Sturz aus E-Rollstuhl

Rollstuhlfahrerin gerät in Notlage, doch dann taucht ihr Retter auf

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Symbolbild.
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Die 81-Jährige Rita Geisler ist seit mehreren Jahren an den Rollstuhl gebunden. Bei einem Sturz bekommt sie Hilfe und bedankt sich dafür im Netz.

Wie jeden Tag ist Rita Geisler mit Ihrem Hund Dandy zum Gassigehen in Öhringen unterwegs. Dandy läuft dabei gemütlich neben ihr. Doch was an diesem Tag noch passiert, wird die Rentnerin nie vergessen.  

Seit mehreren Jahren ist die 81-Jährige an den Rollstuhl gebunden - sie ist schwerbehindert. Ihre "Geh-Hilfe" und auch die einzige Möglichkeit, sich selbständig zu bewegen, einzukaufen und zur Post zu fahren, ist ihr Elektromobil.  Daheim hat die Rentnerin einen Hausnotruf. Draußen, auf der Straße, wenn sie mit ihrem motorisierten Rollstuhl unterwegs ist, ist sie auf sich allein gestellt. Und wenn etwas passiert, dann kann sie nur auf Hilfe hoffen.

Seniorin stürzt aus Rollstuhl - "Mir wurde meine Hilflosigkeit bewusst"

So wie letzten Mittwoch: Nach dem Gassigehen macht sich die Seniorin auf den Weg nach Hause. Als sie sich nach vorne beugt, um ihren Hund Dandy ins Körbchen zu setzen, kippt sie einschließlich des E-Rollstuhls nach vorne. Auf dem Boden liegend, nimmt Sie all ihre Kraft zusammen, zieht die Decke, die sonst ihre Beine wärmt zur Seite und schafft es, sich hinzusetzen.

Mit Dandys Leine in der Hand sitzt Sie auf dem Boden und hofft auf Hilfe. "Das ist mir zum ersten Mal passiert. Aber in diesem Moment wurde mir meine Hilfslosigkeit wieder richtig bewusst", erklärt Geisler gegenüber echo24.de.

Zivilcourage in Öhringen: Autofahrer eilt zu Hilfe

Es vergehen einige Minuten und Geisler sitzt immer noch auf dem kalten Boden. "Ein Mann hat mich gesehen, ist aber einfach an mir vorbeigelaufen", sagt Geisler. Plötzlich aber entdeckt sie ein Autofahrer und hält an. Er eilt zu ihr und versucht mit Mühe Geisler in den Rollstuhl zu setzen - ohne Erfolg. Die Beine der Rentnerin sind durch den plötzlichen Sturz total versteift und sie selbst kraftlos.

In diesem Moment bemerkt auch eine Nachbarin die Situation und kommt zu Hilfe. Zu zweit bekommen der junge Mann und die Nachbarin es hin, Geisler zurück in ihren E-Rollstuhl zu mobilisieren. "Ich hatte zwar zum Zeitpunkt des Sturzes mein Handy dabei, bin aber in dem Moment nicht darauf gekommen, jemanden anzurufen", erklärt die 82-Jährige.

Rollstuhlfahrerin bedankt sich über Facebook für Zivilcourage

Wenige Tage später bedankt sie sich bei ihren Helfern in einem Beitrag in einer Facebook-Gruppe: "Auf diesem Weg möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei den Menschen, die mir geholfen haben, als ich am Mittwoch im Hofgarten, oberhalb der Uhlandstraße aus meinem E-Rollstuhl gestürzt bin. Insbesondere danke ich dem jungen Mann, der aus dem Auto gestiegen ist, um mir zu helfen."

Zivilcourage, die alltäglich sein sollte, es aber leider nicht ist. Das musste auch die Rollstuhlfahrerin merken. Doch zum Glück ging alles gut aus. Geisler: "Ich würde mir wünschen, dass der junge Mann sich bei mir meldet, damit ich mich noch einmal richtig bei ihm bedanken kann!"

Auch in Mannheim hatte eine junge Frau kürzlich einen mutigen Helfer. Er bewahrte sie offenbar davor, von einer Brücke in den Tod zu springen.

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