Neue Gefahr

Der schleichende Tod ist auch im Landkreis Heilbronn angekommen

+
Auch Bienen im Landkreis Heilbronn sind jetzt von der Faulbrut-Seuche betroffen (Symbolbild).
  • schließen

Die Faulbrut-Seuche hat sich auf den Landkreis Heilbronn ausgebreitet. Das Veterinäramt reagiert sofort, um massenhaftes Bienensterben zu verhindern.

+++ Update 29. Mai: Faulbrut jetzt auch im Heilbronner Landkreis +++ 

Jetzt ist sie auch hier, die Bienenseuche! Das Landratsamt Heilbronn gab bekannt, dass nun auch hier im Landkreis der erste Faulbrut-Fall gemeldet wurde. Das erkrankte Bienenvolk stammt aus einem Betrieb aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. Doch die typischen Symptome zeigte das Bienenvolk anscheinend nicht. Erst ein Test im Labor zeigte, dass zwei Bienenvölker erkrankt sind. 

Bei Faulbrut gelangen Bakterien in den Darm der Bienenlarve. Die Bakterien vermehren sich und die weiße Larve zerfällt in eine braune, schmierige Masse, die eintrocknet und dadurch im Bienenstock bleibt. Mit kleinen Sporen verbreitet sich die Faulbrut über die Bienen und kann so schnell zu einer Epidemie werden.

Die erkrankten Bienenvölker im Landkreis Heilbronn sind eine Gefahr für die anderen Bienen. Deshalb hat das Veterinäramt die vorsorgliche Tötung und Beseitigung der beiden erkrankten Bienenvölker angeordnet.

+++ Update 23. Mai, 9.20 Uhr: Faulbrut in Mosbach - Bienenseuche ausgebrochen +++

Es ist amtlich: In direkter Nachbarschaft zum Heilbronner Landkreis ist die Bienenseuche Faulbrut ausgebrochen. Im Neckar-Odenwald-Kreis wurden zwei Sperrbezirke ausgerufen: in Mosbach und Mosbach-Sattelbach. In diesen Bezirken dürfen Bienen nun nicht mehr umgesetzt oder neue Bienenvölker reingesetzt werden.

"Leider müssen wir bei den aktuellen Ausbrüchen davon ausgehen, dass die Faulbrut durch den Verkauf von infizierten Bienenvölkern weiterverbreitet worden ist", erklärt Dr. Ulrich Bennemann, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Imker vor dem Kauf das Bienenvolk von einem Bienensachverständigen untersuchen lassen. Er kann auch Proben an ein Labor schicken, da Faulbrut, vor allem zu Beginn, nicht sofort sichtbar ist.

Diese Waben sind von der Faulbrut befallen.

Seit Mitte Mai sind die Fälle dem Landratsamt bekannt. Solange die Erreger in den Bienenstöcken nachgewiesen werden können, bleiben die Sperrbezirke bestehen, damit die Seuche nicht auch in andere Regionen übergreift. Bleibt zu hoffen dass die tödliche Seuche nicht über die Landkreisgrenzen kommt.

+++ Ursprungsmeldung 22. Mai: Die Faulbrut ist in Honiggläsern aus dem Ausland +++

Die Bienen haben es nicht leicht: Zu wenig Blühpflanzen, die dann mit Pestiziden belastet sind und dann finden Wildbienen auch kaum noch Plätze an denen sie leben können. Doch eine weitere Gefahr macht den Imkern zu schaffen: die Faulbrut. Von den USA aus hat sich die Erkrankung in die ganze Welt verbreitet. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Faulbrutfälle.

Auch in Honiggläsern können die Erreger der Faulbrut überleben und so für die heimischen Bienen gefährlich werden.

Die Faulbrut ist eine Bakterienerkrankung. Sie zerstört die Bienenlarven und so sterben dann auch die Bienenvölker. "Sanieren geht da meistens nicht. Wenn die Tiere sterben, muss man den Bau verbrennen, damit sich andere Bienen nicht mit dem Erreger anstecken können", erklärt Torsten Eberhardt, Vorsitzender des Bezirksimkerverein Heilbronn. 

Großes Bienensterben: Auch in Honiggläsern kann Faulbrut stecken

"Im Heilbronner Landkreis hatten wir bisher keine Fälle von Faulbrut", sagt Pressesprecher Martin Körner. Doch die Gefahr ist allgegenwärtig: "In ausländischem Honig können sich Faulbruterreger befinden. Wirft man das nicht gereinigte Honigglas in einen Altglascontainer können Bienen sich damit infizieren. Solche Gläser sollten zur Sicherheit gut verschlossen im Restmüll landen", empfiehlt Eberhardt. Am besten keinen Honig aus dem Ausland kaufen, denn bei den heimischen Imkern sind keine Krankheitserreger im Glas.

Denn wenn die Faulbrut ausbricht, müssen Sperrbezirke ausgewiesen werden. Dann dürfen keine neuen Bienen in das Gebiet ziehen und die betroffenen Bienen werden isoliert. So kann sich die Faulbrut nicht weiter ausbreiten. Denn käme die Gefahr auch in die Region hätten die Heilbronner Imker mit ihren rund 2500 Bienenvölkern ein großes Problem.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare