Die Burgfestspiele zeigen noch 13 Aufführungen

Absolut fesselnd: "Die Päpstin" auf Burg Stettenfels

1 von 57
2 von 57
3 von 57
4 von 57
5 von 57
6 von 57
7 von 57
8 von 57
9 von 57
  • schließen

Folter, fiese Intrigen, Hinrichtungen und gleich drei wahnsinnig gute Hauptdarstellerinnen.

Das Mittelalter war finster? Blödsinn, es war zappenduster! Frauen galten nicht mehr als Tiere, hatten dem Mann Untertan zu sein. Und intellektuelle Leistungen wie Lesen und Schreiben? Für sowas war die Frau - die Verkörperung der teuflischen Sünde - ja sowieso viel zu blöd.

In genau diese Zeit wird die kleine Johanna, Tochter eines Priesters im heutigen Rheinland-Pfalz, am Anfang des neunten Jahrhunderts hineingeboren. Es herrschen Armut, Krieg und vor allem die mächtige Kirche. Doch das aufgeweckte Mädchen will mehr, als nur einem Mann dienen und am heimischen Herd versauern. Ihr Ziel: studieren, Wissen ansammeln - zum Wohle der Menschen. Doch die Widerstände sind enorm.

Absolut fesselnd: "Die Päpstin" auf Burg Stettenfels

Mit "Die Päpstin" zeigen die Burgfestspiele Stettenfels den weltberühmten Roman von Donna W. Cross in einer absolut mitreißenden 130-Minuten-Inszenierung. Der atmosphärische Burghof in Untergruppenbach ist wie gemacht für die Mittelalter-Story, die zwar zeitlich eeeewig her zu sein scheint, aber mit Diskriminierung, Machtspielen und Intrigen Themen behandelt, die auch im 21. Jahrhundert noch lange nicht überwunden sind.

Besuchen Sie in dieser Saison die Burgfestspiele Stettenfels?

Wenn auf der Bühne bei der gestrigen Premiere vermeintliche Hexen ertränkt, Frauen gefoltert und Geistliche hingerichtet werden und Johanna - zwar mit List, aber stets mit guter Absicht - immer mehr Anerkennung von ihrem Umfeld gewinnt, ist die Intensität des Stücks geradezu greifbar. Kein Wunder: Die Schauspieler der Burgfestspiele agieren mit Herzblut - und das spürt das Publikum in jeder Sekunde. Wenn bei den hochemotionalen Szenen auf der Bühne Tränen fließen, nimmt man den Darstellern ihre Rollen voll und ganz ab.

Vor allem der wiederholte Szenenwechsel von Johannas Mittelalter-Dorfwelt hin zum dekadenten Vatikan sorgt für Spannung und zeigt den Zwiespalt zwischen Vernunft und blindem Glaube sowie bloßem Gehorsam und fieser Intrige ganz deutlich. Und weil auch die atmosphärische Hintergrundmusik auf Burg Stettenfels passt, ist pure Gänsehaut angesagt.

"Die Inszenierung der 'Päpstin' ist absolut super", sagt Anette Schneider aus Untergruppenbach-Unterheinriet über die gelungene Premiere. "Ganz toll sind die drei Schauspielerinnen, die Johanna als Kind, als Jugendliche und als Frau darstellen."

Und auch Vera Grobe aus Ilsfeld ist begeistert: "Der Inhalt ist sehr ernst, aber das Ensemble bringt ihn sagenhaft auf die Bühne. Heute bei der Premiere passt alles - außer das Wetter. Aber den zwischenzeitlichen Regen haben sich die Schauspieler kein bisschen anmerken lassen. Einfach bewundernswert!"

Information

Die weiteren Aufführungstermine der Burgfestspiele Stettenfels gibt es hier.

Die Top-Themen in Heilbronn und der Region 

Mehr zum Thema:

Vom 8. Juli bis 13. August: Theater auf Burg Stettenfels

Bildershow: "Götz"-Premiere in Jagsthausen

Freilichtspiele Neuenstadt: Umjubelte Premiere

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare