Widersprüchliche Aussagen

Angezündete Freundin: Jetzt spricht der Angeklagte

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Der Prozess findet am Landgericht Heilbronn statt.
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Im Streit besprenkelte S. seine Freundin mit Spiritus und zündete sie an. Zum Prozessauftakt verlor der Angeklagte darüber noch kein Wort – Jetzt, am zweiten Prozesstag, redet er Klartext.

Der Angeklagte S. steht wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin vor dem Heilbronner Landgericht. Er hatte im Dezember 2016 seine damalige Freundin K. mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt, wodurch sie schwere Verbrennungen an den Beinen erlitt. Da am ersten Prozesstag der ermittelnde Staatsanwalt vertreten werden musste, äußerte sich der 46-Jährige erst jetzt zum Vorfall und findet deutliche Worte: "Ich wollte ihr niemals wehtun! Ich wollte ihr nur Angst einjagen." Was zunächst liebevoll begann, endete in einer absoluten Katastrophe: Der Angeklagte nahm die 43-Jährige bei sich auf, da diese von ihrem Ex-Freund C. geschlagen wurde. 

Die beiden verliebten sich und wurden ein Paar. "Wir hatten nie Probleme, nur dass mich ihr Musikgeschmack genervt hat", beteuert der Angeklagte. Dann die brutale Wende. An einem Wochenende im Dezember letzten Jahres, verbrachte das Ex-Paar den Tag - wie des Öfteren - mit reichlich Alkohol. Bier und Wein flossen in Strömen, beide waren sehr betrunken als der Streit in der gemeinsamen Wohnung in Schwäbisch Hall eskalierte: S. wollte, dass K. die Wohnung verlässt, doch K. weigerte sich. Dann kamen Feuer und Spiritus ins Spiel. Vor Gericht widersprechen sich hierbei aber die Aussagen des Angeklagten und der Geschädigten. "Ich habe mich etwas hingelegt, doch sie nervte mich betrunken mit ihrer rechtsradikalen Musik", sagt S.. Daraufhin habe er Spiritus genommen und sie damit vollgeschüttet. 

"Ich wollte nur, dass sie die Wohnung verlässt", erzählt S.. Nachdem die Geschädigte auch nach einer halben Stunde nicht ging, zündelte er mit einem Feuerzeug, um sie zu erschrecken. Laut S. hatte er dieses aber auf Abstand gehalten, da er sie nie treffen wollte. Als sie plötzlich brannte, eilte er zur Hilfe: "Ich habe ihr sofort versucht die Hose auszuziehen, was mir auch gelungen ist", meint S.. Die Geschädigte konnte bei dieser Aussage nur den Kopf schütteln: "Er hat mir gar nicht geholfen. Ich habe mich selbst ausgezogen und im Klo eingesperrt." Auch was den Sicherheitsabstand des Feuerzeuges angeht, sind sich die beiden nicht einig. K.: "Nach der Spiritus-Attacke beugte er sich gleich danach zu mir und zündete mich an." Es bleibt spannend, wie das Gericht in den drei weiteren Terminen im Zündel-Fall entscheiden wird.

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