Droht jetzt der Benzinskandal?

Abgas-Verdacht bei Porsche - Behörde reagiert drastisch!

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Ein neuer Abgas-Verdachte beschäftigt Porsche. Die Behörden reagieren mit harten Maßnahmen.

  • Porsche untersucht neue Manipulationen.
  • Dieses Mal geht es aber nicht um den Dieselskandal.
  • Auch Audi muss sich neuen Vorwürfen stellen.

Porsche/Stuttgart: Verdacht auf Abgas-Manipulationen - Behörde reagiert hart!

Update vom 28. August: Erst Anfang der Woche wurde bekannt, dass es bei Porsche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten an bestimmten Bauteilen älterer Benzinmotoren gab.Die Folge: Sowohl das Kraftfahrtbundesamt (KBA) als auch die Staatsanwaltschaft führen seit Mittwoch eine Betriebsprüfung bei der Zuffenhausener Sportwagenschmiede durch.

Pünktlich zum Wochenende folgt nun der nächste Hammer: Das KBA verweigert laut t-online.de die Zulassung für neue Porsche-Modellvarianten. Um welche Modelle es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt. Auch das genau Ausmaß der möglichen Manipulation ist noch nicht bekannt, da Porsche noch keinen Überblick hat. Die Untersuchungen können sich also noch eine Weile hinziehen. "Das kann bis zum Jahresende dauern", erklärte ein Insider dem Handelsblatt.

Porsche/Stuttgart: Verdacht auf Abgas-Manipulationen - Drohen Strafen?

Update vom 25. August: Hat Porsche illegale Manipulationen an seinen Benzinmotoren vorgenommen? Diese Frage stellt sich nicht nur die Sportwagenschmiede aus Stuttgart-Zuffenhausen, sondern inzwischen auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

"Wir überprüfen, ob die Fahrzeuge mit dem genehmigten Typ übereinstimmen", erklärt ein Sprecher der Behörde gegenüber StN.de. Neben dem KBA hatte Porsche auch die US-Umweltbehörde und die Stuttgarter Staatsanwaltschaft über den Verdacht informiert. Dort hält man sich laut StN.de ähnlich bedeckt, wie beim KBA. "Wir überprüfen den Sachverhalt", sagte eine Sprecherin. Ermittlungen gibt es aber noch nicht.

Porsche/Stuttgart: Nicht der erste Verdacht

Überprüft werden dabei aber nicht nur Fahrtzeuge aus dem Zeitfenster zwischen 2008 und 2013, -  wie die BamS berichtet hatte - sondern alle Benziner die vor 2017 für den europäischen Markt gebaut wurden. 

Das hängt wohl auch damit zusammen, dass es bereits im vergangenen Jahr Berichte gab, nach denen es bei den Baujahren 2016 und 2017 des Porsche 911 zu Abweichungen bei den Verbrauchs- und Abgaswerten gekommen sein soll. Dieser Verdacht hatte sich nach einer umfangreichen Untersuchung von Porsche jedoch nicht erhärtet. Dennoch meldet der Sportwagenhersteller aus Stuttgart jede Auffälligkeit.

 Porsche/Stuttgart: Nach Audi-Verdacht - Weitere Abgas-Manipulationen?

Ursprungsmeldung vom 24. August: Fünf Jahre sind vergangen, seit der Dieselskandal in Deutschland für heftige Schlagzeilen gesorgt hat. Noch immer hat der Diesel den Ruf besonders dreckig zu sein. In zahlreichen deutschen Städten wurden seither Fahrverbote für Autos mit Dieselmotoren verhängt.

Die in  Stuttgart bereits  geltenden Fahrverbote für Diesel, versucht Heilbronn mit einem angepassten Luftreinhalteplan noch zu verhindern. Während die Gerichte noch immer mit Prozessen rund um den Dieselskandal beschäftigt sind sorgen zwei Marken aus der Volkswagen Gruppe - die besonders in der Kritik stand - mit neuen Manipulationsvorwürfen für Schlagzeilen.

Porsche/Stuttgart: Nach Dieselskandal jetzt Benzinskandal?

So soll Audi auch bei Benzinmotoren eine Schummel-Software zur Manipulation der Abgaswerte auf einem Prüfstand verbaut haben. Das geht aus einem Gutachten für einen Gerichtsprozess hervor. Einem ähnlichen Verdacht geht auch Porsche laut "Bild am Sonntag" seit Juni nach.

Die Sportwagenschmiede sollen demnach umfangreiche illegale Veränderungen sowohl an der Software als auch der Hardware vorgenommen haben. Von den Manipulationen - die nach der Zulassungs-Typisierung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erfolgten - sollen bei Porsche neben der Abgasanlage auch Motorenkomponenten betroffen sein.

Porsche/Stuttgart: Behörden über Manipulationen informiert

Anders als Audi, ist man beim Sportwagenhersteller aus Stuttgart jedoch selbst aktiv geworden und hat das KBA, die zuständige Staatsanwaltschaft sowie die US-Behörden über den Manipulationsverdacht informiert.

"Wir bestätigen, dass Porsche interne Untersuchungen durchführt", erklärte ein Sprecher der "Bild am Sonntag". "Die Themen werden systematisch und konsequent aufgeklärt." Heißt im Klartext: Porsche untersuchte Sitzungsprotokolle und Hunderttausende E-Mails auf Hinweise zu den möglichen Manipulationen bei Benzinern und bittet Mitarbeiter zum Gespräch.

Porsche/Stuttgart: Keine neuen Motoren betroffen!

Ein hochrangiger Manager des Automobilherstellers aus Stuttgart betont: "Wir drehen jeden Stein um und gehen jedem Hinweis nach. Wenn sich Verdachtsmomente erhärten, handeln wir in allen Belangen konsequent." Entsprechend hat auch das KBA offiziell Ermittlungen aufgenommen und "Vor-Ort-Untersuchungen bei dem Hersteller Porsche durchführt". 

Der Motor des neuen Targa soll nicht manipuliert worden sein.

Betroffen sind Benzinmotoren die zwischen 2008 und 2013 entwickelt wurden und beispielsweise im Panamera oder der 911er-Reihe - die wieder als Targa erhältlich ist - zum Einsatz kamen. Motoren aus der aktuellen Produktion sind laut "Bild am Sonntag" nicht betroffen. Doch es gibt auch positiven Nachrichten von Porsche, künftig möchte man die Batterien für die E-Autos selbst herstellen. Zudem kann sich die Sportwagenschmiede beim Elektro-Stromer Taycan über volle Auftragsbücher freuen. Die Produktion kann Porsche aber nur noch zusammen mit der Konzernschwester Audi stemmen.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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