Sparmaßnahmen wegen des Coronavirus

Sparflamme bei Bosch hat harte Konsequenzen für Mitarbeiter

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
    schließen

Bosch in Stuttgart muss auch auf das Coronavirus reagieren. Das Traditionsunternehmen setzt auf eine verkürzte Arbeitszeit für Mitarbeiter. Ist das erst der Anfang?

  • In Folge der Coronavirus-Pandemie fährt der Stuttgarter Konzern Bosch einen harten Sparkurs.
  • Eine Sparmaßnahme ist die verkürzte Arbeitszeit für Mitarbeiter, die ab 1. August in Kraft tritt.
  • Neben der Coronavirus-Pandemie ist auch der Trend zur Elektromobilität für Bosch ein Problem. 

Stuttgart: Bosch fährt wegen des Coronavirus einen harten Sparkurs

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie sind für die Wirtschaft in Baden-Württemberg teils katastrophal. Viele kleine Betriebe kämpfen mittlerweile ums Überleben, ein Paradebeispiel dafür sind die Schausteller und Taxifahrer, aber auch die Reiseveranstalter in Baden-Württemberg.

Aber auch die ganz großen Konzerne kommen wegen des Coronavirus zunehmend in finanzielle Schieflagen. Auch Bosch in Stuttgart muss jetzt harte Sparmaßnahmen einleiten, um die Folgen der Coronavirus-Zeit zumindest abzufedern. Jetzt wird bekannt: Auch die Mitarbeiter sind direkt betroffen.

Stuttgart: Verkürzte Arbeitszeit für Bosch-Mitarbeiter

Konkret geht es um verkürzte Arbeitszeiten für Bosch-Mitarbeiter und entsprechend um weniger Gehalt. Bereits ab 1. August soll es für die ersten Beschäftigten in die Coronavirus-bedingte Arbeitszeitverkürzung gehen. Darauf haben sich die Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter der Stuttgarter Bosch GmbH geeinigt.

Rund 35.000 Bosch-Mitarbeiter aus Entwicklung, Forschung, Vertrieb und Verwaltung sind von der Verkürzung der Arbeitszeit in der Folge des Coronavirus betroffen - vorerst bis zum 31. Dezember. Im Gegenzug erhalten die Beschäftigten einen Kündigungsschutz, heißt es von Bosch zu der Maßnahme.

Stuttgart: Das müssen Bosch-Mitarbeiter jetzt beachten

Gerade im Hinblick auf einen möglichen Stellenabbau bei Bosch in Gerlingen dürfte die Vereinbarung zur verkürzten Arbeitszeit für viele Mitarbeiter ein guter Deal sein. Auch deshalb, weil sich die Jobsuche für Beschäftige aus der Auto- und Zulieferbranche in Zeiten der Coronavirus-Pandemie schwierig gestaltet.

Für betroffene Bosch-Mitarbeiter gilt:

  • Wer mehr als 35 Stunden pro Woche arbeitet, muss seine Arbeitszeit um zehn Prozent verringern.
  • Wer 35 Wochenstunden oder weniger arbeitet, muss seine Arbeitszeit 8,57 Prozent verringern.

Das Gehalt werde entsprechend angepasst, heißt es vonBosch.

Von der verkürzten Arbeitszeit sind Bosch-Mitarbeiter in Gerlingen, Feuerbach, Abstatt, Leonberg, Renningen, Reutlingen und Schwieberdingen betroffen. Eine Ausnahme gibt es für die Beschäftigten in der Fertigung. Dort bleiben die Bosch-Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Als Grund dafür nennt der Stuttgarter Konzern die weiterhin schwankenden Kundenabrufe, auf die man "individuell und flexibel" reagieren wolle, erklärt Bosch in der Stuttgarter Zeitung zur Arbeitszeitverkürzung in Folge der Coronavirus-Pandemie in Baden-Württemberg.    

Bosch in Stuttgart: Nicht nur das Coronavirus treibt die Sparmaßnahmen an

Nicht alle Arbeitsplätze können erhalten werden. Das zeigen die Schließung der Produktion in Bietigheim-Bissingen nur allzu deutlich.

Mit rund 400.000 Mitarbeitern ist Bosch der größte Autozulieferer weltweit. Allein in Deutschland unterhält der Konzern 130.00 Arbeitsplätze. Rund ein Drittel dieser Mitarbeiter in Deutschland war bis zuletzt in Kurzarbeit. Immer wieder mussten Teile der Belegschaft um ihre Jobs fürchten.

In Bietigheim-Bissingen wurde diese Furcht Realität. Der Grund: Bosch macht die Produktion an diesem Standort endgültig dicht. Rund 300 Bosch-Mitarbeiter sind vom Personalabbau betroffen. Gerade auch aufgrund solcher Entwicklungen gab es in der vergangenen Woche eine Demonstration. 

Doch längst ist es nicht nur das Coronavirus, welches die Arbeitsplätze der Bosch-Mitarbeiter bedroht. Denn der zunehmende Trend hin zur Elektromobilität in der Autoindustrie ist für Bosch in Stuttgart ein mindestens genauso großes Problem, welches in Zukunft noch weiter wachsen dürfte. Denn bei Bosch liegt der Produktfokus hauptsächlich in der Herstellung von Produkten für Verbrennungsmotoren.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa 

Das könnte Sie auch interessieren