Coronavirus in Stuttgart

Das birgt Risiken: Viele Junge in Stuttgart mit Corona infiziert – Sorge des OB

  • vonIsabel Ruf
    schließen

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter. Auch in Stuttgart ist die Lage angespannt. Vor allem Jüngere sind infiziert – das birgt besondere Gefahren.

  • Die Corona-Fallzahlen in Stuttgart sind deutlich gestiegen.
  • Aktuell sind vor allem jüngere Menschen vom Coronavirus betroffen.
  • Das Gesundheitsamt ist deshalb alarmiert – und warnt vor gefährlichen Folgen.

Stuttgart: Viele junge Corona-Infizierte – Gesundheitsamt warnt vor riskanten Folgen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt – und dieser Anstieg hat sich in den letzten Wochen deutlich beschleunigt. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (LGA) spricht von einer „dynamischen und ernst zu nehmenden Situation“. Auch in der Landeshauptstadt Stuttgart ist die Lage angespannt.

„Die größte Sorge ist, dass es zu einer zweiten Welle kommt“, sagte zuletzte Oberbürgermeister Fritz Kuhn in einer Videobotschaft. „Die Fallzahlen sind deutlich angestiegen, insbesondere aufgrund von Reiserückkehrern, aber auch von privaten Feiern – beides schlägt sich auch in Stuttgart nieder“, bestätigt eine Pressesprecherin der Stadt auf echo24.de*-Nachfrage. Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung hatte auch der Chef des Stuttgarter Klinikums ein düsteres Szenario gemalt.

Stuttgart: So viele Menschen sind aktuell in der Landeshauptstadt mit Corona infiziert

Die genauen Fakten: Die Stadt Stuttgart vermeldet am Donnerstagabend (Stand 17.40 Uhr) 2.000 bestätigte Corona-Fälle seit Anfang März. Das sind 29 Menschen mehr als am Vortag. Derzeit sind noch 244 Personen infiziert und ansteckend – plus 19 gegenüber dem Vortag. Damit sind es auch mehr Neuinfizierte als Genesene, denn mit 1.689 Genesenen seit Anfang März sind das nur zehn mehr als einen Tag zuvor. 67 Personen sind im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 verstorben.

Innerhalb der letzten sieben Tage hat es (Stand 27. August, 17.40 Uhr) in Stuttgart 126 Neuinfektionen gegeben. Diese Zahl ist für die Behörden besonders wichtig, denn an ihr werden weitere Maßnahmen wie beispielsweise eine Corona-Vorwarnstufe festgemacht. Diese ist bei 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht. In einer Stadt in Baden-Württemberg ist es bereits so weit: Seit Sonntag, 23. August, ist in Heilbronn die Corona-Vorwarnstufe ausgerufen.

NameStuttgart
BundeslandBaden-Württemberg
Höhe247 m
Fläche207,4 km²
Bevölkerung634.830
Vorwahl0711

Coronavirus in Stuttgart: Immer mehr Neuinfektionen – ab dieser Grenze wird es ernst

Sollten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet werden, tritt ein Notfallmechanismus in Kraft. Dann drohen drastische Maßnahmen – bis hin zum Lockdown. In Stuttgart bedeuten diese 50 neuen Fälle auf alle Einwohner berechnet eine Obergrenze von 307 Neuinfektionen binnen sieben Tagen. Die Vorwarnstufe würde bei 215 Neuinfektionen binnen sieben Tagen ausgerufen werden müssen. Eine Einwohnerzahl von rund 614.000 liegt diesen Rechnungen zugrunde.

Wie weit von dieser besorgniserregenden Grenze ist man in Stuttgart noch entfernt? Die 7-Tage-Inzidenz, also die Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner, beträgt in Stuttgart 20,5 (am Vortag 20,2).

Stuttgart: Steigende Corona-Zahlen vor allem wegen jungen Menschen – das birgt Gefahren

„Aktuell sind vor allem jüngere Menschen von dem Corona-Virus betroffen“, erklärt die Pressesprecherin der Stadt Stuttgart. Bei diesen seien die Verläufe meist milder. Man befürchtet aber, dass gerade die Jüngeren zu Überträgern auf ältere und vorerkrankte Personen werden können.

Die Corona-Pandemie ist nicht überwunden, warnt die Stadt Stuttgart. Das städtische Gesundheitsamt schätzt die „Dunkelziffer bei den nicht erkannten Infizierten als hoch" ein. Aus diesem Grund appelliert die Behörde erneut eindringlich, Kontaktbeschränkungen, Abstands- und Hygiene-Regeln sowie die Maskenpflicht einzuhalten – auch im Urlaub. Auch bei einem negativen Testergebnis direkt nach der Einreise sollten die sozialen Kontakte verringert werden.

Am Donnerstag einigten sich Bund und Länder auf ein Mindest-Bußgeld für Masken-Verweigerer.

Das Gesundheitsamt in Stuttgart beobachtet die Entwicklung der Fallzahlen laut Pressestelle sehr genau, eine Voraussage sei aber schwierig. Geänderte Maßnahmen oder Lockerungen zeigten sich bei den Neuinfektionszahlen aufgrund der Inkubationszeit und der Infektionswege erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen.

Coronavirus: Neue Bußgelder für Masken-Verweigerer – So ist der Stand in Stuttgart

Am Donnerstag haben Bund und Länder erstmals seit Juni über eine neue Ausrichtung der Corona-Strategie beraten. Das hat auch Auswirkungen auf die Corona-Regeln in Baden-Württemberg. Im Fokus standen die Themen Großveranstaltungen, Regeln für private Feiern, verpflichtende Corona-Tests und Bußgelder für Masken-Verweigerer.

In Stuttgart liegen aktuell 153 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht im ÖPNV vor. Bislang wurden 40 Bußgeldbescheide erlassen. Die Höhe dieses Bußgeldes ist vom Einzelfall abhängig. Zum 17. August wurde im Bußgeldkatalog des Landes der Rahmen für Verstöße im öffentlichen Personennahverkehr auf 100 bis 250 Euro erhöht. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das könnte Sie auch interessieren