Nutztierhalter sind informiert

Wolfsichtung bei Sinsheim: Was mache ich, wenn ich einem Wolf begegne?

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Die FVA Stuttgart wurde eine Wolfssichtung in Sinsheim-Rohrbach gemeldet. (Symbolbild)
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  • Petra Neset-Ruppert
    Petra Neset-Ruppert
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In Sinsheim wurde ein Wolf gemeldet. Wie verhält man sich eigentlich richtig, wenn einem das Tier im Wald begegnet?

• Ein Wolf lief in Sinsheim-Rohrbach in eine Fotofalle.
• Die FVA Freiburg hat bestätigt, dass es sich auf dem Foto eindeutig um einen Wolf handelt. 
• Der Wolf könnte schon längst weitergezogen sein. 

Wolfsichtung bei Sinsheim: So verhält man sich gegenüber Wölfen

Update 9. Januar: Er ist anscheinend wieder da: der Wolf. In der Nähe von Sinsheim ist er in die Falle getappt und wurde fotografiert. Zwar sind Wölfe sehr scheue Tiere und auch nicht verbreitet in der Region, doch wie reagiert man eigentlich, wenn man einem Wolf begegnet?

echo24.de hat mit dem Leiter des Wildtierparadies in Tripsdrill, Andreas Fischer gesprochen. Dort werden täglich vier Wölfe in ihren Gehegen versorgt. "Da wir im Wildparadies Tripsdrill Erfahrungen mit der Haltung von Wölfen und anderen Wildtieren haben, verfolgen auch wir die Rückkehr des Wolfs in Baden-Württemberg mit großem Interesse. Grundsätzlich können wir aber keine verbindlichen Handlungsempfehlungen geben, was zu tun ist, wenn man einem Wolf in freier Wildbahn begegnet, erklärt Fischer. Doch aus der langjährigen Erfahrung heraus kann Andreas Fischer sagen, wie er sich verhalten würde.

Tipps: So verhält man sich, wenn man einem Wolf begegnet

Was also tun wenn, plötzlich in der Nähe ein Wolf beim Waldspaziergang auftaucht? "Als allererstes würde ich den Anblick genießen – so einen Moment erlebt man so schnell nicht wieder. Sollte der Wolf nicht ohnehin von selbst weglaufen, würde ich mich groß machen, zum Beispiel indem ich mich breitbeinig hinstelle und dabei laut rufe oder in die Hände klatsche", empfiehlt Fischer.

Ist man nicht alleine im Wald spazieren, sondern mit dem Hund beim Gassi gehen sollte man auch gut auf die Fellnase achten. "In bekannten Wolfsgebieten sollte man Hunde anleinen. Ein Hund, der sich von seinem Herrchen entfernt, kann vom Wolf als Konkurrent wahrgenommen und angegriffen werden", erklärt der Wildtierparadies-Leiter. Falls der Hund nicht angeleint ist, sollte man das Tier zu sich holen, an die Leine nehmen und den Rückzug antreten.

Wolfssichtung bei Sinsheim: So sollten Sie sich verhalten

Falls ein Wolf sich zum Beispiel nicht sofort zurückzieht, könnte es am Alter des Tieres liegen: "Halbwüchsige Tiere sind oft neugieriger und nähern sich dem Menschen noch am ehesten. Das ist unter normalen Bedingungen kein Grund, panisch zu werden."

Zwar hat der Wolf häufig einen schlechten Ruf, doch so böse ist er nicht: "Der Mensch steht nicht auf der Speisekarte des Wolfes." Doch besonders wichtig ist es den Tieren ihren Freiraum zu lassen und ihnen nicht zu nahe zukommen: "Wenn sich der Wolf in die Enge getrieben fühlt, würde er sich natürlich verteidigen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um einen großen Beutegreifer handelt", betont Fischer.

Wer einen Wolf in freier Wildbahn entdeckt, sollte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg informieren, denn dort werden die Wolfssichtungen in Baden-Württemberg überwacht und dokumentiert. Vom baden-württembergischen Umweltministerium gibt es Handlungsempfehlungen, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Wolf verhalten sollte.

