jahres vorstellte und das unter anderem einen Personalabbau vorsieht. Und genau an dieser Stelle legt Personalchef Wilfried Porth am Wochenende nochmal nach. 1,4 Milliarden Euro Einsparungen im Personalsektor - das wird wohl nicht ausreichen.

Ebenso wenig die rund 15.000 Stellenstreichungen in der Daimler AG, über die ohnehin aktuell heftig diskutiert wird. Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht: "Es gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2030." Weltweit beschäftigt die Stuttgarter Daimler AG rund300.000 Mitarbeiter, besonders der Abbau von Doppelbesetzungen soll diese Zahl senken.

Milliardenverlust bei der Daimler-AG in Stuttgart: Diese Ausgaben sind schuld

Vor allem die vom Konzern aufgeführten "Sonderbelastungen" in der Pkw- und Van-Sparte der Stuttgarter Daimler AG ziehen die Umsatzzahlen ins Minus. Von rund 687 Millionen Euro ist die Rede. Hinzu kommen Kosten in Höhe von 53 Millionen Euro, die Daimler für rechtliche Verfahren ausgeben musste. Und auch das verlustbringende Carsharing-Projekt in Kooperation mit BMW forderte 105 Millionen Euro an Sonderkosten.

Verstärkt wird das Kosten-Problem durch fehlende Einnahmen, auch in Folge der Coronavirus-Pandemie und des Diesel-Skandals. Sowohl die Produktion von Lkw als auch von Bussen fuhr rote Zahlen ein. Überraschend waren hingegen die Zahlen im Bereich Auto- und Nutzfahrzeugbau. Hier konnte Daimler ein Plus von 685 Millionen Euro einfahren.

Källenius: "Wir haben proaktiv Entscheidungen hinsichtlich der Kosten und Ausgaben getroffen und uns intensiv auf das Management unseres Working Capital (Deutsch: betriebsnotwendiges Vermögen) fokussiert." Auch Betriebskapital und Nachfrage der Stuttgarter Daimler AG hätten sich im aktuellen Quartal positiv entwickelt. Das überrascht angesichts der wochenlangen Produktions- und Verkaufspausen.

Daimler-Verluste vergleichsweise niedrig: Das ist der Grund

Hinzu kommt, dass durch Maßnahmen wie die Kurzarbeit im Stuttgarter Daimler-Konzern und das ohnehin schon vorhandene Sparprogramm Kosten in der Coronavirus-Zeit eingespart werden konnten. Auch die leicht steigende Nachfrage im Auto- und Nutzfahrzeugbau kommt der Stuttgarter Daimler AG in Zeiten von Corona und Umstrukturierungen zugute. 

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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