Asiatische Tigermücke wird mit Bakterien bekämpft

„Tödlichstes Tier der Welt“ in Ludwigsburg: So soll Bekämpfung gelingen

  • Dominik Jahn
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Die asiatische Tigermücke breitet sich in Baden-Württemberg aus. Jetzt kommt aus dem Kreis Ludwigsburg womöglich die rettende Idee.

Sie ist bereits da! Wie echo24.de berichtet hat, wurde die Asiatische Tigermücke bereits Ende Juli auch in der Region gesichtet - laut Landesgesundheitsamt (LGA) im Landkreis Heilbronn. Die Gefahr: Sie kann verschieden Viren übertragen. Bill Gates bezeichnete die Tigermücke daher in der Vergangenheit schon als „gefährlichstes Tier der Welt“. Jetzt könnte es eine Lösung geben.

Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung meldet, hat die Stadt Ludwigsburg auf die Bedrohung durch die Asiatische Tigermücke reagiert. Maßnahmen gegen eine weitere Vermehrung der Mücken-Gefahr wurden getroffen. Laut dem Bericht hat man dafür „BTI-Tabletten an die Bürger ausgegeben, die diese im Wasser von Regentonnen oder Gartenteichen auflösen können“.

Asiatische Tigermücke in Ludwigsburg: Stadt setzt Bakterien zur Bekämpfung ein

Solche Wasserstellen soll das bedrohliche Insekt gerne als Brutplatz nutzen. Mit BTI hofft man, die Mückenlarven zu vernichten. Das eingesetzte Bakterium greift den Darm an. Wie die Zeitung schreibt, bestehen für Menschen und Tiere - laut Angaben der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mit Sitz am Rhein aber unbedenklich - durch das eingesetzte Mittel keine Probleme.

Bti - Bacillus thuringiensis israelensis 

Der Wirkstoff ist ein Eiweißkristall, das aus dem bodenlebendem Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) gewonnen wird. Es lagert sich bei den Mücken an Rezeptoren von Darmzellen, bringt die Zellen zum Zerplatzen und zerstört damit das Darmepithel.

Baden-Württemberg: Asiatische Tigermücke erstmals 2007 aufgetaucht

Mit Blick auf das aktuelle Wetter in Baden-Württemberg, der wechselhafte und sehr feuchte Sommer und der extrem milde Winter könnten die Bakterien auch für Heilbronn und weitere betroffene Regionen die rettende Lösung sein. Wie das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart in einem Bericht schreibt, war Baden-Württemberg das erste Bundesland, in dem die asiatische Tigermücke nachgewiesen wurde – in 2007 an einer Autobahn-Raststätte bei Weil am Rhein.

Gerne wird die Asiatische Tigermücke in Kleingartenanlagen oder auf Campingplätzen heimisch – überall dort, wo kleinere und größere, natürliche und künstliche Wassergefäße zur Eiablage zur Verfügung stehen. Auch städtische Wohngebiete mit Gärten sind attraktiv.

Asiatische Tigermücke: Mögliche Funde sofort melden

Das Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg erläutert in einem Bericht dazu: „Die Mücke brütet in kleinsten Wasseransammlungen wie offenen Regentonnen, Eimern, Gießkannen, Blumentöpfen, Wasserschalen etc. Diese sollten entweder entfernt beziehungsweise so gelagert werden, dass kein Wasser darin stehen bleibt. Regentonnen können mit einem Mückennetz geschützt werden. Bei Vogeltränken sollte das Wasser mindestens alle drei Tage gewechselt werden, um eine Brut zu vermeiden. Wichtig ist, dass das abgegossene Wasser nicht über einen Gulli (Straßenablauf) in die Kanalisation entsorgt wird, damit einer Ansiedlung in schwer erreichbaren Wasseransammlungen vorgebeugt wird.“

Wer eine Stechmücke findet, bei der der Verdacht besteht, dass es sich um die Asiatische Tigermücke handelt, kann diese Funde den zuständigen Gesundheitsämtern melden.

Rubriklistenbild: © US CfDCaP/dpa

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