Den Plastikmüllberg verringern

Deshalb setzt dieser Supermarkt jetzt auf wiederverwendbare Frischetüten

+
Mit diesen wiederverwendbaren Frischetüten soll Plastikmüll verringert werden
  • schließen

Plastiktüten in der Gemüseabteilung - zunehmend mehr Deutsche bedienen sich an den kostenlosen Tragehilfen.

Berge aus Plastikmüll türmen sich auf Stränden, und Vögel bauen ihre Nester mit weggeworfenen Kunststoffteilen. Der Plastikteppich auf dem Meer scheint unaufhaltsam zu sein. Jetzt setzt ein Umdenken ein: Im Jahr 2017 nutzte jeder Deutsche 25 gekaufte Plastiktüten. Allerdings scheint es eine Art der Plastiktüte den Deutschen ganz besonders angetan zu haben.

Während an der Kasse eher zu Stoffbeuteln oder Papiertüten gegriffen wird, sieht das am Gemüseregal anders aus. Wie das Bundesumweltministerium bekannt gab, nutzte jeder Deutsche 2017 im Schnitt 39 der dünnen Gemüse-Plastiktüten. Im Jahr zuvor waren es lediglich 36 pro Kopf. Damit stieg deren Gesamtnutzung auf rund 3,2 Milliarden an.

Kaufland, Edeka & Co. setzen Zeichen gegen Plastikmüll

Mit diesen wiederverwendbaren Frischetüten soll Plastikmüll verringert werden

Um der steigenden Nutzung der dünnen Plastiktüten entgegenzuwirken, kommen bei Kaufland seit Februar umweltfreundliche Alternativen zum Einsatz. Im Bereich "Obst und Gemüse" stehen Frischetaschen für die Kunden zum Kauf bereit. Für 1,99€ kann eine Packung mit drei Taschen erworben werden. Sie sind waschbar und können immer wiederverwendet werden.

Durch den Gebrauch der Frischetaschen können etwa 693 Tonnen Einwegbeutel im Jahr eingespart werden. "Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Plastikreduktion", sagt Lavinia Kochanski, Leiterin Nachhaltigkeit Kaufland.

Supermärkte nehmen umweltschädliche Produkte aus dem Sortiment

Bereits jetzt bekommt man an den meisten Supermarktkassen keine Gratis-Plastiktüten mehr. Das ist aber nur der erste Schritt. Die EU hat beschlossen Einweg-Plastik komplett zu verbieten. Supermärkte arbeiten daran, dass umweltschädigende Produkte aus ihren Läden verschwinden.

Florian Ueltzhöfer, der fünf Filialen im Stadt- und Landkreis Heilrbonn betreibt, teilt echo24.de mit: "Um den Gebrauch von Plastiktüten weiter zu reduzieren kann man bei Edeka sein Obst in Mehrweg-Netzen verstauen." Aldi und Rewe wollen in den nächsten Jahren Plastikprodukte - etwa Becher oder Trinkhalme - ganz aus den Regalen verbannen. Lidl will solche Artikel durch recycelbare Alternativen ersetzen. Außerdem wird vermehrt auf die Nutzung von Pappverpackungen gesetzt.

Aber nicht nur Supermärkte setzen ein Zeichen gegen Plastik: So bieten einige Heilbronner Kaffeehäuser Mehrweg-Kaffeebecher an. Diese können gekauft werden und ersetzen durch ihre mehrfache Verwendbarkeit die Wegwerf-Variante.

Von Cedric Preier

Mehr zum Thema:

EU beschließt: Verbot von Einweg-Plastik

Gefährlich viel Müll: So wollen 20 Weltstädte das Problem nun bekämpfen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare