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Lehrerproblem im Südwesten: Im neuen Schuljahr massiver Unterrichtsausfall befürchtet

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Auch im Schuljahr 2018/19 könnten wieder vermehrt Stunden ausfallen. Zudem gerät die Inklusion ins Hintertreffen.

Leere Klassen dürften auch im nächsten Schuljahr angesichts des Lehrermangels keine Seltenheit sein.
Leere Klassen dürften auch im nächsten Schuljahr angesichts des Lehrermangels keine Seltenheit sein. © Fotolia

Ein Ende des Lehrermangels ist einfach nicht in Sicht. Auch nicht für das kommende Schuljahr. Besonders betroffen seien Grundschulen, befürchten Verbände. Doch auch die Inklusion leidet massiv unter dem Problem. Eigentlich sollte jedes Kind die Chance auf regulären Unterricht haben. Das ist mittlerweile gesetzlich festgelegt. Doch eine Vertreterin des Grundschulverbandes rät Eltern nun davon ab, von diesem Recht gebrauch zu machen. Dabei haben auch Förderschulen schlicht zu wenig Lehrkräfte.

Inklusion: Im nächsten Schuljahr ein Problem

"Ich würde Eltern nicht ermutigen, ihr behindertes Kind in eine Regelschule zu schicken", erklärt die Vize-Vorsitzende des Grundschulverbandes Magdalene Haug. Die Inklusion sei demnach rückschrittig. Seit 2009 müssen alle Schulen in Deutschland gleichwertig Kinder mit und ohne Behinderung aufnehmen. Doch an der Umsetzung hapert es gewaltig.

Denn: Jede Klasse mit behinderten Kindern braucht neben dem Lehrer einen Sonderpädagogen. Hier fehlten derzeit im Südwesten aber Bewerber für rund 100 Stellen, erklärt Doro Moritz, Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Zudem gäbe es zu wenig Fortbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Und wenn es sie gibt, können die Lehrer sie meist nicht nutzen. Das würde den ohnehin schon überbelasteten Kollegien noch weitere Schwierigkeiten bescheren. echo24.de-Leser forderten schon im Januar, es müsse sich einiges an unseren Schulen ändern.

Unterrichtsausfälle weiterhin befürchtet

Denn generell, sagt Moritz, sei "die Lehrerknappheit auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr". Nach Angaben des Kultusministeriums ist erst im September klar, wie viele Stellen noch offen sind. Zum neuen Schuljahr sind etwa 5.500 Stellen zu besetzen. Zu Anfang des vergangenen Schuljahres waren 672 Stellen offen. Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) stellt aber schon jetzt fest: "Auch im aktuellen Jahr ist die Lage auf dem Bewerbermarkt angespannt."

In der Grundschule werde der Notstand noch dadurch kaschiert, dass im Notfall zwei Klassen unter Aufsicht eines Lehrers eher betreut als unterrichtet würden, sagte Rees. Es komme auch vor, dass Eltern schon am Vormittag eingesetzt würden. Die Grundschulen dürfen die Schüler nicht früher als im Stundenplan vorgesehen nach Hause schicken. Wie die Vertretung genau gehandhabt wird, soll eine neue Erhebung des Ministeriums aufdecken.

Eltern müssen sich auf massive Ausfälle einstellen

Das achtjährige Gymnasium sei eher zum siebenjährigen mutiert, so viele Stunden könnten nicht stattfinden. Heißt: Auch im kommenden Jahr dürften Unterrichtsausfälle, Vertretungsstunden und Elternunterstützung wieder eher die Regel, als die Ausnahme sein. Und zwar an allen Schulformen. Das so krasse Vorfälle wie Mobbing dabei erst recht auf der Strecke bleiben, kommt leider obendrauf.

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