Nach Randale in Stuttgart

Bei Interview zu Krawall-Nacht in Stuttgart: Özdemir-Aussage sorgt für Aufregung

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Nach der Randale in Stuttgart gibt Politiker Cem Özdemir ein Interview. Als ein Passant pöbelt, reagiert der Grünen-Politiker mit einer klaren Ansage. 

  • Am Sonntag äußerte sich Grünen-Politiker Cem Özdemir in einem Welt-Interview auf offener Straße zur Skandal-Nacht in Stuttgart.
  • Ein vorbeikommender Passant pöbelt und macht die "Polizeidiktatur" in Deutschland für die Randale in Stuttgart verantwortlich.
  • Özdemir wendet sich dem Passanten zu und erklärt, er solle "bitte die Fresse halten", daraufhin beginnt ein Wortgefecht zwischen Politiker und Passant

Nach Randale in Stuttgart: Grünen-Politiker Cem Özdemir findet klare Worte

Was in der Nacht auf Sonntag in Stuttgart passierte, könnte als "Krawall-Nacht" in Erinnerung bleiben. Und noch immer liegt ein Schatten über der baden-württembergischen Landeshauptstadt, eine bedrückte Atmosphäre, die vor allem durch eines geprägt ist: Fassungslosigkeit. Auch die Bundespolitik reagiert erschüttert auf die Randale in der Stuttgarter Innenstadt und das ganze Ausmaß.

Unter ihnen ist Grünen-Politiker Cem Özdemir, der am Sonntag in seine Heimatstadt Stuttgart kam, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. Und dass die Stimmung nach der Skandal-Nacht in Stuttgart weiterhin  angespannt ist, bekommt Özdemir am eigenen Leib zu spüren, als er einem Welt-Fernsehteam ein Interview gibt. Dabei kam es zu einem kurzen, aber heftigen Wortwechsel.

Fakten zum Grünen-Politiker Cem Özdemir: 

Geboren

21. Dezember 1965,  Bad Urach

Größe

1,81 Meter

Ehepartnerin

Pia Maria Castro

Partei

Bündnis 90/Die Grünen

Eltern

Abdullah Özdemir, Nihal Özdemir

Nach Randale in Stuttgart: Grünen-Politiker Cem Özdemir: "Halten Sie bitte die Fresse."

Denn während des Interviews auf offener Straße fällt Özdemir mehrfach ein vorbeikommender Passant ins Wort, der die "Polizeidiktatur" für die Krawall-Nacht in der Stuttgarter Innenstadt verantwortlich macht. Dann platzt Özdemir der Kragen. Der Grünen-Politiker wendet sich dem Passanten zu, schaut ihn an und sagt: "Halten Sie bitte die Fresse, danke, ich rede gerade."

Der pöbelnde Passant in Stuttgart lässt das nicht auf sich sitzen und ruft zurück: "Ja, Fresse!" Özdemir reagiert und ergänzt sein "bitte Fresse halten" durch die Ansage: "Ich rede gerade. Wir sind hier in Deutschland, ich rede gerade, bitte Maul halten." Der Passant wiederum lässt sich nicht beeindrucken und erklärt in gebrochenem Deutsch: "Die Polizeidiktatur bestraft einfache Menschen – Straßenmusiker, 200 Euro!"

Grünen-Politiker Cem Özdemir platzt nach Randale in Stuttgart der Kragen

Özdemir: "Ich rede gerade, gehen Sie mal zur Seite." Dann ist das Wortduell vorbei und der Grünen-Politiker wendet sich wieder seinem Interview mit welt.de zu. Özdemir: "So, machen wir weiter." Wenig später entschuldigt sich Özdemir für seine Wortwahl auf Twitter, erklärt aber: "Immerhin habe ich "bitte" gesagt ... Aber im Ernst, "Fresse" hätte mir nicht rausrutschen dürfen."

Die Twitter-Nutzer nehmen es dem Grünen-Politiker aber ganz und gar nicht übel. Im Gegenteil: Viele Nutzer finden die Wortwahl Özdemirs passend. Eine Twitter-Nutzerin schreibt: "Als Reaktion auf diesen Störenfried fand ich das angemessen und mit "Bitte" auch höflich genug." Ein anderer schreibt: "Wer so ein peinlichen Zwischenruf bringt, hat einfach nichts anders verdient. Ich fand’s sympathisch."

Wortduell mit Pöbel-Passanten: Das sagt Cem Özdemir zur Randale in der Stuttgarter Innenstadt

In seinemInterview mit welt.de erklärte Özdemir am Sonntag, dass es weiterhin keine Entwarnung geben könne. Özdemir: Es sei schwierig mit Leuten umzugehen, die betrunken sind oder unter Drogeneinfluss stehen und möglichst viel Schaden anrichten wollen. Die Randale in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht auf Sonntag, "die werden Stuttgart noch lange beschäftigen", erklärt er.

Was nach der Krawall-Nacht bleibt ist ein Bild der Zerstörung. Aber auch innerlich ist die Stadt aufs schwerste erschüttert.

Immerhin: Die ersten Randalierer der Krawall-Nacht in Stuttgart sind bereits gefasst, für sieben wurde bereits ein Haftbefehl beantragt. Einer davon ist bereits am Sonntagabend erlassen worden. Alle tatverdächtigen Randalierer sind laut Polizei im Alter zwischen 16 und 33 Jahren und besitzen die deutsche, kroatische, irakische, portugiesische und lettische Staatsangehörigkeit.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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