Manchmal wird es ganz schön brenzlig

So hart ist der Job als Bademeister

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Es ist eben doch viel mehr, als nur am Beckenrand stehen und Badegäste beobachten. Ein Bademeister hat aus dem Nähkästchen geplaudert.

Strahlender Sonnenschein, Temperaturen über 30 Grad und glühende Hitze, die kaum auszuhalten ist. Da gibt's nur eine Möglichkeit: Ab ins kühle Nass, im Freibad ist immer für Spaß garantiert. Da müssen doch auch die Bademeister den einfachsten Job der Welt haben: den ganzen Tag nur ein paar Runden drehen und ins Becken glotzen. Easy! Aber: Was ist mit der Arbeit, die die Gäste nicht sehen – und wie hart wird’s wenn tatsächlich mal jemand gerettet werden muss?

Alfred Ziegler, Bademeister im Freibad Pfedelbach-Untersteinbach, erklärt: "Vor und nach den Öffnungszeiten stehen Arbeiten an, die die Besucher gar nicht sehen: Reinigung, die Wasseraufbereitung, Filterspülungen, Wartungs- und Technikarbeiten, oder auch Rasenmähen." Und wenn es dazu mal brenzlig wird, ist das übrigens gar nicht so einfach wegzustecken.

Was dem 58-Jährigen bis heute in Erinnerung geblieben ist: Ein 76-Jähriger, der wiederbelebt werden musste, bis der Rettungsdienst kam. Er sagt: "Er hat das Freibad zwar lebend verlassen, aber das hat mich noch sehr lange danach beschäftigt." Dennoch muss in einem solchen Fall alles andere ausgeblendet werden. Ziegler: "Wenn man festgestellt hat, dass Hilfe benötigt wird, springt man ins Wasser - ohne nachzudenken. Da muss man einfach funktionieren."

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Um solch heikle Situationen zu verhindern, gibt es ja aber eigentlich die Baderegeln. Dass die bei ein bis 2000 Gästen nicht immer befolgt werden, ist nichts Neues. Ziegler: "Um Unfälle zu vermeiden, werden im Vorfeld bestimmte Dinge verboten. Damit macht man sich natürlich nicht beliebt bei den Badegästen – aber Sicherheit geht vor." Stress mit den Badegästen, der dauerhafte Lautstärkepegel und die Hitze gehören eben auch zum Alltag eines Bademeisters dazu.

Klingt also alles doch nicht so easy. Dennoch gibt's auch einige Vorteile - je nachdem, wie man es betrachten will. Der Kontakt mit Menschen, die Bewegung an der frischen Luft  - und: Der "Freibadherrscher" selbst darf kostenlos schwimmen. Der Bademeister sagt: "Nach meiner Ausbildung zum Maurer wollte ich als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz arbeiten. Ich musste aber noch ein halbes Jahr überbrücken – dann wurde die Stelle als Bademeister frei. Jetzt bin ich seit 38 Jahren im Beruf und sehr zufrieden."

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