Alternatives Konzept?

Nach Absage des Cannstatter Volksfests - Herbstfest als Alternative?

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Das Cannstatter Volksfest wurde wegen des Coronavirus abgesagt. Vier Schausteller schlagen nun ein Herbstfest vor.

  • Das Cannstatter Volksfest sollte vom 25. September bis 11. Oktober stattfinden.
  • Bereits das Stuttgarter Frühlingsfest wurde wegen des Coronavirus abgesagt.
  • Einige Schausteller schlagen nun ein Herbstfest vor.

Stuttgart: Nach Absage des Cannstatter Volksfests - Herbstfest als Alternative?

Schon jetzt sind dem Coronavirus zahlreiche Veranstaltungen in Baden-Württemberg, aber auch in den anderen Bundesländern zum Opfer gefallen. Bis zum 31. August sind bundesweit sämtliche Großveranstaltungen verboten, lediglich die Bundesliga darf ohne Zuschauer ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Aber auch über den 31. August hinaus wurden bereits einige Veranstaltungen, wie das Oktoberfest in München, abgesagt. Auch die 175. Auflage des Cannstatter Volksfests wurde aufgrund des Coronavirus gestrichen. Diese Absage soll am Freitag  laut der Stuttgarter Zeitung durch den Gemeinderat abgesegnet werden. "Der Gesundheitsschutz lässt nichts anderes zu", erklärt Oberbürgermeister Fritz Kuhn, da bis zum Herbst weder mit einem Impfstoff noch einem wirksamen Medikament zurechnen sei. 

Stuttgart: Schausteller machen sich für Herbstfest stark - Konzept liegt Freien Wählern vor

Doch bedeutet die Absage der Traditionsveranstaltung, dass es in diesem Jahr gar kein Fest auf dem Wasen gibt? Denn auch das Stuttgarter Frühlingsfest war wegen des Coronavirus ausgefallen.  Doch es soll eine Alternative geben: Die Schausteller Ralph Benda, Christian von Berg, Stefan Kinzler und Nico Lustnauer haben den Freien Wählern im Stuttgarter Rathaus ein Hygienekonzept für ein Herbstfest auf dem Wasen zugeschickt. Als offener Brief ging dieses auch an Oberbürgermeister Kuhn.

In ihrem Konzept gehen die Schausteller laut den Freien Wählern "ganz besonders und sehr gewissenhaft auf zahlreiche Fragen zur Hygiene ein". Daher wollen die Freien Wähler wissen, ob sich die Stadtverwaltung eine Durchführung eines solchen Herbstfestes überhaupt vorstellen kann. Sollte dem nicht so sein, möchte die Partei wissen, welche  Vorgaben erfüllt werden müssen. Immerhin könnten die Schausteller auf längere Sicht ihren Jobs nicht ausüben.

Stuttgarter Herbstfest: Schausteller schlagen Datum des Cannstatter Volksfests vor

Immerhin dürften ja auch Freizeit- und Tierparks, sowie Zoos wieder unter Auflagen öffnen, daher sind die vier Schausteller laut der Stuttgarter Zeitung davon überzeugt, dass das auch für Volksfeste möglich sein muss.Das vorgeschlagene Herbstfest könnte wie das Cannstatter Volksfest vom 25. September bis zum 11. Oktober stattfinden und sieht 160 Schaustellerbetriebe ohne Festzelt vor. 

Die Pläne der Schausteller sehen für das Herbstfest kein Zelt vor.

Stattfinden würde das Herbstfest auf einer vollständig eingezäunten Straßenfläche von rund 20.000 Quadratmetern stattfinden, wovon 5.000 Quadratmeter für Sitzmöglichkeiten reserviert sind. Die Pläne der Schausteller sehen zwei Zugänge zum Festgelände vor: über den Parkplatz Wasen und von der König-Karls-Brücke. Durch ein besonderes Ein- und Ausgangssystem sollen die Besucherzahlen beschränkt werden

Zudem sollen Abstandsmarkierungen an den Kassen und Verkaufsgeschäften die Wartezonen verdeutlichen und auf dem gesamten Gelände eine Maskenpflicht gelten. Auch der Verkauf von Wein und Bier werde stark beschränkt und die Fahrgeschäfte würden Lenkräder, Sicherheitsbügel, Verrieglungen und Haltestangen regelmäßig reinigen.

Schaustellerverband Südwest in Gesprächen: Kommt ein mobiler Freizeitpark?

Neben den Schaustellern aus Stuttgart haben sich auch der Schaustellerverband Südwest (SVS)  und der Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute mit einer Alternative zu den Wasen beschäftigt und gemeinsam ein Konzept entwickelt. "Wir haben uns mit dem Wasenbürgermeister Fuhrmann und der Veranstaltungsgesellschaft in Stuttgart abgestimmt", erklärt SVS-Vorsitzende Mark Roschmann der Stuttgarter Zeitung. 

Ihm sei klar, dass es "natürlich paradox ist, das Volksfest abzusagen und ein anderes Konzept zu befürworten". Allerdings sei das auch nicht die Erwartungshaltung, man wolle lediglich vorbereitet sein, sollten die Rahmenbedingungen eine Veranstaltung auf dem Wasen zulassen. Daher betont Roschmann auch: "Wir haben daher auch noch kein Hygienekonzept aufgelistet."

Dieses würde sich ständig ändern. Eine Idee, die den Verbänden vorschwebt, ist ein mobiler Freizeitpark, der entstehen könnte, sobald Erlebnisparks wie Tripsdrill wieder öffnen dürfen. Die Fläche dieser "Stuttgarter Karusselltage" wäre halb so groß wie die des Volksfests und wäre nur über einen Zugang zu erreichen. Ab 5.000 Menschen würde der Platz geschlossen, entsprechende Wartebereiche seien am Zugang vorgesehen. Auf einen Ticketverkauf an den Fahrgeschäften solle verzichtet werden, stattdessen gäbe es verschiedene Bändchen. Entweder für alle Fahrgeschäfte, nur für Kinder oder nur für den Zugang. Alkohol werde ebenfalls nicht verkauft.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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