Tödliche Messerattacke

Sinsheim: Nach Mord an 13-Jährigem - Prozess gegen Jugendlichen (14) startet

Ein Trauermarsch zieht nach dem Tod eines 13-Jährigen durch Sinsheim. Menschen halten Blumen und Bilder von Sinan T. in der Hand.
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Bei einem Trauermarsch durch Sinsheim wurde dem getöteten Sinan T. (13) gedacht. (Archivbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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In Sinsheim wurde der 13-jährige Sinan T. im Februar bei einer Messerattacke getötet. Jetzt startet der Prozess gegen seinen mutmaßlichen 14-jährigen Mörder.

Es war eine grausame Tat, die Anfang des Jahres 2021 ganz Deutschland erschütterte - der 13-jährige Sinan T. wurde in Sinsheim hinterrücks mit mehreren Messerstichen getötet. Bei einem Trauermarsch durch Sinsheim gedachten hunderte Menschen dem jungen Opfer eines Gewaltverbrechens. Mitte Juli wurde dann ein 14-jähriger Tatverdächtiger angeklagt. Der Jugendliche hatte blutverschmiert, mit einem Messer in der Hand, neben der Leiche des getöteten Jungen gestanden, als die Polizei am Tatort eingetroffen war.

Am 20. Oktober startet nun der Prozess vor dem Landgericht Heidelberg. Dem 14-jährigen Angeklagten wird Mord vorgeworfen. Der Jugendliche soll im Februar 2021 sein 13-jähriges Opfer in Sinsheim getötet haben. Dabei folgte er nach Auffassung der Staatsanwaltschaft einem detaillierten Tatplan, den er sich bereits einige Zeit zuvor ausgedacht haben soll. Das Motiv: Der 14-Jährige soll eifersüchtig auf sein Opfer gewesen sein - wegen eines Mädchens. Dieses war ebenfalls am Tatort, als die Polizei eintraf.

Sinsheim: 14-Jähriger muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten

Wird der junge Mann tatsächlich schuldig gesprochen, so sieht das Gesetz eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren vor. Bereits seit der Tat sitzt der 14-Jährige in Untersuchungshaft. Er hatte zunächst seine Unschuld beteuert. Doch der Angeklagte war tatsächlich schon vor der mutmaßlichen Gräueltat an Sinan T. polizeibekannt. Ende 2020 hatte er einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt.

Der Prozess wird wegen der Minderjährigkeit des 14-jährigen Angeklagten voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Vom 20. Oktober bis 6. Dezember sind mehrere Verhandlungstermine angesetzt.

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