Derb und direkt: Walter Plathe in der Rolle des Freiheitskämpfers

Bildershow: "Götz"-Premiere in Jagsthausen

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Der Klassiker kommt in dieser Saison mit einer kräftigen Prise Humor daher.

Und dann macht es bum! Die großen Torflügel reißen auseinander und die mit Schwertern und Spießen schwer bewaffnete Horde stürmt Heilbronn. Die Männer sind zornig - schließlich halten die Stadtobersten den großen und edlen Götz von Berlichingen gefangen. Bald brennt die ganze Käthchenstadt. Tja, das haben die Ratsherren nun davon, wenn sie Ideale wie Treue und Ehrlichkeit verkennen und diese im Kerker vor sich hin verrotten lassen wollen.

Bildershow: "Götz"-Premiere in Jagsthausen

Auch in der 68. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen darf das Traditionsstück "Götz von Berlichingen" von Johann Wolfgang Goethe aus dem Jahr 1773 natürlich nicht fehlen. Wo sonst gibt's die Möglichkeit, ein Schauspiel am Wohnsitz der Titelfigur zu erleben - mit anderen Originalschauplätzen wie das idyllische Jagsttal oder eben Heilbronn ganz in der Nähe? Freitagabend feierte das Stück seine Premiere im Hof der Götzenburg, neun weitere Aufführungen folgen bis Ende August.

Klar: Die Geschichte um den Ritter mit der eisernen Hand, dem Loyalität und die persönliche Freiheit über alles gehen, ist bekannt. Götz ist der Sympathieträger des Stücks - gerade wenn man sich die Gegenfiguren vor Augen führt: Sein Jugendfreud Weislingen verrät ihn, am Bamberger Hof schmieden Adlige und Geistliche eine fiese Intrige nach der anderen und die Fürsten halten ihr Fähnchen in den Wind, wo sie nur können.

Starker Saisonauftakt bei den Burgfestspielen Jagsthausen

Und auch in der diesjährigen "Götz"-Inszenierung trifft das Publikum auf einen alten Bekannten: Wie schon vor zwei Jahren stülpt sich der 66-jährige Berliner Walter Plathe die Eisenhand über - und kommt nicht nur optisch den überlieferten Gemälden des historischen Götz nahe. Denn: Mit seiner derben und direkten Art ist Plathe eine Götz-Idealbesetzung.

Besucht ihr dieses Jahr die Burgfestspiele Jagsthausen?

Die Handlung folgt eng der Goethe-Vorlage, aber immer wieder streut Regisseur Peter Dehler kleine Details ein, die im Publikum für vergnügtes Lachen sorgen: Der alte Kaiser Maximilian wird als Tattergreis im Rollstuhl auf die Bühne geschoben, Nebenfiguren sorgen mit breitem schwäbischen Dialekt für Heiterkeit, ein Nürnberger Kaufmann hat solchen Respekt vor Götz, dass er sich gar nicht traut, die Bühne zu betreten und Plathe zögert das berühmte Götz-Zitat so lange heraus, dass sich die Zuschauer fragen: "Sagt er's oder sagt er's nicht?" 

Neben den Humor-Einlagen kommt aber auch die dichte Atmosphäre nicht zu kurz: Wenn im Bauernkrieg ein Dutzend Fackeln den Burghof erleuchten, sich Plathe und Weislingen-Darsteller Hans-Jörg Frey laute Wortgefechte liefern und die Live-Musik von Olaf Paschner die Spannung schürt, ist Gänsehaut angesagt.

"Die Inszenierung hat mir sehr gut gefallen", sagt Gerhard Funk aus Reutlingen. "Das ganze Ensemble war super. Die Atmosphäre in der Götzenburg und drum herum ist etwas ganz Besonderes. Und bei der Premiere heute hat sogar das Wetter gepasst." Und auch Irene Nowak aus Worms ist begeistert: "Der 'Götz' ist einfach ein amüsantes Stück. Und ein Besuch bei den Burgfestspielen Jagsthausen lohnt sich immer."

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