PETA fordert Hundeführerschein

Kind (9) von Hund an Leine gebissen - Halter entschuldigt sich und haut danach einfach ab

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Das Kind wurde am Oberschenkel verletzt und musste vom Notarzt behandelt werden.

Ein Kind läuft an einem Hund vorbei – und plötzlich schnappt das Tier zu! Genau das ist am Dienstag in Ludwigsburg passiert. Das Opfer ist ein neunjähriger Junge, der am Oberschenkel leicht verletzt wurde. Er musste notärztlich versorgt werden. Der Hundehalter entschuldigte sich mehrfach bei dem Kind, für die Beißattacke, bei der der Hund sogar an der Leine geführt wurde. Allerdings machte er sich anschließend ohne Angabe seiner Daten aus dem Staub.

Am Abend tauchte eine unbekannte Frau, mutmaßlich die Mutter des Hundeführers, bei den Kind auf und entschuldigte sich ebenfalls. Da die Eltern des Neunjährigen nicht zu Hause waren, ging sie aber ebenfalls ohne Angaben von Personalien. Jetzt hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Polizei sucht Zeugen für Beißattacke in Ludwigsburg

Der unbekannte Mann ist etwa 18 - 20 Jahre alt, circa 180 cm groß, schlank und hat kurze hellbraune Haare. Die Frau wurde dahingehend beschrieben, dass sie schwarze lockige, schulterlange Haare hat und mit einer schwarzen Jacke bekleidet war. Der Hund, der mit seinem Kopf etwa Tischhöhe erreicht, hat kurzes weißes Fell mit braunen Flecken, kleine Ohren und war zur Tatzeit an einer Flexi-Leine angeleint.

Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Hundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Tel. 07141 18-9, zu melden. Insbesondere werden die Hundebesitzer gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

PETA fordert Hundeführerschein in Baden-Württemberg

Auch PETA hat sich inzwischen zu dem Fall geäußert. "Viele Menschen können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen, was oftmals zu solch schlimmen Vorfällen wie in Ludwigsburg führt. Die wahre Ursache für Beißattacken liegt häufig nicht beim Tier, sondern am anderen Ende der Leine", so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. "Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer Rasse angehört oder ein Mix ist."

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Die Tierrechtsorganisation macht sich dafür stark, umgehend einen Hundeführerschein in Baden-Württemberg einzuführen. Dieser sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten.

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