Sinsheim: Wolf läuft in Foto-Falle - Hier könnte das Tier jetzt sein

Update vom 7. Januar: Der Wolf, der am 25. Dezember in eine Foto-Falle in Sinsheim-Rohrbach getappt war, könnte eventuell schon weitergezogen sein. "Im Nordschwarzwald liegen genetische Nachweise von Kotuntersuchungen von einem Wolf vor", sagt Pressesprecher Matthias Schmid vom Stuttgarter Umweltministerium gegenüber echo24.de. Man könne also nicht ausschließen, dass es sich hierbei um denselben Wolf handelt.  

"Wölfe können 60 bis 70 Kilometer am Tag zurücklegen und könnten somit auch aus anderen Bundesländern kommen", erklärt Schmid. Deshalb ist es schwer zu sagen, ob das in Sinsheim-Rohrbach gesichtete Tier sich noch in der Region aufhält. Die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg hatte dem Umweltministerium bestätigt, das sich Ende Dezember ein Wolf in der Region um Sinsheim aufgehalten hat. Das Bildmaterial sei echt und stamme aus dem Kraichgau. 

Sinsheim: Nachweise von Wolf vorhanden

Es soll auch einen Nachweis geben, der in Wolfsforschungskreisen als "C1 Nachweis" bekannt ist. Weitere Spuren des Wolfs wie Haare, Fährten oder genetisches Material konnten die Experten in Sinsheim nicht finden, berichtet rnz.de. Denn: Acht Tage nach der Sichtung und teils langen Regenphasen in diesem Zeitraum gestaltete sich die Suche sehr schwierig.

Die FVA informierte am 2. Januar das Umweltministerium über zwei tot aufgefundene Damwildkühe bei Buchen. Untersuchungen sollen zeigen, wie es dazu gekommen ist. 

Sinsheim: Wolf auf Foto eindeutig zu erkennen

Erstmeldung vom 2. Januar: Die meisten Menschen kennen sie nur aus Filmen, Bildern oder dem Zoo. Sie reißen Rehe, Hirsche, Wildschweine und können große Schäden bei Tierherden anrichten. Schon seit Anfang des  9. Jahrhunderts trug genau das dazu bei, dass Wölfe in Deutschland nach und nach ausgerottet wurden. Doch jetzt kehren sie langsam wieder zurück - denn immer wieder werden Wolfssichtungen gemeldet. 

Nun wurde auch ein Wolf in Sinsheim-Rohrbach gesichtet. Die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA) erhielt am 31. Dezember ein Foto einer Wildkamera, auf dem ein Wolf abgebildet ist. "Die FVA hält es für möglich, dass sich ein Wolf in der Region um Sinsheim aufhält oder vorübergehend aufgehalten hat", heißt es in einer Pressemitteilung des Stuttgarter Umweltministeriums. Die Herkunft des Fotos müsse jedoch noch verifiziert werden. Das Tier auf dem Bild sei jedoch eindeutig ein Wolf

Sinsheim: Umweltministerium Stuttgart informiert Nutztierhalter über Wolfsverdacht

Das Stuttgarter Umweltministerium hat Nutztierhalter in der Region informiert und um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Vor allem deshalb, weil Sinsheim außerhalb der Förderkulisse Wolfsprävention im Nordschwarzwald liegt. Ein wolfsabweisender Herdenschutz ist dort deshalb bislang nicht erforderlich. Nutztierhalter können über die FVA vom Umweltministerium bereitgestellte Notfall-Zaunsets oder Flatterband mit Stangen für 1,2 Meter Höhe ausleihen. 

Mehr zum Thema Wölfe in Sinsheim und Region:

Im Raum Ludwigsburg deutete eine tote Ziege auf einen Wolf hin. Laut FVA ist nicht auszuschließen, dass auch in unserer Region welche auftauchen könnten. Im Heilbronner Landkreis brach 2017 eine Riesen-Diskussion um einen Wolf aus, obwohl er nicht einmal gesichtet wurde.

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