Mit dem Wattestäbchen bis zum Gaumen

Neues Testzentrum auf dem Wasen in Stuttgart - 3.000 Tests pro Tag möglich

  • Julia Cuprakowa
    vonJulia Cuprakowa
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Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Täglich übermittelt das LGA neue Fall-Zahlen. Jetzt reagiert Stuttgart mit einem neuen Corona-Testzentrum auf dem Cannstatter Wasen.

Das Coronavirus ist noch lange nicht überstanden. Denn immer mehr Menschen kehren aus ihrem Sommerurlaub nach Baden-Württemberg zurück, einige davon auch aus Risikogebieten. Die Folge: Seit Tagen steigen die Corona-Zahlen im Südwesten an, denn viele Reiserückkehrer haben sich im Urlaub mit dem Virus infiziert. Alleine am Samstag, 12. September, meldete das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg (LGA) 167 neue Corona-Fälle.

Außerdem ging das LGA auch auf die importierten SARS-CoV-2-Fälle ein. Zwischen dem 24. August und dem 6. September wurden insgesamt 1.178 Fälle übermittelt, bei denen sich die Betroffenen wahrscheinlich im Ausland infiziert hatten. Das entspricht 47,6 Prozent aller Fälle in diesem Zeitraum. Zu den wahrscheinlichsten Infektionsländern zählen der Kosovo, die Türkei, Kroatien, Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina.

Besonders stark hat es die Stadt Heilbronn getroffen. Als bislang einzige Stadt in Baden-Württemberg galt in Heilbronn die Corona-Vorwarnstufe, weil die 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 35 überschritten hatte. Daraufhin reagierte die Stadtverwaltung mit einer besonderen Maßnahme: Einer Corona-Abstrichstelle. Am 14. September nimmt die Drive-In-Teststelle auf der Theresienwiese ihren Betrieb auf. Allerdings ist Heilbronn nicht die einzige Stadt mit einem Testzentrum. Seit Kurzem gibt es auf dem Cannstatter Wasen ein neues Corona-Testzentrum.

Stuttgart: Neues Testzentrum auf dem Wasen - 3.000 Tests pro Tag möglich

Wie StN.de berichtet, gibt es auf dem Wasen, wo sonst das Volksfest stattfindet, weiße Container statt Bierzelten und Autoscooter. Rund 360.000 Euro lässt sich die Stadt Stuttgart bis Ende März 2021 die Teststation kosten, dazu kommt der Anteil, den die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) trägt. Bis dahin werden die Stuttgarter in diesem Testzentrum die Möglichkeit haben, einen kostenlosen Corona-Test zu machen. ABER: Die Testpersonen müssen hierfür eine ärztliche Überweisung, ein Reisedokument oder einen „Gutschein“ vom Schulamt vorweisen. „Manche Leute kommen auch einfach so, die müssen wir dann wieder wegschicken“, erzählt einer der Mitarbeiter. Denn mit dem Ende der Sommerferien ist auch Schluss mit den kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer aus nicht-Risikogebieten.

In der Jugendherberge Neckarpark in Stuttgart gab es bereits eine Corona-Abstrichstelle. Allerdings konnte man am alten Standort nur 600 Tests am Tag durchführen. Jetzt sind in Zusammenarbeit mit den Laboren von Synlab in Leinfelden-Echterdingen und dem Klinikum Stuttgart bis zu 3.000 Tests pro Tag möglich. Aber wie läuft so ein Corona-Test ab?

Neues Testzentrum auf dem Wasen: Kostenloser Test nur mit Nachweis

Zuerst muss die Testperson die Online-Terminbestätigung vorzeigen, einen entsprechenden Nachweis für einen kostenlosen Test liefern und anschließend die Krankenkassenkarte (Privatversicherte den Personalausweis) vorlegen. Dann folgt der unangenehmste Teil: Einmal mit dem Wattestäbchen tief in den Rachen bis zum Gaumen, anschließend das gleiche Spiel durch die Nase. „Pro Patient brauchen wir weniger als vier Minuten“, berichtet einer der Mitarbeiter. Das Ergebnis erhalten die Patienten dann nach zwei bis drei Tagen.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg

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