Helmut Trölschs Kunst kann sich wirklich sehen lassen

Zauberhafte Figuren: Fleiner macht das Holz lebendig

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Aus schnöden Stämmen werden putzige Eulen, Bären, Schildkröten, Frösche und Liebesbekundungen.

Man glaubt fast, am Zuckerhut zu sein: Wer von Westen kommend auf der Kreisstraße 2079 nach Flein einfährt, dem fällt kurz nach dem Ortseingang auf der linken Seite garantiert die imposante Jesusstatue aus Holz ins Auge. Knapp 2,70 Meter hoch ist der Erlöser in Privatbesitz. Gefertigt wurde die Figur aus heimischem Naturmaterial nur wenige hundert Meter weiter in Richtung Fleiner Ortsmitte.

In den Hofwiesen 21 hat Helmut Trölsch seine Werkstatt. Beim Holzmachen vor zehn Jahren hat es ihn gefuchst und er hat einfach mal probiert: "Ich habe mit der Kettensäge versucht, aus einem Stamm für meinen Sohn eine Schildkröte zu gestalten", erzählt der hauptberufliche Winzer. "Zugegeben, der Erstversuch war noch etwas stümperhaft. Der Kopf, die Füße und ein bisschen vom Panzer waren erkennbar – das war’s aber auch schon", erzählt Trölsch und lacht.

Zauberhafte Figuren: Fleiner macht das Holz lebendig

Jedes Holz kann zur Figur verarbeitet werden. Meistens benutzt der Kettensägenkünstler Pappel oder Eiche. Mit einer Sägen-Schwertlänge von einem Meter arbeitet er zunächst die Konturen aus dem geschälten Stamm, bevor es mit kleinen Sägen an die Feinarbeit geht. Schließlich sollen Details wie Gefieder, Schuppenpanzer und Gesichtszüge gut erkennbar sein.

Erstmals öffentlich präsentiert hat Trölsch seine Figuren 2007. "Die kleinen Eulen und Adler kamen gut an, und einige wurden auch verkauft." Seither fertigt er die hölzernen Gesellen nach eigenen Vorlieben und bietet sie auf Märkten in der Region oder im Internet an. "Etwa 20 Figuren habe ich eigentlich immer vorrätig."

Seid ihr handwerklich begabt?

Aber auch Auftragsarbeiten – wie die Fleiner Jesusfigur – fertigt Trölsch an. "Grundsätzlich ist jede Figur möglich", berichtet er. Neben den "Klassikern" wie Eulen, Adler, Bären und Sitzbänke hat er für ein Fuhrunternehmen auch schon einen Lkw und einen Bus aus einem Baumstamm herausgesägt. Wie viele hölzerne Objekte er bis heute gefertigt hat? Trölsch: "So genau kann ich das gar nicht sagen. Ein paar hundert sind es auf jeden Fall."

Der Einsatz variiert je nach Figur. Bevor die eigentliche Gestaltung beginnt, bezieht Helmut Trölsch das Holz vom Forstamt, schält es und zeichnet die groben Konturen vor. Das Sägen dauert zwischen einigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Trölsch: "Je nachdem, wie aufwendig das Ganze ausfällt. Und die Jesusfigur – die war monumental."

Information

Mehr über die Holzkunst von Helmut Trölsch gibt es hier. Trölsch ist auch für Vorführungen im Schauschnitzen buchbar und fertigt auf Wunsch individuelle Kunstwerke an.

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