Nach Großeinsatz im Schwarzwald

Nach Festnahme in Oppenau: Zeugin berichtet von Begegnung mit Yves Rausch

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Gerademal einen Kilometer vom Fluchtort entfernt: "Schwarzwald-Rambo" Yves Rausch (31) wurde geschnappt. Eine Zeugin liefert den entscheidenden Hinweis. Dann berichtet sie über die Begegnung.

  • "Schwarzwald-Rambo" Yves Rausch wurde nach sechs Tagen festgenommen.
  • Mehr als 250 Hinweise gingen in dieser Zeit bei den Polizisten ein.
  • Nun berichtet eine Zeugin über die Begegnung mit dem 31-Jährigen.

Nach Festnahme in Oppenau: Zeugin berichtet von Begegnung mit Yves Rausch

Update vom 21. Juli: Insgesamt 2.530Einsatzkräfte fahndeten sechs Tage lang nach dem "Schwarzwald-Rambo" Yves Rausch aus Oppenau. Bei einer Kontrolle entwaffnete er zwei Polizisten und zog sich daraufhin schwerbewaffnet und in Tarnkleidung in den Schwarzwald zurück.  Die Hinweise zweier Zeugen sowie ein Spürhund führten dann schlussendlich am Freitagnachmittag zu dem Gesuchten. Seitdem sitzt der 31-Jährige in Untersuchungshaft

Etwa 250 Hinweise erhielt die Polizei in sechs Tagen. Der entscheidende Hinweis kam von Bianca Maier aus Oppenau. Die Zeugin berichtete swr3.de von der Begegnung mit dem "Schwarzwald-Rambo". Sie sah den 31-Jährigen an einem entlegenen Hof, wie er wie ein Wanderer eine Straße am Waldrand entlang lief. "Ich habe noch zu meinem Schwiegervater gesagt: Guck mal, da läuft einer, der so getarnt angezogen ist, das wird er doch nicht sein?" Sie informierte die Polizei. 

Einige Minuten später verfolgten die Beamten die Spur von Rausch mithilfe eines Spürhundes. Kurze Zeit war die Polizei erfolgreich, die Festnahme. Rausch hatte ein Beil bei sich, ein Polizist wurde leicht verletzt. Wie es zu der Verletzung kam, ist bisher nicht bekannt, auch nicht, ob Rausch sich bei der Festnahme gewehrt hat.

Nun drohen dem "Schwarzwald-Rambo" zwischen fünf und 15 Jahre Haft. Ihm wird schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe vorgeworfen.

Oppenau: U-Haft und neue Details zur Festnahme des Schwarzwald-Rambos

Update, 18. Juli, 15 Uhr: Der 31-jährige "Schwarzwald-Rambo", der in Oppenau vier Polizisten entwaffnet hat, sitzt in Untersuchungshaft. Ihm wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen, in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe. Bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte hatte er am Sonntag vier Polizisten bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Danach war er im Wald verschwunden.

Den Beamten zufolge soll er sich die vergangenen Tage durchweg in dem unwegsamen Waldgebiet aufgehalten haben. Darauf deuten erste Ermittlungsergebnisse hin. Unterstützung von anderen Menschen soll er in dieser Zeit nicht erhalten haben. Die Hinweise zweier Zeugen sowie die Fährte eines Spürhundes haben die Polizisten am Freitag auf die Spur des Flüchtigen geführt.

Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft in einem Gebüsch gesessen. Vor ihm lagen demnach sichtbar die vier Pistolen, auf seinem Schoß ein Beil. Zudem habe er einen Brief bei sich gehabt. Die Polizei sprach kurz nach der Festnahme von einer Art "Abschiedsbrief" - das Schriftstück müsse aber noch genau untersucht werden. Neben den vier Dienstwaffen wurde auch noch eine weitere Pistole gefunden.

Bei der Waffe soll es sich um eine Schreckschusspistole handeln. Das habe der Verdächtige in seinen umfassenden Angaben gegenüber der Kriminalpolizei geäußert. Bislang habe die Aussage nicht widerlegt werden können. Die Untersuchungen hierzu dauern noch an.

Oppenau: "Schwarzwald-Rambo" geschnappt - jetzt geht's zum Haftrichter!

Update, 18. Juli: Der tagelang gesuchte "Schwarzwald-Rambo" aus Oppenau soll am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser solle ihm den Haftbefehl eröffnen, hatte Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer am Freitag kurz nach der Festnahme des Mannes gesagt. 

Dem 31-Jährigen wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte hatte er am Sonntag vier Polizisten bedroht und ihnen die Dienstwaffen abgenommen. Danach war er im Wald verschwunden und konnte erst am Freitag festgenommen werden.

