Neue Gefahr droht

Schutz vor Mücken: Darum ist er jetzt vielleicht sogar überlebenswichtig!

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Das Coronavirus bestimmt das Leben in der Region Heilbronn maßgeblich. Jetzt ist eine neue Gefahr im Anflug - im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Das West-Nil-Virus hat Deutschland erreicht und dort überwintert.
  • Überträger des Virus sind Stechmücken.
  • Experten raten bei derzeitiger Hitze zu Mückenschutz.

Durch Mückenstiche: Menschen mit West-Nil-Virus infiziert - bald auch in Heilbronn?

80 Prozent der Infizierten merken nichts, wenn sie dieses Virus befallen hat. Andere hingegen bekommen Fieber, Muskelschmerzen und Hautausschlag. Und bei einem ganz geringen Teil wird das zentrale Nervensystem angegriffen. Lähmungen können zurückbleiben. Im schlimmsten Fall endet die Infektion gar tödlich. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es erste Fälle in der Region Heilbronn geben wird. Denn Deutschland hat das West-Nil-Virus bereits erreicht. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) haben sich mindestens zehn Menschen in Berlin und Leipzig damit infiziert.

NameWest-Nil-Virus
ErstnachweisUganda (1937)
ÜberträgerStechmücken

Doch wie kommt das West-Nil-Virus nach Deutschland? Anders als das Coronavirus wird es nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern durch Stechmücken. Ursprünglich stammt der Erreger aus Afrika, ist vermutlich mit Zugvögeln nach Deutschland gekommen. Der erste Infizierte hierzulande wurde dann 2019 gemeldet. Die nun größere Zahl der Ansteckungen zeige dem RKI zufolge, dass das West-Nil-Virus wohl überwintert hat. Zumal keiner der Betroffenen von einer Reise berichtet habe. Neben dem Menschen können sich auch Pferde und Vögel infizieren.

West-Nil-Virus: Experte rät älteren und vorerkrankten Menschen zu Mückenschutz

Das Problem: die besonders warmen Temperaturen, die derzeit auch in der Region Heilbronn herrschen. Denn dann kann sich laut Christoph Lübbert „der biologische Zyklus in der Mücke schließen“. Heißt: Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärt der Leiter der Infektiologie und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, der sieben der betroffenen Patienten betreut hat: „Ein älterer Patient liegt noch immer komatös und künstlich beatmet auf der Intensivstation.“ Zwei weiteren Infizierten, bei denen Gehirn und Hirnhaut entzündet waren, geht es mittlerweile wieder besser.

Momentan besteht vorrangig Gefahr für Menschen in den betroffenen Region in Ostdeutschland. ABER: Bei Tieren ist eine Ausbreitung des West-Nil-Virus nach Südwesten zu verzeichnen. Es kommt also der Region Heilbronn immer näher. Deswegen rät Experte Lübbert bei der anhaltenden Hitze, die auch Wespen zunehmend aggressiver macht, zu einem Mückenschutz. Vor allem Risikopatienten. DENN: Einen Impfstoff für den Menschen gegen das Virus gibt es bislang nicht. Nur für Pferde...

Die Tigermücke breitet sich immer mehr aus und ist perfekt für eine Übertragung des West-Nil-Virus.

Rubriklistenbild: © Cynthia Goldsmith/dpa

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