Betrüger sind wieder in der Region aktiv

Gefahr bei Enkeltrick: Diesen Fehler dürfen Opfer niemals machen

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In der Region sind derzeit wieder Telefonbetrüger aktiv.
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In der Region haben Telefonbetrüger wieder Hochkonjunktur.

Die Scham kennt keine Grenzen. Und zwar meist bei den Geschädigten – nicht etwa aufseiten der Täter. Die Trickbetrüger werden immer dreister: Gerade am Montagabend hat sich ein Mann in Eppingen-Elsenz als Polizist ausgegeben und einem 45-Jährigen erklärt, dass dessen Frau einen Unfall gehabt habe. Krass: Er nannte sogar das richtige Autokennzeichen der Frau! Das Ziel des Unbekannten: Er wollte, dass der Mann die angebliche Unfallstelle aufsucht. Vermutlich wäre die Wohnung dann Ziel von Einbrechern geworden. Zum Glück hat der Mann den Braten gerochen.

Enkeltrick-Betrüger nutzen Gutmütigkeit aus

"Trickbetrüger entwickeln immer neue Maschen", erklärt Corinna Heppe von der Polizei Heilbronn. "Aber die Vorgehensweisen sind meist ähnlich: Die Betrüger versuchen, den Menschen Informationen zu entlocken – und nutzen bei ihrem Vorgehen die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen aus." Und zwar im gesamten Zuständigkeitsbereich des Heilbronner Polizeireviers.

Immer wieder fallen hilfsbereite und gutmütige Menschen auf Telefonbetrüger herein.

Telefonbetrug: Polizei fragt nie nach Vermögensverhältnissen

Manche geben sich als Mitarbeiter von IT-Unternehmen aus und verlangen Zugriff auf den PC der Angerufenen, um vermeintlich für Sicherheit zu sorgen. Andere Telefonbetrüger erklären, sie seien Polizisten und behaupten, die Wohnung des Angerufenen werde bald Ziel von Einbrechern. Dabei erkundigen sich die Anrufer nach den Vermögensverhältnissen der Personen und schicken vermeintliche Beamte vorbei, um Schmuck und Geld entgegenzunehmen und vermeintlich in Sicherheit zu bringen. Heppe: "Die Polizei fragt nie nach den Finanzen der Personen. Zudem rufen wir niemals mit der Nummer 110 an." Kriminelle Anrufer manipulieren Telefonanlagen, sodass die Notrufnummer als vermeintliche Quelle des Anrufs im Telefon-Display steht.

Enkeltrick kostet Seniorin aus Zweiflingen 40.000 Euro

Und auch der vermeintlich altbekannte Enkeltrick-Betrug funktioniert weiterhin. Vor knapp zwei Wochen rief eine Unbekannte bei einer Seniorin in Zweiflingen an – und gab sich als deren Enkelin aus. Heftig: Die 77-Jährige übergab daraufhin 40.000 Euro in bar an einen unbekannten Mann. Die vermeintliche Enkelin brauchte das Geld angeblich für einen Wohnungskauf. Der Seniorin bleibt nur ein leeres Konto – und die Scham.

Dabei muss unbedingt jeder Fall zur Anzeige gebracht werden – auch wenn es noch nicht zum Aufeinandertreffen mit den Kriminellen gekommen ist. Heppe erklärt: "Wer in ein verdächtiges Gespräch verwickelt wird, soll das Telefonat sofort beenden. Das ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern ganz klar Selbstschutz. Und dann sollte man sich an die Angehörigen und an die Polizei wenden." Denn die Beamten können bei einer Häufung von Betrugsanrufen eine Warnung herausgeben – und die potenziellen Opfer sensibilisieren.

Davor, den Helden zu spielen, rät Corinna Heppe aber entschieden ab: "Man sollte sich auf keinen Fall persönlich in Gefahr begeben, die Täter versuchen, in eine Falle zu locken und mit ihnen einen Treffpunkt vereinbaren." Einfach auflegen – und fertig!

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