Kein Zwang mehr

25 Jahre neues Namensrecht: Es lebe der Doppelname

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Doppelt hält besser, findet Kollegin Petra.

Annegret Kramp-Karenbauer und Heidemarie Wieczorek-Zeul – Doppelnamen kennen wir häufig aus der Politik, von Akademikern und meistens bei Frauen. Häufig eilt den Doppelnamen-Trägern ein schlechter Ruf voraus. Aber weshalb gibt es diese Bindestrich-Geflechte überhaupt? 

Neues Namensrecht seit 25 Jahren

Dass man einen Doppelnamen wählen kann, ist noch nicht so lange selbstverständlich. Heute besteht das neue Namensrecht auf den Tag genau seit 25 Jahren in Deutschland. Davor gab es den Zwang, dass – falls sich zum Beispiel die Eheleute nicht einigen können – immer der Nachname des Mannes angenommen wird. Das war "normal". Eher keine gute Zeit für die Emanzipation. 

Trotz neuem Namensrecht: Viele nehmen den Namen des Mannes an

Doch dann kam das neue Namensrecht und man konnte auch als Frau frei wählen: Will ich meinen Namen behalten, einen Doppelnamen oder nehme ich den meines Mannes an? Trotz der vielen Möglichkeiten nehmen die meisten Frauen heute noch den Nachnamen des Mannes an. Wieso denn eigentlich? Sind wir nicht schon weiter? Schade finde ich, dass diese neuen Möglichkeiten des Namensrechts nicht so positiv aufgenommen und umgesetzt wurden. Auch heute noch ist es üblich, den Nachnamen des Mannes anzunehmen. 

Doppelnamen sind nicht immer negativ

Bei Doppelnamen fällt einem eher die strenge, böse Lehrerin aus der Schulzeit ein, als der lustige Loriot-Sketch in der Badewanne mit "Herrn Müller-Lüdenscheidt". Auch die erfolgreiche deutsche ESC-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut ist mit einem doppelten Anhang unterwegs. 

Schadet es denn, wenn man zwei Nachnamen hat? Ich finde nicht! Na gut, ich bin mit meinem doppelten Anhang jetzt auch nicht sonderlich objektiv, aber für mich war es wichtig dass MEIN Nachname nicht verloren geht. Lustige Geschichten, die ich damit verbinde, kann ich dank Doppelnamen weiterhin erzählen. Und: es kommen neue hinzu. 

Doppelnamen für alle

Einen Doppelnamen kann mit dem neuen Namensrecht leider nur ein Ehepartner annehmen, da immer nur ein Name weitergegeben werden kann. Das finde ich doch reichlich ungerecht. Ich verstehe, dass man Nachnamen-Monster vermeiden möchte, aber wäre es nicht auch ein Zeichen des Aufeinanderzugehens, wenn beide Partner den Nachnamen des jeweils anderen annehmen könnten? Mich hätte das zumindest sehr gefreut. 

Schließlich legt man mit einer Heirat nicht die eigene Identität ab, zu der der Nachname nun auch einmal gehört. Da müssen sich die lieben Frauen in Zukunft einfach auch mehr trauen.

Das neue Namensrecht nutzen: Mehr Doppelnamen 

Vielleicht sollten wir daher mehr aus dem Vollen schöpfen, was das Namensrecht betrifft: für mehr Doppelnamen – auch bei den Herren! Lasst uns die Klischees über den Haufen werfen und in Zukunft nicht genervt reagieren, wenn der Nachname einen Bindestrich trägt. Vielleicht stecken ja spannende Geschichten dahinter.

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