Der meistgereiste Deutsche

Dieser Talheimer hält gleich mehrere Reise-Rekorde - und hat trotzdem noch nicht genug!

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Immer unterwegs: Weltenbummler Sascha Grabow.
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Quer durch die Welt reisen - das ist Sascha Grabows Leben. Im Gespräch mit echo24.de verrät der Talheimer, wie er zum meistgereisten Deutschen wurde.

Es regnet. Und zwar so richtig. Vielleicht wäre es passender zu sagen: Es schüttet wie aus Eimern! Die Veranda eines Möbel-Shops in Rangung, der ehemaligen Hauptstadt Myanmars, bietet wenigstens etwas Schutz vor den Wassermassen, die sich aus den Wolken ergießen. Auch wenn ihm das Wetter nicht gefällt – Sascha Grabow bleibt nichts anderes übrig, als den Schauer auszusitzen, bevor er seine Reise fortsetzen kann.

Der 50-Jährige, der in Untergruppenbach und Abstatt aufwuchs, ist Weltenbummler. Hauptberuflich! Die stolze Bilanz des Reise-Rekordhalters: 198 besuchte Hauptstädte, 314 Grenzüberschreitung zu Land oder Wasser, über 1.000 angesteuerte Inseln und Titel wie "meistgereister Deutscher". Grabow hat bereits alle 193 UN-Länder bereist und wurde 2016 der erste unter 50 Jahren, der über 1.000 Regionen erkundete, die auf thebesttravelled.com gelistet werden. Jetzt ist er der jüngste Anwärter für den Titel "meistgereiste Person der Welt".

Sascha Grabow: Reisen als Beruf

Sascha Grabow lebt seinen Traum: Reisen!

Doch wie wird ein Unterländer überhaupt zum Dauer-Reisenden? "Als Teenager hat sich bei mir viel um Tennis gedreht. Dort fährt man zu Turnieren oder in wärmere Gefilde, um früher in der Saison auf Asche trainieren zu können. Bei Turnierreisen wollten viele Spieler nach dem Ausscheiden sofort nach Hause, während ich Probleme hatte, mich voll auf das Tennis zu konzentrieren, weil ich diese neuen Gebiete so unglaublich faszinierend fand", erklärt Sascha Grabow

Und die Lust darauf, immer wieder Neues zu entdecken und zu erleben, verschwand mit den Jahren nicht - ganz im Gegenteil! Sie treibt Grabow Tag für Tag an: "Das Reisen ist mein Leben geworden, ich kenne kein anderes. Ich bin die Vielfalt gewohnt - und möchte das auch nicht missen. Ein noch neues Gebiet zu erforschen, heißt zuerst einmal, dass man noch keine Erwartungshaltung an die Erfahrung hat, die man dort machen wird. Man kann theoretisch das Paradies auf Erden finden!"

Sascha Grabow: Seine krassen Erfahrungen beim Reisen

Unterwegs trifft Grabow die unterschiedlichsten Menschen.

Ganz klar: Wer soviel reist wie Sascha Grabow, der erlebt einiges! Nicht nur Positives: Er wurde auf seinen Reisen mehrmals mit Waffen bedroht, der Tennisarm bei einem Überfall gebrochen, er wurde beraubt und verschleppt. Eine seiner verrücktesten Erfahrungen begann aber direkt in unserer Region: "Ich bin mal 1993 bei einem mitgetrampt, der aus der Klinik in Weinsberg entwischt war, und jetzt mit 240 nachts über die Autobahn donnerte. Er bildete sich ein, seine Ex hätte mich absichtlich da an die Strasse gestellt, um sie wieder zusammenzubringen - auf einer romantischen Skihütte in Österreich. Ich sollte ihm Skifahren beibringen, damit er eine gute Figur bei seiner Verflossenen abgibt, die wir dort treffen würden."

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Dass Grabow ursprünglich gar nicht in die Berge fahren wollte, wurde schnell zur Nebensache: "Eigentlich wollte ich nur zu meinem Vater nach Stuttgart trampen – für das Abenteuer war ich trotzdem offen. Letztlich hat sich aber sein Zustand verschlechtert. Einige Leute im Skidorf kannten ihn von früheren Urlauben und der Bruder des Mannes wurde informiert, um ihn sicher abzuholen – während ich nun eben vom Zillertal aus nach Stuttgart getrampt bin."

Reise-Tipps von Weltenbummler Sascha Grabow

Noch lange nicht am Ende angekommen: Grabows "Wunschliste" ist lang.

Normale Touristen können auf solche Geschichten wohl eher verzichten. Beim Reisen geht es vielen nicht darum, krasse oder verrückte Erfahrungen zu machen. Stattdessen liegt der Fokus darauf, ganz besondere Orte zu entdecken - weitab des touristischen Trubels. Fragt man den Experten, hat der Talheimer eine klare Meinung dazu: "Wer es sich zutraut, sollte die Reise wählen, die man nicht beim Vorbeigehen am Reisebüro sieht. Nur in weniger touristischen Gebieten hat man die Möglichkeit, ursprüngliche Momente zu spüren. Ich rate, einmal im Leben eine Woche für so einen Trip zu investieren. Daraus erwächst soviel neues Selbstbewusstsein, das einem in vielen Lebenslagen zugutekommen wird!"

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Und welche Gegenden auf dieser Welt will der meistgereiste Deutsche selbst unbedingt noch sehen? "Zu den Orten, die man nach einer 33-jährigen Globetrotter-Karriere eigentlich schon gesehen haben sollte, gehört Tahiti. Aber auch in Lanzarote und Menorca war ich noch nicht. Und St. Helena, Ascension, die Marquesas oder die Osterinseln klingen wahnsinnig interessant." Sascha Grabow wird es in nächster Zeit also kaum langweilig werden!

Buch-Tipp:

Sein autobiografisches Buch "Traveling – 30 Years Around The Planet", in dem es unter anderem um Schießereien und Sammelzellen in Zentralafrika geht, ist in englischer Sprache erschienen und bei Amazon erhältlich. Reisefans können gerne auf greatestglobetrotters.com Mitglied werden.

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