Bereits über 9.000 Euro

Nach Hunde-Attacke auf Junge (3): DNA-Test bestätigt American Staffordshire Terrier

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Am Dienstagabend reißt sich eine junge Hündin los und beißt einem Kleinkind ins Gesicht.
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Nach der Hunde-Attacke in Oberstenfeld wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die gespendete Summe beträgt mittlerweile über 9.000 Euro. 

+++ Update 6. September +++ Hunde-Attacke: Familie bekommt über 9.000 Euro aus Spendenaktion 

Ein kleiner Junge (3) wurde am 30. Juli beim Freibad Oberstenfeld von einem Hund attackiert und ins Gesicht gebissen. Der Dreijährige erlitt schwere Verletzungen und musste deswegen mehrmals operiert werden. Daraufhin starteten die Bekannten der Familie einen Spendenaufruf für den Dreijährigen. 

Die Hilfsbereitschaft für den kleinen Jungen (3) ist enorm. Bei der privat organisierten Online-Spendenaktion kamen inzwischen 9.265 Euro (Stand 6. September) zusammen. Das ursprüngliche Spendenziel lag bei 2.000 Euro. Was passiert jetzt mit dem Geld?

Ziel der Spendenaktion: Bestmögliche gesichtschirurgische Behandlung 

Die Spenden kommen bei ästhetischen chirurgischen Eingriffen zum Einsatz. Denn: Die Krankenkassen übernehmen nur einen Teil der Kosten. Der kleine Junge befindet sich mittlerweile Zuhause. "Er hat viele Verletzungen im Gesicht und ist schwer traumatisiert. Er hat noch einen langen, sehr schmerzhaften Weg vor sich", heißt es auf der Spendenseite. 

Der Dreijährige braucht nun sehr viel Ruhe, damit seine Genesung voranschreiten kann. Erst nach der Heilung der offenen Wunden können die ästhetischen Operationen durchgeführt werden, für die viele Menschen so bereitwillig gespendet haben.  

Die Spendenberechtigter der Kampagne ist der Vater des kleinen Jungen. Die Familie möchte jedoch nicht an die Öffentlichkeit treten. Aber eines sagt der Vater vom Dreijährigen auf der Spendenseite: "Wir bedanken uns von ganzem Herzen."

Hunde-Attacke: Hunderasse mit DNA-Test ermittelt

Eine DNA-Untersuchung hat nach Angaben von Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl inzwischen ergeben, dass der Hund vermutlich reinrassig ist. Es handelt dabei um einen American Staffordshire Terrier. "Damit ist klar, dass er als Listenhund genehmigungspflichtig gewesen wäre", sagt Holl gegenüber der Heilbronner Stimme. Der Hund hätte also einen Wesenstest machen und einen Maulkorb tragen müssen.

Was erwartet den Halter? Die Antwort ist wie erwartet: Der Halter aus Beilstein muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Es wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, geht es auch um Schmerzensgeld. Außerdem steht, wie in solchen Fällen üblich, fahrlässige Körperverletzung im Raum.

Und was passiert nun mit dem Hund? Der American Staffordshire befindet sich derzeit im Heilbronner Tierheim. Wie Beilsteins Bürgermeister Patrick Holl sagt, sei er in den Besitz der Stadt Beilstein übergegangen. Nach der Attacke wollte der Besitzer den Hund nicht mehr haben. Was nun mit dem Tier geschieht, ist noch unklar.

Oberstenfeld: Gemeinde veranstaltet Infoabend 

Nach der Hunde-Attacke machen sich nun viele Menschen Sorgen. Deswegen veranstaltete die Gemeinden Beilstein und Oberstenfeld einen Infoabend zum Thema "Hundehaltung und gefährliche Hunde". Das Interesse war groß, rund 80 Besucher kamen, überwiegend Hundehalter. Es gab Tipp und Tricks zum Umgang mit Listenhunden und Hunden allgemein. 

Unter Anderem wurden die Hundehalter dazu angehalten ihren Liebling in die Hundeschule zu bringen und immer sinnvoll zu beschäftigen. Außerdem gab es praktische Tipps für den Fall, wenn ein Hund zum Angriff übergeht. 

Aber damit genau das nicht passiert, sollten die Besitzer immer auf ihre Hunde achten. Denn: Die Halter sollten ihre Hunde am besten kennen und dementsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.  

+++ Update 6. August +++ Nach Hunde-Attacke: Spendenaktion soll Jungen und Familie helfen

"Er hat sehr starke Schmerzen. Dem kleinen Jungen stehen längere Krankenhausaufenthalte bevor und noch viele Operationen", schreibt Ilayda Fatma, eine Freundin der Familie, auf ihrer Facebookseite - und startet mit zwei anderen Mamas eine Spendenaktion. 

