Sonnenschein? Igitt

Vor Ort, wenn's knallt: Sturmjäger kennt die Gefahren für ein perfektes Bild

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Das Wetter immer im Blick: Sturmjäger Maximilian Ziegler hat schon als Schuljunge gerne aus dem Fenster gesehen.
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Maximilian Ziegler ist ein echter Sturmjäger. Wenn es in Heilbronn und der Umgebung gewittert, ist er mit der Kamera unterwegs und macht spektakuläre Fotos.

Heilbronn: Sturmjäger Maximilian Ziegler kennt die Gefahr bei Gewitterfotos

"Wenn es perfekt läut, dann kann ich schon mal drei Stunden lang ein Gewitter jagen", sagt Maximilian Ziegler. Der Vermessungstechniker ist in seiner Freizeit ein sogenannter Sturmjäger. Wenn Blitz und Donner in der Region sind, ist Ziegler unterwegs, auf der Jagd nach dem perfekten Bild.

Zwar genießt er das schlechte Wetter, doch er weiß auch, dass sein Hobby Risiken birgt: "Blitze finde ich sehr gefährlich. Die gehen punktuell runter und man weiß nie wo. Das ist eine große Unbekannte, vor der ich Respekt habe. Auch Windböen können gefährlich sein."

Ruhige Zeit für Sturmjäger Maximilian Ziegler, doch Fotos macht er trotzdem

Jetzt ist für den Sturmjäger wieder die ruhigere Zeit. "Das macht aber nichts. Ich finde auch den Schnee schön. Bilder von eingeschneiten Häusern und Wald sind auch klasse. Dafür fahre ich dann auch gerne mal weiter weg", verrät Ziegler.

Wenn vor dem Fenster kein Sturm und Gewitter tobt, dann hat er ja auch immer noch die eigenen vier Wände, denn dort hängen seine Lieblingssturmbilder. Wer sich auch das schlechte Wetter ins Haus holen möchte, ohne dabei nasse Füße zubekommen, kann sich Maximilians Kalender holen. "Das ist jetzt einfach mal ein Versuch. Mich haben so viele Leute gefragt, ob ich nicht mal einen Kalender machen könnte, das hab ich jetzt gemacht", sagt er. Wer sich für den Kalender interessiert oder auch einfach Zieglers Bilder sehen will, kann sich auf seiner Homepage umsehen.

+++ Ursprungstext, 22. Oktober +++ Sturmjäger Maximilian Ziegler macht spektakuläre Gewitterfotos in der Region

Während die meisten Menschen einen strahlend blauen Himmel und Sonnenschein am liebsten immer genießen möchten, findet Maximilian Ziegler so ein Wetter echt langweilig. Für ihn sind Stürme mit Blitz und Regen viel spannender. Denn Maximilian Ziegler ist ein Sturmjäger. Wenn andere lieber in der gemütlichen Wohnung bleiben, macht er sich auf den Weg zu Stürmen und Gewitter, um das perfekte Foto zu machen.

"Ich war schon immer begeistert vom Wetter. Es gibt ein Video von mir. Da war ich vielleicht vier oder fünf, in dem zeige ich ganz begeistert auf einen Regenbogen", erzählt der Sturmjäger und lacht. Auch in der Schule schaute er lieber aus dem Fenster als auf die Tafel. "Ich war für alle immer der Wetterfrosch und habe die Vorhersagen für unsere Schulausfahrten gemacht", erinnert er sich.

Sturmjäger Maximilian Ziegler: Alles fing mit Wolkenfotos an

Anfangs fotografierte er hauptsächlich Wolken. "Ich hatte Einwegkameras, die ich immer geschenkt bekommen habe. Wolken fand ich so spannend, weil man an ihnen das Wetter ablesen kann", sagt Ziegler. Musste er anfangs immer mit dem Fahrrad auf die Felder fahren, um ein aufziehendes Unwetter zu fotografieren, so ist er mittlerweile mit dem Auto unterwegs. Und das nicht nur hier in der Region. In diesem Jahr war der Vermessungstechniker, der in Heilbronn arbeitet, zum ersten Mal zum Sturm jagen in den USA. 

Bei seinem Urlaub in den USA jagte Maximilian Ziegler auch den Stürmen hinterher.

"Wir waren zu dritt in der Prärie unterwegs und sind den Stürmen hinterhergefahren. In drei Wochen haben wir rund 7.000 Kilometer zurückgelegt und ich habe tatsächlich einen Tornado gesehen", berichtet Ziegler. Obwohl er schon einige heftige Gewitter erlebt und fotografiert hat, war es für ihn niemals brenzlig. "Wir haben ein Sprichwort: Der gute Sturmjäger wird nicht nass. Daran versuche ich mich zu halten", sagt Ziegler. Zwar sei ihm das nicht immer gelungen, aber einen Regenschirm habe er trotzdem nicht im Auto.

Auf der Jagd nach dem speaktakulären Foto: So ist der Sturmjäger Maximilian Ziegler in Heilbronn unterwegs

Und wie läuft so eine Sturmjagd ab? Nach dem Aufstehen geht der erste Blick aufs Handy und die Wetterkarte wird gecheckt. Falls sich abzeichnet, dass am Abend ein Gewitter entstehen kann, checkt Maximilian Ziegler die Aussichtspunkte in der Nähe und die Wege dorthin. "Im besten Fall kann ich dem Gewitter immer wieder vorausfahren und so mehrere Bilder machen", erklärt der Sturmjäger.

Gewitter über Ludwigsburg: Vor Blitzen hat Maximilian Ziegler Respekt, denn die sind auch für ihn unberechenbar.

Besonders beeindruckt hat den gebürtigen Mundelsheimer in diesem Jahr das Gewitter Anfang August, dass über Heilbronn hinwegzog. "Das war wirklich heftig, da hat es doch einen Zirkus so schwer getroffen", erinnert sich Ziegler.

Doch nicht nur Sturmbilder fotografiert Maximilian Ziegler gerne. "Ich bin gerne in der Region unterwegs und möchte mit meinen Bildern zeigen, wie schön es bei uns ist", erklärt er. Am liebsten fotografiert er von erhöhten Punkten. Hier in der Region gerne von Weinbergen aus. Einige seiner Bilder haben es sogar schon auf Weinflaschen der Württembergischen Weingenossenschaft geschafft.

In den Weinbergen der Region ist der Sturmjäger auch ohne Gewitter gerne unterwegs.

Und was wünscht sich der Sturmjäger für die Zukunft? "Ein Foto mit vier bis fünf Wetterphänomenen auf einmal hier im Neckartal, das wäre schon was", schwärmt der Schlecht-Wetter-Fan. Wer sich ansehen möchte, welche Stürme Maximilian Ziegler schon vor der Linse hatte, kann sich die besten Bilder auf seiner Homepage ansehen.

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