Die Ermittlungen werden nun in zwei Richtungen fortgeführt, wie Oberstaatsanwalt Schäfer sagte. Eine Frage sei, was sich bei der Festnahme abgespielt habe: Neben dem 31-Jährigen wurde dabei ein Polizist leicht verletzt. Laut Einsatzleiter Jürgen Rieger war noch unklar, ob sich der Mann "leicht gewehrt hat oder aktiven Widerstand geleistet hat". 

Zudem wird weiter das private Umfeld des Mannes untersucht und geschaut, um welche Persönlichkeit es sich handelt. Der Mann soll auch von einem Psychiater begutachtet werden - und es wird geprüft, ob er "Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel" genommen hatte.

Oppenau: Gefahr vorbei - "Schwarzwald-Rambo" geschnappt!

Update, 17. Juli: Die lange Suche ist vorbei, die Gefahr gebannt. Der 31-Jährige Yves Rausch, der vier Polizisten mit einer Schusswaffe bedroht und ihnen die Pistolen abgenommen hat, ist gefasst. Das teilte die Polizei am Freitag in Offenburg mit. 

Nach dem Mann war nach dem Vorfall in Oppenau im Schwarzwald seit Sonntag gesucht worden. Der 31-Jährige sei festgenommen worden, hieß es weiter. Dabei seien vier Schusswaffen sichergestellt worden.

Oppenau: Yves Rausch weiter auf der Flucht - wird er zur Gefahr für die Region Stuttgart?

Ursprungstext, 15. Juli: Seit mehr als 48 Stunden ist der 31-jährige Yves Rausch auf der Flucht vor der Polizei, höchstwahrscheinlich ist er irgendwo im Schwarzwald-Dickicht. Im Gepäck trägt er womöglich vier schussbereite Dienstwaffen der Polizei, welche er vier Polizeibeamten im Oppenau abnahm, die er zuvor entwaffnete.

Daraufhin suchten hunderte Polizisten aus ganz Baden-Württemberg nach Yves Rausch, der sich seit seiner spektakulären Tat vermutlich irgendwo in den Tiefen des Schwarzwalds verschanzt. Noch immer ist der 31-Jährige, der von der Bild-Zeitung als "Schwarzwald Rambo" bezeichnet wird, spurlos verschwunden.

Die anhaltende Suche, unter anderem mit Hubschraubern und Spezialkräften, brachte bisher keine neuen Erkenntnisse. Falls es aber zu Hinweisen zum Aufenthaltsort kommt, "rückt das SEK aus", erklärt ein Reporter der Bild-Zeitung zum Schwarzwald-Rambo, der bisher unauffindbar ist.

Yves Rausch weiter auf der Flucht: Einsatzkräfte werden von der Polizei Stuttgart unterstützt

Auch Polizeibeamte aus der Region Stuttgart sind an der Jagd nach Yves Rausch im Schwarzwald beteiligt.

Von der Polizei wird Rausch als unberechenbar und hochgefährlich eingestuft. Auch deshalb jagen Hunderte Einsatzkräfte Yves Rausch durch die Tiefen des Schwarzwalds. Unterstützt werden sie von Polizisten aus Stuttgart, erklärt eine Pressesprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Offenburg.

"Wir gehen noch immer davon aus, dass sich Rausch in der Gegend rund um Oppenau aufhält", heißt es auf echo24.de-Anfrage. Es bestehe aber immer die Möglichkeit, dass der Flüchtige sein Territorium verlässt. Dass Rausch in die Region Stuttgart oder sogar nach Heilbronn kommen könnte, ist unwahrscheinlich.

"Der Wald ist sein Wohnzimmer", erklärt der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter. Der Schwarzwald ist für ihn sicheres Territorium, außerhalb würde er diesen "Heimvorteil" verlieren. Nichtsdestotrotz gilt ein EU-Haftbefehl für Yves Rausch.

Das sagt die Heilbronner Polizei zum Oppenau-Fall

Das heißt: Egal wo sich "Schwarzwald-Rambo" aufhält, die örtlichen Behörden sind informiert. "Auch bei der  Heilbronner Polizei werden wir regelmäßig über die Lagefortschreibung informiert und auf dem Laufenden gehalten", erklärt Pressesprecher Gerald Olma auf echo24.de-Nachfrage.

Dass der Flüchtige in der Region Heilbronn auftaucht, hält auch Olma für unwahrscheinlich. Gibt es aber konkrete Hinweise darauf, werde entsprechend reagiert. Fazit: Aktuell besteht für die Regionen Stuttgart oder Heilbronn keine akute Gefahr, für den Fall der Fälle sind aber die Polizeipräsidien informiert.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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