Laut Zeugenaussagen ist der Angeklagte liebenswert und pflichtbewusst

Rentnerin-Mord: So veränderte sich der Angeklagte

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Die Zeugen schildern den Verdächtigen Abubaker C. als weitgehend friedlichen Zeitgenossen.
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Keine Angst, keine Aggression: Laut Zeugen kam die Verhaltensveränderung des Angeklagten erst mit Kündigung seines Jobs.

Im Gegensatz zu anderen Asylbewerbern, fand der Angeklagte Abubaker C. rasch eine Arbeitsstelle in Deutschland. Nach seiner neunmonatigen Arbeitssperre erhielt er eine Stelle in einer Reinigungsfirma bei Schwäbisch Hall. Bei der Arbeit war er laut Gerichtszeugen sehr zielstrebig und pflichtbewusst. Aufgrund eines Konflikts mit einem Kollegen erhielt er jedoch die Kündigung. Daraufhin machte sich eine rasante Veränderung in C.'s Verhalten bemerkbar.

Am dritten Prozesstag gestern im Heilbronner Landgericht wird C. von den geladenen Zeugen mit überwiegend positiven Eigenschaften beschrieben. Seine ehemalige ehrenamtliche Betreuerin erzählt, dass C. immer sehr liebenswert und höflich gewesen sei. Außerdem fuhr sie ihn zu Arztbesuchen. Zum Beispiel, als er sich regelmäßig über starke Kopfschmerzen beschwert hatte. Ein Neurologe stellte Migräne-Attacken fest. Häufig musste sich C. krankmelden.

Kurz vor Weihnachten dann der Rückschlag: C. erhält die Kündigung. Jedoch nicht wegen seiner Leistung, sondern aufgrund eines Konflikts mit einem Kollegen. Daraufhin entschied der Chef, den Jüngeren der beiden zu entlassen. Diese Kündigung muss C. aus der Bahn geworfen haben. Ein Asylbewerber, der sich ein Zimmer mit dem Angeklagten geteilt hatte, sagt aus, dass der Angeklagte anfangs ganz normal auf ihn gewirkt habe. Dann zettelte er aber immer häufiger Diskussionen an, wirkte durcheinander und besorgt. Außerdem klagte er oft über die Probleme mit seinem Ex-Arbeitgeber und seine Sorge, dass er kein Gehalt mehr bekomme.

Im Zeitraum von C.s Arbeitslosigkeit hat sich C.s 68-jährige Betreuerin oft mit ihm getroffen. Sie tranken Kaffee und unterhielten sich. Unter anderem wisse C. viel über den christlichen Glauben. Er erzählte außerdem von Jesus und dem Islam. "Für mich hat er eine erstaunliche Allgemeinbildung", sagt die Zeugin.

Auch die 46-jährige Wohnheimverwalterin aus Hohenlohe berichtet weitgehend Positives über den Angeklagten. Sie beschreibt ihn als unauffällig, zielstrebig und pflichtbewusst. "Manchmal zeigte er ein Macho-Gehabe. Wenn ich Fremdschläfer der Flüchtlingsunterkunft verweisen wollte, wehrte Abubaker sich." Dies sei jedoch immer nur ein verbales Wehren gewesen.

Diese Zeugenaussagen kommen dem Angeklagten wohl gelegen. Er gibt den Damen nur positives Feedback zurück: "Ich habe keine Fragen mehr. Diese Frau ist in Ordnung." Richter Roland Kleinschroth meint darauf nur: "Das Schöne ist, Herr C.: Am Ende jeder Aussage wissen wir, wer in Ordnung ist - und wer nicht."

Am Freitag wird der Prozess im Heilbronner Landgericht fortgesetzt. 

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