6-jähriges Kind vor dem Ertrinken gerettet

Mannheim: Kind vor dem Ertrinken gerettet – was Ersthelfer tun können

Rettungskräfte bei einem tödlichen Badeunfall in Köln.
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Wasser kann schnell zu einer tödlichen Gefahr für Kinder werden –in Mannheim konnte ein sechsjähriges Kind gerade so vor dem Ertrinken gerettet werden. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Ein Mann hat am Donnerstag ein sechsjähriges Kind vor dem Ertrinken gerettet – es trieb bereits leblos im Vogelstangsee in Mannheim-Wallstadt

Ein aufmerksamer Mann konnte am Donnerstagnachmittag (17. Juni) in Mannheim-Wallstadt einen tragischen Badeunfall verhindern – ein sechsjähriges Kind hat bereits leblos im Vogelstangsee gelegen und musste reanimiert werden. Der aufmerksame Zeuge sah das Kind laut Polizei gegen 16:30 Uhr leblos und mit dem Gesicht im Wasser am Ufer des Sees treiben. Er rief zwei weitere, in der Nähe anwesende Damen zu Hilfe und verständigte umgehend die Polizei.

Die beiden Frauen reagierten sofort – zogen die 6-Jährige an Land und begannen unmittelbar mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Zu diesem Zeitpunkt atmete das Kind nicht mehr und hatte auch keinen Puls. Zwei Minuten nach Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen fing das Kind glücklicherweise wieder selbstständig an zu atmen und war ansprechbar.

Die Rettungskräfte, die nur kurze Zeit später am Unfallort eintrafen, übernahmen die weitere medizinische Versorgung des Kindes und brachten es anschließend zur weiteren Überprüfung in die Kinderklinik. Details, wo die Eltern des sechsjährigen Kindes zu diesem Zeitpunkt waren und wie es zu dem Badeunfall kommen konnte, sind bislang noch nicht bekannt.

Mannheim: Mann rettet sechsjähriges Kind vor dem Ertrinken

Ebenfalls am Donnerstag kam es zu einem lebensgefährlichen Badeunfall eines Dreijährigen im baden-württembergischen Pfullingen (Landkreis Reutlingen). Rettungskräfte haben das Kind am Donnerstagabend in einem Freibad entdeckt und reanimiert, wie am Freitagmorgen die Polizei mitteilte. Der Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebt in Lebensgefahr.

Jeden Tag ereignen sich momentan in Deutschland zahlreiche Badeunfälle – einige davon enden tödlich. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) macht momentan mit einem Schock-Video im Netz auf das Thema Ertrinken von Kindern aufmerksam. 2020 ertranken laut des DLRG 39 Menschen in Baden-Württemberg – im Jahr 2019 waren es 40 Menschen, 2018 waren es 55. In ganz Deutschland ertranken 2020 mindestens 378 Menschen. Schwimmlegende Franziska van Almsick brachte es schon 2016 im Interview mit *echo24.de auf den Punkt: „Jedes Kind, das ertrinkt, ist eins zu viel“ – das gilt natürlich auch für Erwachsene.

Andere vor dem Ertrinken retten: Vor allem Kinder „ertrinken lautlos“

Die Wasserwacht mahnt aktuell angesichts der Hitze-Welle in Deutschland zur Vorsicht beim Baden in Seen, Flüssen und Freibädern, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Es wird dringend darum gebeten, nur in freigegebenen Gewässern zu baden“, sagte der Vorsitzende der bayerischen Wasserwacht, Thomas Huber, am Freitag.

Das Gefährliche: Ertrinkende sind nicht an wilden Hilfeschreien zu erkennen, sondern nur durch aufmerksame Beobachtung. Denn: Wer wirklich in Not ist, der ist zu Lautäußerungen gar nicht mehr in der Lage. Darauf weist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hin. Vor allem Kinder „ertrinken lautlos“, wie die DLRG gegenüber *echo24.de erklärt.

Andere vor dem Ertrinken retten: Was Ersthelfer beachten müssen

Selber einen Rettungsversuch zu starten, ist eine heikle Angelegenheit. Bei Erwachsenen in Not ist eine Rettung nur empfehlenswert, wenn der Rettende sowohl das Gewässer als auch das Gewicht der Person in Not einschätzen kann und mit Rettungsvorgängen vertraut ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Ertrinkende sich an den Retter klammert und beide in Not geraten, weil dieser sich nicht aus dem Klammergriff befreien kann. Lieber sollten sich Ersthelfer nach einem Rettungsring oder großen Stück Holz umsehen, an dem sich der Ertrinkende festhalten kann.

Anders ist das bei kleinen Kindern. Hier können auch ungeübte Retter einen Einsatz riskieren. Vorausgesetzt es handelt sich um ein ruhiges Gewässer, also zum Beispiel einen Badesee oder ein Schwimmbecken. Das Gewässer ist überhaupt ein wichtiges Kriterium – neben dem Wissen um fachgerechte Rettung. Bei Gewässern mit starker Strömung sei es aber ratsam, am Ufer mitzulaufen, sodass die herbeigerufenen Einsatzkräfte sofort wissen, wo sich der Ertrinkende aufhält.

Auch wenn ein Beobachter sich dazu entscheidet, selbst einzugreifen, sollte vorab unbedingt der Notruf abgesetzt werden. Denn in jedem Fall ist anschließend ein Notarzt erforderlich.

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