Kontaktnachverfolgung noch einfacher?

Geniale neue Corona-App entwickelt – sie kommt wohl nicht auf den Markt

Ein Student der DHBW Mosbach präsentiert das Corona-Tagebuch auf seinem Smartphone.
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Studenten der DHBW Mosbach haben eine App zur Kontaktnachverfolgung entwickelt.
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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Um die Corona-Pandemie einzudämmen, ist die Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen besonders wichtig. Eine App von Studenten aus Mosbach soll dabei helfen.

Die Zahlen sinken wieder. Mittlerweile befindet sich Deutschland schon mitten in der dritten Corona-Welle - und obwohl sie scheinbar langsam wieder abflacht, ist die Pandemie laut Experten noch lange nicht bezwungen. Wenn nun nach und nach die Geschäfte, Restaurants und Kultureinrichtungen wieder öffnen, dann wird auch die Kontaktnachverfolgung wieder enorm wichtig - und es gibt auch bereits Lösungen, wie die luca App oder die Corona-Warn-App der Bundesregierung. Doch jetzt haben sich auch Studenten aus Mosbach an diese Thematik herangetraut - und eine eigene App entwickelt.

Das Projekt „Corona-Kontakttagebuch“ ist in einem Seminar für Studenten der Wirtschaftsinformatik entstanden. Prof. Dr. Klaus-Georg Deck wollte seinem Kurs eine Aufgabe stellen, wie sie auch im späteren Berufsleben kommen könnte. Es galt, die Frage zu klären, wie Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt werden könnten. Doch für eine solche App müssen viele Dinge beachtet werden - Datenschutz und rechtliche Grundlagen zum Beispiel.

Corona-Warn-App: Wirtschaftsinformatik-Studenten aus Mosbach entwickeln Erweiterung

Als Nächstes galt es zu klären, was die Anwendung alles können soll. Denn sie soll am Ende gar nicht eigenständig genutzt werden, sondern als Ergänzung zur Corona-Warn-App des Bundes. Die Studierenden mussten also herausfinden, was der Warn-App bisher noch fehlt. Zum Beispiel die Funktion, Kontaktdaten aus Restaurants oder von Kulturveranstaltungen zu erfassen oder ein Tool, um die Einreise aus einem Risikogebiet zu vereinfachen.

Außerdem sollte die App der Studenten Einzelpersonen auch die Möglichkeit geben, selbst Daten einzutragen - wie in ein Tagebuch, um „im Ernstfall verlässliche Informationen liefern zu können“. Sie hat außerdem eine direkte Schnittstelle ins Gesundheitsamt, um die telefonische Kontaktaufnahme zu erleichtern und eine integrierte Link-Übersicht zu Inzidenzwerten und allgemeinen Corona-Infos.

Im Fokus stand zunächst gar nicht, dass die App letztendlich auch wirklich verwendet wird. Die zuständigen Professoren wollten ihren Studenten hauptsächlich den Ansporn geben, eine Idee bis zum Prototypen mit Betriebsanleitung durchzudenken und zu entwickeln. Jetzt ist die App sogar so weit, dass die Projektgruppe ihre App zumindest lokal auf dem Handy nutzen kann - ohne die Verbindung zu Gesundheitsämtern. Ob es das „Corona Tagebuch“ irgendwann tatsächlich für jedermann geben wird, dazu hat sich die DHBW in ihrer Mitteilung zu dem Projekt nicht geäußert.

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