Corona-Infizierte in Stuttgart

Coronavirus im Gepäck? Behörden in Stuttgart warnen vor Reiserückkehrern

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Ab in den Urlaub trotz Coronavirus? Wegen erschreckender Corona-Zahlen bei den Reise-Rückkehrern schlagen die Behörden in Stuttgart jetzt Alarm. Haben die Urlauber Covid-19 im Gepäck?

  • Sommerzeit ist Urlaubszeit – trotz des grassierenden Coronavirus.
  • Im Urlaub ist die Gefahr einer Corona-Infektion hoch. 
  • Die Behörden in Stuttgart schlagen jetzt wegen erschreckender Zahlen Alarm.

Corona-Infektion im Urlaub: Behörden in Stuttgart schlagen Alarm

Die Sommerferien in Baden-Württemberg stehen kurz bevor und für viele Familien geht es in den Urlaub – trotz des Coronavirus, das die Welt seit Monaten in Atem hält. Die Behörden schlagen Alarm, denn nicht wenige der aktuell mit dem Coronavirus Infizierten sind Reise-Rückkehrer.

Im Urlaub treffen Menschen aus unterschiedlichen Regionen aufeinander –  täglich sind es andere Personen, die sich am Strand oder an Touristen-Hotspots begegnen. Die Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus im Ausland ist hoch. Ebenso an Badeseen, wo sich Menschen zu Hunderten tummeln und sich teils nicht an die geltenden Corona-Regeln halten. Daher ist aktuell eine Sperrung aller Badeseen im Kreis Heilbronn im Gespräch.

Reiserückkehrer, vorwiegend aus Spanien, vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart.

Reise-Rückkehrer mit Corona infiziert: Heftige Zahlen aus Stuttgart

Ann-Katrin Keicher von der Pressestelle der Stadt Stuttgart bestätigt auf echo24.de-Nachfrage: "Wir sind sehr besorgt. Besorgt, weil die Lockerungen dazu führen, dass die Menschen mehr unterwegs sind: Freunde, Bekannte und Verwandte wiedersehen wollen. Was nach den letzten Monaten nachvollziehbar ist, schafft aber neue Ansteckungsrisiken."

Die Folge: Zwischen dem 15. Juni und dem 13. Juli gab es in Stuttgart 83 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Davon waren 13 Personen – das entsprach 16 Prozent – Reise-Rückkehrer. Diese waren im Ausland in Serbien, Kroatien und Tschechien unterwegs. 

Zuletzt hatten sich Abiturienten aus dem Kreis Göppingen bei ihrer Abifahrt nach Kroatien mit dem Coronavirus infiziert

Corona-Infizierte in Stuttgart: Rückkehrer in Serbien angesteckt 

Der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamtes, Professor Stefan Ehehalt, hält fest: "Serbien ist aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung genauso wie die USA, Indien oder viele Länder Lateinamerikas als internationales Risikogebiet klassifiziert."

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten, hatten sich im Kreis Böblingen zehn Bürger im Ausland mit dem Coronavirus infiziert. Ihre Reiseziele waren Serbien, der Kosovo, die USA, Indonesien und Mallorca. Die Reise-Rückkehrer bilden damit fast die Hälfte aller aktuell Infizierten im Kreis Böblingen. 

Auch in Ludwigsburg und Göppingen seien laut Stuttgarter Nachrichten Corona-Infizierte unter den Rückkehrern aus den Balkanländern. Konkrete Zahlen gibt es hier aber nicht, da diese nicht explizit erfasst werden.

Coronavirus in Stuttgart: Diese Länder zählen zu den Risikogebieten

Seit dem 15. Juni weist das Robert-Koch-Institut auf seiner Website wieder internationale Gebiete aus, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Corona-Infektion besteht. Auf der langen Liste, die etwa zwei Drittel aller Länder umfasst, stehen auch beliebte Urlaubsländer wie Ägypten, Kuba, die USA oder die Türkei. Die Reisewarnungen gelten vorerst bis 31. August.

Wer trotzdem in eines dieser Risikogebiete reist, muss direkt nach der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne und sich beim örtlichen Ordnungsamt melden. Nur wer sich negativ auf das Virus testen lässt, darf wieder unter Menschen. Die Stadt Stuttgart empfiehlt dennoch, die häusliche Isolation fortzuführen. 

Coronavirus in Stuttgart: Das müssen Urlauber nach der Reise beachten

Das Risiko einer Infektion sei nämlich dennoch gegeben. Ehehalt erklärt: "Ein negatives Testergebnis ist eine Momentaufnahme. Aufgrund der bis zu zweiwöchigen Inkubationszeit ist es trotzdem möglich, später noch zu erkranken oder zu einem asymptomatischen Überträger zu werden."

Der Experte rät den Bürgern, sich vor Antritt ihrer Reise genau über das Infektionsgeschehen am Urlaubsort und die dort geltenden Regeln zu informieren. Außerdem empfiehlt er, Abstands- sowie Hygieneregeln einzuhalten, Menschenansammlungen zu meiden und einen Maske zu tragen. 

Reise-Rückkehrer infiziert: Quarantäne-Pflicht – sonst wird es teuer!

Gehen Reise-Rückkehrer direkt unter Menschen, müssen sie mit einer saftigen Strafe rechnen. Dr. Albrecht Stadler, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung im Amt für öffentliche Ordnung in Stuttgart, betont: "Wer sich nicht an die Maßgaben hält, die Quarantäne missachtet und möglicherweise Dritte infiziert, muss nach der Coronaverordnung des Landes mit einem Bußgeld in Höhe von maximal 25.000 Euro rechnen."

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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