Zusammenarbeit mit Fleischkonzern wird deutlich reduziert

Lidl, Aldi & Co.: Tönnies-Fleischskandal hat klare Folgen für den Lebensmittelhandel

  • Daniel Hagmann
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Tausende Corona-Infizierte bei Tönnies! Jetzt reagieren auch Lidl, Aldi & Co. - das sind die Folgen für Deutschlands größten Schlachtbetrieb und das Lebensmittelgeschäft! 

  • Ein Schlachthof des Fleischunternehmens Tönnies in Nordrhein-Westfalen entwickelt sich zum Coronavirus-Hotspot.
  • Handelsunternehmen wie Lidl, Aldi und Rewe ziehen Konsequenzen.
  • Trotz Rückfahren der Zusammenarbeit mit Tönnies scheint die Fleisch- und Wurstversorgung der Kunden sicher zu sein.

Neckarsulm: Lidl & Co. zieht harte Konsequenzen nach Tönnies-Skandal

Vielen ist es schon lange klar: So wie die Fleischindustrie mit Mensch und Tier umgeht, kann es nicht länger weitergehen. Aber seit es beim Fleischkonzern Tönnies in Nordrhein-Westfalen zu einem massiven Coronavirus-Ausbruch gekommen ist, beginnen immer mehr Kunden, aber auch große Unternehmen, umzudenken. Der Lebensmitteleinzelhändler Kaufland und der Discounter Lidl etwa - beide mit Sitz in Neckarsulm - verzichten in der eigenen Fleischproduktion auf fragwürdige Werkverträge. Und nun haben noch weitere Handelsketten Konsequenzen angekündigt.

Wie das Portal chip.de berichtet, beschränken Aldi Süd und Lidl die Zusammenarbeit mit Tönnies. Zumindest vorerst. Zwar werden die Geschäftsbeziehungen mit dem Fleisch-Konzern nicht gänzlich gekappt, allerdings kaufe Discounter Aldi derzeit kein Tönnies-Fleisch aus dem Coronavirus-Hotspot Rheda-Wiedenbrück. Dasselbe gilt offenbar auch für Rewe und dessen Discount-Ableger Penny sowie Edeka und der Edeka-Discounter-Tochter Netto.

Weniger Tönnies-Fleisch bei Lidl, Aldi und Rewe

Doch die Lebensmittelhändler geben im Zuge des Tönnies-Boykotts klare Entwarnung: Die Kunden müssen im Zuge der Maßnahmen keineswegs befürchten, dass es bei Fleischwaren nun zu einem verminderten Angebot und weniger Tierischem auf dem Teller komme. Der Bedarf an den Fleischprodukten bei Lidl, Rewe, Aldi und Co. werde entweder von anderen Tönnies-Standorten wie etwa Meppen und Weißenfels oder von anderen Fleischlieferanten gedeckt. Zum unfreiwilligen Veganer muss also voraussichtlich niemand werden.

Eine Lidl-Sprecherin hatte zudem erklärt, dass sich der Discounter aus Neckarsulm - trotz des Zurückfahrens der Zusammenarbeit mit Tönnies - sich weiterhin mit dem Fleischkonzern in Gesprächen befinde. 

Aufgrund der fragwürdigen Bedingungen für die Tiere und die Beschäftigten in der Firma Tönniesfordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Heilbronn deutlich bessere und strengere Kontrollen in den Schlachtbetrieben der Region, um etwa das Entwickeln künftiger Coronavirus Hotspots zu verhindern.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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