Lidl aus Neckarsulm

Führungschaos bei Lidl? Discounter aus Neckarsulm auf Chef-Suche!

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der Posten des Lidl-Chefs entwickelt sich zum Schleudersitz. Der nächste Vorstandsvorsitzende geht.

  • Lidl aus Neckarsulm sucht einen neuen Chef.
  • Der bisherige Vorstandsvorsitzende verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung.
  • Er war erst seit letztem Jahr Boss des Discounters.

Führungschaos bei Lidl? Discounter aus Neckarsulm auf Chef-Suche

Das Amt als Lidl-Chef ist kein leichtes, schon gar nicht während der andauernden Corona-Krise. Vor rund einem Jahr bekam der Discounter aus Neckarsulm mit Ignazio Paternò einen neuen Chef. Lange hat es den Deutsch-Italiener jedoch nicht an der Spitze der Lidl-Stiftung gehalten. Wie das Unternehmen, das zur Schwarz Gruppe gehört, mitteilte, räumt Paternò auf eigenen Wunsch seinen Posten. Mit sofortiger Wirkung!

Zuvor war der 40-jährige Chef des Discounters in Italien, ehe er als stellvertretender Einkaufschef in die Zentrale nach Neckarsulm wechselte. Die Führung der Lidl-Stiftung übernahm Paternò im April 2019 zunächst jedoch nur kommissarisch, nachdem sein Vorgänger Jesper Hojer hingeschmissen hatte. Erst vor wenigen Monaten übernahm der Deutsch-Italiener dann ganz offiziell die Rolle als Lidl-Boss.

Lidl: Dritter Wechsel seit 2017

Mit dem Rücktritt - über den zunächst die Lebensmittelzeitung berichtete - verliert das Unternehmen seinen dritten Chef seit 2017, als Hojer den Posten von Sven Seidel übernommen hatte, der zwischen 2014 und die Geschicke des Discounters führte. Zunächst wechselte der Manager zur Otto Group, inzwischen leitet er den Mannheimer Pharmahersteller Phoenix.

Seit 2017 hatte Lidl drei Vorstandsvorsitzende. (Symbolbild)

Sowohl Hojer als auch Seidel hatten laut dem Handelsblatt Differenzen mit dem Komplementär der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig. Dieser genießt das Vertrauen des Firmenpatriarchen Dieter Schwarz. Zum Abgang von Paternò teilte die Schwarz Gruppe lediglich mit: „Sein Lebensmittelpunkt in Italien hat ihn dazu bewogen, das Amt aus persönlichen Gründen niederzulegen.“

Lidl: Übergangslösung auf Chefsessel

Bis ein Nachfolger für den Deutsch-Italiener gefunden ist, übernimmt Gerd Chrzanowski kommissarisch den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Lidl-Stiftung. „Damit ist die Leistungsfähigkeit der Sparte gesichert“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatt. Doch da soll der Manager nicht bleiben, denn intern wird der 48-Jährige zum Nachfolger von Gehrig aufgebaut. Bei Lidl hat er nun die Chance, sich zu beweisen.

Für den Manager ist es zeitgleich eine Rückkehr zu seiner beruflichen Wurzel, denn seine Karriere bei Schwarz begann Chrzanowski einst bei Lidl. Doch wie geht es an der Spitze des Discounters - der sich in Untergruppenbach derzeit einen Preis-Krieg mit Edeka liefert - weiter? Die Antwort darauf lautet: „Gemeinsam mit Klaus Gehrig wird er einen geeigneten Vorstandsvorsitzenden entwickeln.“ Bei Lidl hofft man dann wohl auf eine langfristigere Lösung als zuletzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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