Es sind bereits 4.432 Euro (Stand 6. August, 13 Uhr) auf dem Spendenkonto eingegangen. Und es wird immer mehr. Mit dieser Spendenaktion möchte man wenigstens die finanziellen Sorgen der Familie lindern, heißt es auf der Spendenseite. 

Spendenaktion nach Hunde-Attacke: Bereits über 4.000 Euro gesammelt

Denn: Dem dreijährigen Jungen stehen noch viele Operationen bevor. Unter anderem müsse er sich auch gesichtschirurgischen Behandlung unterziehen, die – so die Aussage - nicht vollständig von der Versicherung übernommen werden. Viele Menschen zeigen sich hilfsbereit und spenden teils dreistellige Beträge.

Auf der Spendenhomepage heißt im Anschluss: "Wir sind von Eurer Spendenbereitschaft überwältigt, damit haben wir niemals gerechnet! Das Geld verlässt die Plattform nicht, bis wir den besten Weg gefunden haben, wie wir es der Familie zukommen lassen können."

+++ Update 2. August +++ Nach Attacke auf Kind: Handelt es sich um einen Kampfhund?

Nach dem fürchterlichen Angriff auf einen kleinen  Jungen diskutieren nun alle, wie gefährlich der Hund ist. So berichtet stimme.de, dass es sich bei dem Tier um einen American Staffordshire Terrier handelt - ob Mischling oder sogar reinrassig, ist unklar. Das Tier hätte damit angemeldet und als Listenhund geführt werden müssen. Diese Hunde werden vom Gesetz als gefährlich oder potentiell gefährlich eingestuft. 

Die Haltung unterliegt damit strengen Regeln. Doch eine entsprechende Erlaubnis zur Haltung des Hundes sei in Beilstein, wo der Besitzer des Tiers lebt, nie eingeholt worden. 

Zum Zeitpunkt der Attacke war der Hund mit dem Bruder des Besitzers unterwegs. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. 

+++ Update 01. August, 18 Uhr +++ Nach Hunde-Attacke: PETA fordert Hundeführerschein

Nach der Hunde-Attacke auf einen dreijährigen Jungen in Oberstenfeld am Dienstagabend, meldet sich nun auch die Tierschutzorganisation PETA zu Wort. Sie fordert einen Hundeführerschein in Baden-Württemberg. Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA sagt laut einer Pressemitteilung: "Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier." 

Der Hundeführerschein, der in Niedersachsen Pflicht ist, sieht einen Theoriekurs und ein Praxisseminar für angehende Hundehalter vor. Darin soll Wissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte der Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden vermittelt werden. Hoger: "Dass die Hündin den Jungen ungehindert angreifen und schwer verletzen konnte, war fahrlässig und verantwortungslos." Ob es mit Hundeführerschein anders ausgesehen hätte, bleibt offen...

+++ 1. August, 11 Uhr +++ Tierrettung: "Hund war absolut friedlich"

Als am Dienstagabend ein Hund ein kleines Kind ins Gesicht beißt, wird die Tierrettung Unterland gerufen. Ein 25-jähriger Radfahrer war mit seiner Hündin zwischen dem Freidbad Oberstenfeld und Beilstein unterwegs, als er dem Jungen begegnet. "Der Hund war beim Abholen absolut friedlich. Goldig, er wollte sogar spielen", berichtet Jan Franke von der Tierrettung Unterland. 

Doch weshalb hat die 14 Monate alte Mischlingshündin dann zugebissen? "Der Hund hat nachts im Dunkeln das Kind im Vorbeigehen als Bedrohung angesehen und attackiert", erklärt Franke.

Mittlerweile ist der Hund im Heilbronner Tierheim. "Der Hund muss vom Veterinäramt angesehen werden und einen Wesenstest machen", sagt Franke.

+++ 1. August +++

Ein dreijähriger Junge ist von einem Hund ins Gesicht gebissen und schwer verletzt worden!

Oberstenfeld: Hündin reißt sich los und fällt Kind an

Wie die Polizei berichtet, passierte der Vorfall am Dienstag auf einem Radweg zwischen dem Freibad Oberstenfeld und Beilstein. Gegen 22 Uhr war das Kind mit Angehörigen dort zu Fuß unterwegs, als ihnen ein 25-jähriger Radfahrer begegnete, der eine 14 Monate alte Mischlingshündin an der Leine hatte. Plötzlich riss das Tier seinen Halter vom Fahrrad und biss dem Kind direkt ins Gesicht.

Das Kind kam umgehend in ein Krankenhaus, der Hund wurde von der Polizei beschlagnahmt und von Mitarbeitern der Tierrettung Unterland in ein Tierheim gebracht.

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