Er gab seiner Enkelin ein Teil von sich selbst

Großvater rettet Maya (5) das Leben

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Organversagen, Leisten- und Nabelbruch - das Mädchen hat schon viel durchgemacht.

Horst Keppler aus Oberstenfeld zögerte keine Sekunde. "Für mich stand fest, dass ich einen Teil von mir hergebe, wenn ich dadurch helfen kann." Die Situation war bedrohlich im Herbst 2013. Denn bei Maya Stark, Kepplers Enkeltochter, versagten die Nieren.

Damals, noch keine zwei Jahre alt, hatte die Kleine schon viel durchgemacht. Kurz nach der Geburt bildeten sich Wassereinlagerungen im Bauch, es kam zum Leisten- und Nabelbruch. Maya schlief kaum, erbrach sich ständig. Der Grund: eine Nierenfehlfunktion, sie schied zu viel Eiweiß aus.

Großvater rettet Maya (5) das Leben

Tina Stark, Mayas Mutter und Horst Kepplers Tochter, erklärt: "Die Nieren sind wie ein Sieb. Bei Maya waren die Sieblöcher entweder zu groß und alles wurde ausgeschieden, oder die Öffnungen machten dicht." Nacht für Nacht bekam das Mädchen eiweißhaltige Infusionen. Vater Andreas Stark, selbst Mediziner, erinnert sich: "Es ging darum, die Kleine mit Kalorien zu versorgen, damit sie überlebt."

Maya, im Februar 2012 geboren, ist noch kein Jahr alt, als klar ist: Sie wird eine fremde Niere brauchen. Die vier Großeltern und die Eltern sind bereit, eine Niere abzugeben. "Der Mensch kann problemlos mit einer Niere leben", erklärt Andreas Stark.

Grundlegend bei der Organspende: Der Spender muss gesund sein und dieselbe Blutgruppe haben wie der Empfänger. Von den Großeltern hatte Horst Keppler die besten Voraussetzungen. "Wenn Maya erwachsen ist, wird sie erneut auf eine Spenderniere angewiesen sein", sagt die Mutter. Durchschnittlich nach 15 Jahren ist bei Transplantationen im Kindesalter mit Nierenversagen zu rechnen. Dann kommen die Eltern als Spender in Frage.

Im Februar 2014 wurde Opa Keppler eine seiner beiden Nieren entnommen und in Mayas Körper transplantiert. Tina Stark erinnert sich: "Sie war sehr tapfer. Weil sie so klein war, verstand sie die Tragweite des Eingriffs nicht." Anders als die Erwachsenen macht sie sich keine Gedanken über ihr Organversagen. Das Pieksen bei den Routine-Blutabnahmen ist präsenter als ihre OP.

Habt ihr einen Organspende-Ausweis?

Lebenslang wird die heute fünfjährige Maya täglich Arznei nehmen müssen, die ihr Immunsystem unterdrückt, damit der Körper die Niere nicht abstößt. Das macht sie aber auch anfällig für andere Krankheiten. Im Vier-Wochen- Takt geht’s zur Kontrolle in die Uniklinik Freiburg. Wenn Maya mit ihren Puppen und Teddys spielt, legt sie ihnen Pflaster an: Die Untersuchungen sind für sie normal.

Mit der Niere ihres Opas geht sie in den Kindergarten und lebt fast wie ihre Freunde – ohne Infusions- oder Dialyseschläuche. Wer in jungen Jahren schon so robust ist, schafft noch ganz andere Aufgaben. Das Leben kann kommen.

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