Stimme des Kidnappers im Fokus

Prozess um Entführung von Milliardärssohn Würth hat begonnen

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Der mutmaßliche Täter steht wegen erpresserischen Menschenraubes vor Gericht. 
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Die Stimme des mutmaßlichen Täters steht im Fokus. Ein entsprechendes Gutachten gilt als zentrales Beweismittel.

Vor rund drei Jahren ist der Sohn des Milliardärs Reinhold Würth entführt worden, jetzt beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der 48-Jährige steht wegen erpresserischen Menschenraubes vor dem Landgericht Gießen.

Er soll den damals 50-jährigen behinderten Sohn des baden-württembergischen Unternehmers im Juni 2015 im hessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben. Nach einer gescheiterten Übergabe wurde Markus Würth einen Tag später in einem Wald bei Würzburg unversehrt an einen Baum gekettet gefunden.

Stimmgutachten zentrales Beweismittel

In dem Prozess soll ein Stimmgutachten von Wissenschaftlern im Mittelpunkt stehen, was eine Besonderheit wäre. Es sei ein "Novum", dass ein solches Gutachten das zentrale Beweismittel in einem Verfahren sei, erläuterte der Gießener Staatsanwalt Thomas Hauburger. 

Zwei Experten-Teams hatten einen Telefon-Mitschnitt des Entführers so gut analysiert, dass sie aufgrund der Sprechweise unter anderem sein Alter, seine Heimatregion sowie die Gegend bestimmen konnten, in der der Täter Deutsch gelernt habe. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Stimme des Täters dem Angeklagten, der aus Serbien stammt, gehört.

Angeklagter bestreitet Tat

Bei seiner Festnahme im März hatte der Mann bestritten, den Sohn aus einer Wohngemeinschaft für Menschen mit und ohne Behinderung in Schlitz entführt zu haben. In den vergangenen Wochen habe der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen, sagte Hauburger. Ob der Angeklagte in dem Prozess aussagen wird, ist nach Angaben der Verteidigung noch offen.

Das Landgericht Gießen will den Fall an zwölf Prozesstagen bis Anfang Dezember verhandeln. Am kurzen ersten Verhandlungstag am Dienstag wurde nur die Anklage verlesen. Die Ermittlungen der Polizei laufen weiter, da die Beamten nicht ausschließen, dass der Täter Komplizen hatte.

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