Wie beim Steak- und Puddingessen

Burgfestspiele Jagsthausen: Interview mit Ilja Richter

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Beim Musical "Catch me if you can" schlüpft er in die Rolle des FBI-Agenten Carl Hanratty.

"Licht aus - Spot an!" Auch wer die Fernsehsendung "Disco" in den 1970er Jahren im ZDF nicht miterlebt hat - den Spruch, mit dem Ilja Richter zum Kult-Star wurde, kennt wohl jeder. Seither hat der Berliner bei viele Produktionen mitgewirkt. Und das in ganz unterschiedlichen Funktionen: Als Film- und Serienschauspieler (unter anderem "SOKO Stuttgart", "Forsthaus Falkenau"), als Synchronsprecher (zum Beispiel in "The Matrix", "König der Löwen) - und zudem war Richter in mehr als 50 Theaterinszenierungen zu sehen.

In dieser Saison steht der 64-Jährige 15 Mal bei den Burgfestspielen Jagsthausen auf der Bühne. Im Musical "Catch me if you can" schlüpft er in die Rolle des verbitterten Kommissars Carl Hanratty, der - zunächst erfolglos - versucht, dem Betrüger Frank Abagnale, jr. auf die Schliche zu kommen. Doch auch der FBI-Agent ist gegen die geschickten Tricks des Gauners keineswegs immun.

Im Interview direkt nach der Premiere am Donnerstag spricht Ilja Richter über den Reiz des "Catch me"-Stoffes, den Unterschied zwischen Film und Musical sowie den einmaligen Zusammenhalt zwischen den Burgfestspielen und der Gemeinde Jagsthausen - inmitten des lieblichen Jagsttals.

Starker Saisonauftakt bei den Burgfestspielen Jagsthausen

echo24.de: Sie stehen zum ersten Mal in Jagsthausen auf der Bühne. Wie kam denn der Kontakt zustande?
Ilja Richter: Jagsthausen kenne ich von einem Besuch vor vielen Jahren. Dazu stehe ich schon sehr lange mit dem Burgfestspiele-Intendanten Axel Schneider in Kontakt, der ja unter anderem auch die Hamburger Kammerspiele leitet. Irgendwann haben wir bemerkt, dass wir noch nie zusammen an einer Inszenierung gearbeitet haben. 'Catch me if you can' war nun der richtige Anlass, das zu ändern.

Was reizt Sie denn an dem Musical?
Die Ereignisse im Stück sind einfach glaubwürdig. Und das nicht nur, weil die Geschichte auf Tatsachen beruht. Weder der Agent Hanratty, den ich spiele, noch der Gauner sind Kunstfiguren. Ich habe mir den Inszenierungstext vor allem unter dem Aspekt der Machbarkeit angeschaut und habe dabei festgestellt: das passt! Und außerdem ist die Musik sehr schön und die Lieder sind voller Ironie.

Burgfestspiele Jagsthausen: Interview mit Ilja Richter

In der Hollywood-Verfilmung spielt Tom Hanks die Rolle des Kommissars. Haben Sie sich an seiner Darstellung orientiert oder auch bewusst andere Akzente gesetzt?
Man kann die Darstellungen unmöglich miteinander vergleichen, weil Film und Musical völlig unterschiedliche Metiers sind. In beiden Genres hat man völlig verschiedene Mittel zur Verfügung. Wenn Tom Hanks die Hanratty-Figur auf der Bühne spielen würde, wäre die Darstellung auch ganz anders als im Film. Der Schauspieler muss eben zu den Werkzeugen greifen, die dem Rahmen angemessen sind. Das ist wie beim Essen: Niemand würde auf die Idee kommen, ein Steak mit dem Löffel zu schneiden. Wobei der Löffel ja beim Dessert-Pudding ein gerne gesehenes Hilfsmittel ist.

Besucht ihr dieses Jahr die Burgfestspiele Jagsthausen?

Was macht die Bühne in Jagsthausen für Sie besonders?
Der Burghof ist eine einmalige Kulisse. Viel intimer als beispielsweise die Freilichtbühne in Bad Hersfeld, auf der ich in diesem Sommer ebenfalls zu sehen bin.

Und wie gefällt Ihnen die Gemeinde und die Umgebung?
Durch das straffe Probenpensum hatte ich leider wenig Zeit, die Region wirklich zu erkunden. Aber ein bisschen was kriegt man natürlich trotzdem mit. Das Jagsttal ist wirklich lieblich und wunderschön. Gerne gehe ich auch im Dorfladen einkaufen und komme mit den Einheimischen ins Gespräch. Dabei ist auffällig, dass die Burgfestspiele einen großen Zuspruch aus der Bevölkerung erleben und die Bühne mit der Gemeinde eng verzahnt ist. Das merkt man auch an dem wirklich hohen Niveau der Laiendarsteller, die uns auf der Bühne unterstützen. Das habe ich bisher bei noch keinem Theater erlebt.

Sind Sie noch aufgeregt, bevor es auf die Bühne geht?
Es wäre merkwürdig, wenn ich - auch nach all den Jahren - keine Anspannung spüren würde. Ein bisschen kribbelt es immer. Vor dem Auftritt bin ich dann gerne allein und in mich gekehrt, um mich in Ruhe auf die Show einzustimmen.

Information

Weitere Informationen zum Programm der Burgfestspiele Jagsthausen sowie Ticket-Bestellmöglichkeiten gibt es hier.

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