Schriftzug erinnert an Nazi-Zeit 

Nazi-Anspielung auf Baustelle in Stuttgart? Schriftzug auf Bagger sorgt für Empörung

  • Julia Cuprakowa
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Auf einer Stuttgarter Baustelle kommt es zu einem geschmacklosen Vorfall. Ein Baggerfahrer klebt "Führerhaus" in Frakturschrift auf das Fahrerhaus seines Baggers. 

  • Ein Schriftzug auf einem Baggerfahrhaus sorgt in Stuttgart für Empörung. 
  • Ein Aufkleber "Führerhaus" in Frakturschrift erinnert sehr an Nazi-zeit. 
  • Ist der Baggerfahrer etwa nationalsozialistisch veranlagt?

Stuttgart: Schriftzug sogt auf Baustelle für Empörung - Erinnerung an Nazi-Zeit

Ein Schriftzug "schmückt" in Stuttgart die Seite einer Baggerfahrerkabine. Darauf ist zu lesen: "Führerhaus" - und zwar Frakturschrift. Alles bloß ein schlechter Scherz, oder was steckt hinter dem Schriftzug? Wie StN.de berichtet, haftet der Aufkleber an einem Bagger auf einer Baustelle in Stuttgart. Es wäre möglich, dass sich niemand daran stören würde - wenn der Aufkleber nicht in Frakturschrift geschrieben wäre, ein Schriftstil, den viele mit der Nazi-Zeit assoziieren.

Frakturschrift entstand im 16. Jahrhundert. 

Die Frakturschrift ist seit dem 16. Jahrhundert weit verbreitet. Also bereits in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber eben auch während der Nazi-Zeit. Die Schrift ähnelt der Sütterlinschrift, wie ein Leser gegenüber der StN.de vermerkt hat - indem er von der Sütterlinschrift bei dem Aufkleber ausgegangen ist. Sütterlinschrift können nur noch sehr wenige lesen. Zur Nazi-Zeit musste die Jugend diese Schrift noch lernen. 

Stuttgart: Geschäftsführer der Baufirma ist entsetzt über Schriftzug

Doch was sagt der Chef der Baufirma zu dem Schriftzug? Auf den Schriftzug angesprochen, reagiert der Geschäftsführer der Baufirma entsetzt: "So etwas dürfen unsere Baggerfahrer nicht tun. Das haben wir ganz bestimmt nicht gemacht. Unsere Fahrzeuge werden manchmal mit Graffiti verschmiert." Seine Firma beschäftige Arbeiter aus ganz Europa - daher weist er die Vorwürfe von sich. "Wir sind ganz bestimmt nicht nationalsozialistisch eingestellt, und ich werde auf die Baustelle fahren und dem Vorfall nachgehen."

Gesagt, getan. Der Geschäftsführer fuhr tatsächlich auf die Baustelle in Stuttgart und ging der Sache nach. "Der Schriftzug war in den Bagger eingeklebt, und das hat einer unserer Fahrer gemacht. Ich habe ihn abgemahnt und den Schriftzug entfernen lassen", sagt der Bauunternehmer anschließend. Der Fahrer sei noch ein junger Mann und er habe es für einen Scherz gehalten. Der Chef der Baufirma mahnte den jungen Fahrer trotzdem ab und verwies auf den Ernst der Sache.

Stuttgart: Baggerfahrer auf der Baustelle sei jedoch kein Nazi 

Geschäftsführer sei jedoch davon überzeugt, dass der Fahrer kein Nazi sei, denn er kenne den jungen Mann. "Er arbeitet schließlich gut in einem Team mit Italienern und Portugiesen zusammen", sagt der Bauunternehmer. Er wolle dafür sorgen, dass so ein Vorfall wie auf der Baustelle in Stuttgart nie mehr auf einer seiner Baustellen vorkommt. 

Auf einer Baustelle passieren aber auch andere Dinge als ein Schriftzug, welcher an die Nazi-Zeit erinnert. Die Stuttgart-21-Baustelle steht wegen Coronavirus-Infektionen in der Kritik. Die engen Container vieler Arbeiter sind aber nur Teil eines viel größeren Problems. In Ellwangen (Baden-Württemberg) kommt es auf einer Baustelle zu einem schrecklichen Arbeitsunfall: Ein Arbeiter wird an einer Kette von einem Kran in die Höhe gezogen. Doch plötzlich stürzt der Mann auf zwölf Metern Höhe in den Tod. 

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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