Vor dem Landgericht Heilbronn

Tod von Siebenjährigem in Künzelsau: Prozess startet

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Der Tatort in Künzelsau.
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Die 70-jährige Frau, die eigentlich auf das Kind aufpassen sollte, muss sich wegen Totschlags verantworten.

Sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Siebenjährigen in Künzelsau steht von Dienstag an (9 Uhr) die langjährige Pflegeoma des Jungen vor Gericht. Die 70-Jährige soll das ihr anvertraute Kind am 27. April erwürgt und in einer Badewanne abgelegt haben. Da Mordmerkmale wie Heimtücke oder Habgier nicht vorliegen, lautet die Anklage am Landgericht Heilbronn auf Totschlag. 

Die Frau hat sich jüngsten Angaben der Behörden zufolge nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Landgericht hat zunächst neun Verhandlungstermine benannt, mehr als 30 Zeugen sind geladen. Demnach würde das Urteil am 30. Januar fallen.

Toter Junge in Künzelsau: Motiv weiter unklar

Der Fall in der 15 000 Einwohner zählenden Kleinstadt Künzelsau hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Vater des Jungen hatte seinen Sohn am 28. April morgens im Haus der 70-Jährigen mit Würgemalen am Hals tot in einer mit Wasser gefüllten Badewanne entdeckt. Seit fünf Jahren wurde der Junge aus Künzelsau immer wieder von der Witwe betreut, hieß es. Des Öfteren habe er auch im Haus der Pflegeoma übernachtet. 

Laut Ermittlern war sie eine unbescholtene Bürgerin. Ein mögliches Motiv für die Tat ist bisher nicht benannt. Die Kindersitterin und ehemalige Krankenschwester war damals zunächst nicht auffindbar. Nach der Tat habe sie sich bis zum Abend des Folgetages am Kocherufer versteckt, hieß es. Bei der Rückkehr in ihr Haus wurde sie festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Den Ermittlungen zufolge lebte sie allein, der Junge soll gern bei ihr gewesen sein. Die Eltern hätten großes Vertrauen zu ihr gehabt.

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