Das Laien-Ensemble übertrifft sich selbst

Freilichtspiele Neuenstadt: Umjubelte Premiere

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"Die Blaue Maus" hat alles: Witz, Tempo, Pointen und herrlich überzeichnete Figuren.

Der Schädel dröhnt, der Kater haust irgendwo zwischen beiden Ohren, das Geld ist weg und die Erinnerung an den vergangenen Abend auch. Nur so viel ist klar: Jungunternehmer Martin Werner hat es ganz schön wild getrieben. Die Frau ist auf Reisen - und das nutzt Werner gleich aus und vergnügt sich in fragwürdigen Etablissements. Als sein Freund Gustl ihn dann aufklärt und plötzlich von Nackttänzerinnen, Alkoholorgien und Anzeigen bei der Polizei spricht, entgleiten Werner alle Gesichtszüge. Er wollte doch dem Zirkel der Artusritter beitreten. Exzess statt Elite.

Freilichtspiele Neuenstadt: Umjubelte Premiere

Mit der Boulevardkomödie "Die Blaue Maus" starten die Freilichtspiele Neuenstadt Freitagabend in ihre 60. Spielzeit - und fahren ein wahres Unterhaltungsfeuerwerk auf. Denn: Martin Werner kann natürlich nicht zugeben, dass er sein Artusritter-Versprechen nicht wahrgemacht hat. Schließlich ist sein Schwiegervater in diesem Kreis ein führendes Mitglied. Immer tiefer verstrickt sich der Hallodri in seinem Netz aus Lügen - und ist damit bei Weitem nicht der Einzige. Ganz zum Vergnügen des Publikums. Denn das kommt im Schlossgraben während des 90-minütigen Stücks aus dem Lachen kaum heraus.

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Die Figuren tappen von einem Fettnäpfchen ins andere, das Stücktempo ist enorm hoch, eine Pointe jagt die nächste und immer wieder lockern flotte Sprüche die für die Figuren bedrohliche Situation auf. Die Charaktere sind hin- und hergerissen zwischen Wollen und Sollen. Und gerade weil die Figuren so herrlich überzeichnet sind, entsteht dadurch ein heiteres Sittenbild aus den goldenen 20er Jahren.

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Als dann die wahren Artusritter im Stück eine Familienfeier ausrufen, droht die ganze Hochstapelei zusammenzubrechen. Martin Werner und Gustl versuchen, sich wieder in eine List zu retten. Und dann zeigt sich, warum "Die Blaue Maus" noch stärker ist als die Neuenstadt-Aufführungen der vergangenen Jahre: Schauspieler Stefan Reis brilliert in einer Doppelrolle - und das Publikum fragt sich: "Ist das wirklich noch Amateurtheater?" Auch die Kulisse und die Kostüme lassen höchstens erahnen, wie viele ehrenamtliche Arbeitsstunden im Stück und den insgesamt 24 Aufführungen bis zum 30. Juli stecken.

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"Es war überwältigend", sagt Rainer Dierolf aus Hardthausen-Gochsen. "Das Ensemble war - wie jedes Jahr - super, es gab viel zu lachen. Und außerdem gefällt mir bei den Freilichtspielen Neuenstadt auch die besonders familiäre Atmosphäre." Auch Helmut Katzer aus Neckarsulm-Obereisesheim kommt jedes Jahr gerne zu den Stücken im Schlossgraben. "'Die Blaue Maus' war einfach wunderbar. Lustig, kein bisschen langweilig und ein wenig frivol. Und das gehört schließlich auch dazu."

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