Geldsorgen als Motiv

Würth-Entführung: Neue Indizien und ein mögliches Motiv

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Der Prozess um die Würth-Entführung geht in die nächste Runde. Am Mittwoch stand der nächste Verhandlungstag an - mit neuen Indizien!

Im Prozess um die Entführung von Milliardärssohn Markus Würth haben Ermittler am Mittwoch Indizien präsentiert, die aus ihrer Sicht für eine Täterschaft des Angeklagten sprechen. Ein Kriminalbeamter und Mitglied der Sonderkommission verwies am Mittwoch in der Verhandlung am Landgericht Gießen auf entsprechende Hinweise. Nach Ergebnissen einer Telefonüberwachung war das Mobiltelefon des angeklagten 48 Jahre alten Serben phasenweise in denselben Funkzellen registriert, aus denen auch Anrufe des Erpressers kamen.

Nach Auswertung aller Spuren sagte der Fuldaer Kriminaloberkommissar, es sei nichts gefunden worden, was gegen eine Tatbeteiligung des Angeklagten spreche. Die Ermittler kämen zu dem Schluss, dass der Angeklagte in die Tatplanung und Ausführung involviert war.

Als Beweggrund für die Entführung mit Lösegeldforderung nehmen die Ermittler Geldsorgen an. "Die angespannte Finanzsituation könnte das Motiv gewesen sei", sagte der Soko-Mitarbeiter. Es seien Schulden und Forderungen in Höhe von einigen Tausend Euro aufgelaufen. Immer wieder seien Mahnbescheide und Inkassoforderungen beim Angeklagten eingegangen. Die Anwälte des mutmaßlichen Kidnappers gaben zu bedenken, dass ihr Mandant einen Autokauf zu finanzieren hatte.

Der Angeklagte soll mit unbekannten Mittätern den behinderten, erwachsenen Sohn des Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth entführt haben. Die Tat ereignete sich im Juni 2015 in einer Wohngruppe für behinderte und nicht-behinderte Menschen im osthessischen Schlitz. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Die Übergabe scheiterte aber. Das seiner Zeit 50 Jahre alte Opfer kam weitgehend unversehrt frei.

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