Marburger Bund ruft zum Streik auf

Längere Wartezeiten möglich: Ärzte streiken heute für bessere Arbeitsbedingungen

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Für Ärzte müssen sich die Arbeitsbedingungen an Unikliniken zügig verbessern, fordert der Marburger Bund.
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Fünf Unikliniken in Baden-Württemberg werden heute bestreikt. Der Marburger Bund will mit einer Tarifvertragsänderung die Arbeitsbedingungen von Ärzten verbessern.

○ Der Marburger Bund fordert bessere Arbeitsbedingungen für Ärzte an Unikliniken.
○ Deshalb wurde heute bundesweit zu einem Ärzte-Streik aufgerufen.
○ Fünf Kliniken in Baden-Württemberg werden heute bestreikt.

Wer heute als Patient in eine Uniklinik kommt, muss unter Umständen mit längeren Wartezeiten rechnen. Der Marburger Bund hat zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Fünf Universitätskliniken in Baden-Württemberg werden heute bestreikt.

Den ganzen Tag sollen die Kliniken bestreikt werden. Der Marburger Bund fordert unter anderem klare Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste, sechs Prozent mehr Gehalt, maximal zwei Wochenenddienste pro Monat und eine Zeiterfassung, die nicht manipuliert werden kann.

Fünf Unikliniken in Baden-Württemberg werden bestreikt

Auch in Baden-Württemberg sind mehrere Unikliniken vom Streit betroffen.Freiburg, Tübingen, Ulm, Heidelberg und Mannheim werden heute bestreikt. "In Mannheim ist es aber ein relativ kleiner Teil an Ärzten, die Streiken, da nur wenige im Tarifvertrag des Landes arbeiten", erklärt Jan Schultze-Melling, Jurist beim Marburger Bund Baden-Württemberg.

Mit dem Streik sollen die Arbeitsbedingungen für Ärzte an Unikliniken verbessert werden. Der Marburger Bund möchte damit ein klares Signal an die Länder senden: "Kommt endlich mal in die Gänge!" Bereits im vergangenen Jahr hat der Marburger Bund eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den kommunalen Krankenhäusern ausgehandelt. "Bisher wurde immer nur über das Gehalt verhandelt, doch der Einfluss auf die Arbeitsbedingungen ist extrem wichtig", sagt Schultze-Melling.

Streik an Unikliniken: Die Arbeitsbedingungen für Ärzte müssen sich schnell verbessern

In den Verhandlungen geht es um 23 Unikliniken bundesweit. Für rund 20.000 Ärzte sollen die Arbeitsbedingungen durch einen neuen Tarifvertrag verbessert werden. In den kommunalen Kliniken habe man bereits erreicht, dass Nachtdienste durchschnittlich auf maximal vier im Monat begrenzt werden. "Es gibt eine starke Überlastung des Personals in den Kliniken. Wenn das zu viel wird, kommen viele nicht mehr an diesen Arbeitsplatz, sondern gehen woanders hin. Der starke Weggang von Personal in den vergangenen Jahren ist stark zu spüren und mit den verbesserten Arbeitsbedingungen, die der Marburger Bund fordert, soll sich das ändern", erklärt Schultze-Melling. In vielen Bereichen im Gesundheitssektor mangelt es an Personal, auch Hebammen sind in manchen Regionen Mangelware.

Um 12 Uhr findet in Hannover eine zentrale Kundgebung statt. In Baden-Württemberg sind keine eigenen Demonstrationen geplant. Natürlich werden Notfallpatienten in der Zeit des Streiks ganz normal in den Kliniken versorgt. Lediglich sogenannte "elektive Maßnahmen", Behandlungen bei denen keine medizinische Dringlichkeit besteht, werden heute nicht im normalen Umfang stattfinden können. 

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