Schwäbisch Hall knackt 400er-Marke

Hotspot Schwäbisch Hall: Inzidenz explodiert – Corona-Tests für Kinder

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  • Melissa Sperber
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  • Violetta Sadri
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Der Corona-Hotspot Schwäbisch Hall hat die 400er-Marke geknackt und steht kurz vor einer 7-Tage-Inzidenz von 500. Jetzt startet eine Teststrategie in Kitas.

Update vom 29. März: Der Landkreis Schwäbisch Hall bleibt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 477,7 (Stand 28. März) der Corona-Hotspot in Baden-Württemberg. Doch was tun, um die Zahlen effektiv und schnell wieder zu senken? Eine konsequente Teststrategie soll Hilfe verschaffen!

Schwäbisch Hall hat am heutigen Montag ein Testkonzept in städtischen Kindertageseinrichtungen gestartet, das berichtet der SWR. Heißt im Klartext: Mindestens zweimal in der Woche müssen Kinder in einer Notbetreuung „mit einem Schnelltest auf eine Corona-Infektion getestet“ werden. Betroffen sind aktuell rund 130 Kinder in städtischen Kitas. Es kann entweder direkt in der zuständigen Einrichtung getestet werden oder ein Ergebnis vorgelegt werden - das gilt auch für die Mitarbeiter. Dazu kommt eine Fiebermessung am Eingang.

Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim sei besorgt über die Entwicklung der Corona-Pandemie in der Stadt und im Kreis Schwäbisch Hall, so der SWR weiter: Innerhalb von 14 Tagen sei das Ausbruchsgeschehen explodiert. Die Folge: strenge Ausgangsbeschränkungen, Maskenpflicht und Quarantäne (wir berichteten am 25. März).

Schwäbisch Hall braucht Hotspot-Hilfe: Inzidenz explodiert auf fast 500

Update vom 28. März: Es ist so weit: Der Mega-Hotspot Schwäbisch Hall hat die 400-er-Inzidenz-Marke überschritten. Der Landkreis steht sogar kurz davor, die 7-Tage-Inzidenz von 500 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner zu knacken. Aktuell hat der Landkreis Schwäbisch Hall eine Inzidenz von 475,2 (Stand: 27. März). Damit belegt der Landkreis definitiv den traurigen Platz eins – Schwäbisch Hall ist der einzige Landkreis in Baden-Württemberg, der eine Inzidenz von über 400 hat.

Derzeit belegen in Baden-Württemberg die Landkreise Hohenlohekreis (269,9) und Sigmaringen (221,6) die beiden Plätze dahinter mit den höchsten Inzidenzen des Landes. Generell ist die Tendenz in Baden-Württemberg und ganz Deutschland steigend, was die Neuinfektionen angeht.

In Baden-Württemberg bewegen sich momentan 28 Land- und Stadtkreise zwischen einer 7-Tage-Inzidenz von 100 und 200, darunter auch der Land- und Stadtkreis Heilbronn. In allen Kreisen, die über mehrere Tage eine Inzidenz von über 100 aufweisen, wird die Notbremse gezogen. Lediglich 13 Stadt- und Landkreise haben eine 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100, darunter auch Tübingen. Unter einer Inzidenz von 50 gibt es in Baden-Württemberg gerade keinen Kreis.

Kreis Schwäbisch-Hall: Inzidenz explodiert - Bitte um Hotspot-Hilfe

Update vom 25. März: Der Kreis Schwäbisch Hall ist derzeit Mega-Hotspot. Die 7-Tage-Inzidenz ist die höchste von allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg und liegt am Mittwoch bei 378,12. Es gilt die Maskenpflicht in der Stadt Crailsheim, Stadt Schrozberg, Stadt Schwäbisch Hall und Stadt Gaildorf. Außerdem wurde eine ganztägige Ausgangssperre verhängt! Die Wohnung oder das Haus dürfen Bürgerinnen und Bürger nur in Ausnahmefällen verlassen.

Ausnahmen für die Ausgangsbeschränkung

•   Abwendung einer konkreten Gefahr für Leib, Leben und Eigentum
•   Erlaubte Veranstaltungen und die Durchführung von Wahlen
•   Versammlungen
•   Veranstaltungen von Religions-, Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie Beerdigungen
•   Berufliche Tätigkeiten sowie Teilnahme an Übungen und Einsätzen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes sowie des Katastrophenschutzes
•   Besuch von geöffneten Einrichtungen/Einzelhandel
•   Verwandtschaftliche Besuche mit einer Person
•   Inanspruchnahme medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Leistungen
•   Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen und minderjährigen Personen, insbesondere die Wahrnehmung des Sorge-und Umgangsrechts im jeweiligen privaten Bereich
•   Begleitung und Betreuung von sterbenden Personen und von Personen in akut lebensbedrohlichen Zuständen
•   Handlungen zur Versorgung von Tieren sowie Maßnahmen der Tierseuchenprävention und zur Vermeidung von Wildschäden
•   Besuch der Notbetreuung
•   Prüfung und Prüfungsvorbereitung sowie der Schulbesuch
•   Veranstaltungen des Studienbetriebs
•   Sport und Bewegung im Freien alleine oder mit einer weiteren Person oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts. Kinder bis 14 Jahren zählen dabei nicht mit
•   Pflege und Erhaltung von Gartenanlagen, Grünflächen, Grundstücken sowie die Brennholzaufbereitung
•   Sonstige wichtige Gründe
Nähere Informationen finden Sie in der Allgemeinverfügung.

Schulen und Kindestageseinrichtung sind geschlossen, sowie der Einzelhandel. Erst ab einer Inzidenz von unter 200 drei Tage in Folge verlieren die Maßnahmen ihre Gültigkeit. Doch davon ist der Kreis Schwäbisch Hall noch weit entfernt. Der Kreistag sowie alle Kommunen fordern nun eine Corona-Hotspothilfe. Bund und Land sollen bei einer neuen Hotspot-Strategie sowie mehr Impfstoff Unterstützen. Die Bitte ging an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Landessozialminister Manfred Lucha hatte zuletzt die Anfrage nach mehr Impfstoff für den Kreis abgelehnt, berichtet swr.de.

Der Bürgermeister der Stadt Crailsheim hofft auf eine schnelle Reaktion der Regierung. „Wir müssen jetzt im Landkreis Schwäbisch Hall die Impfkampagne auf die Menschen ausweiten, die unsere regionale Wirtschaft am Laufen halten. Sonst werden in naher Zukunft wirklich Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und das darf nicht passieren und deswegen muss zusätzlicher Impfstoff prioritär in den Landkreis Schwäbisch Hall geliefert werden.“

Ausgangssperre! Im Landkreis Schwäbisch Hall explodiert die Inzidenz

Erstmeldung vom 19. März: Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt weiter deutlich an. Stand 18. März melden nur noch vier der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50. Einige Regionen mussten bereits die „Notbremse“ ziehen und erste Lockerungen wieder zurücknehmen. Im Landkreis Schwäbisch Hall ist die derzeitige Lage so dramatisch, dass ab Samstag die Einschränkungen sogar noch einmal verschärft werden. Konkret geht es um eine strenge Ausgangssperre.

Inzidenz im Landkreis Schwäbisch Hall explodiert: Harte Ausgangssperre verhängt

Der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität, sagt Landrat Gerhard Bauer gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur. „Wir müssen die Kontaktbeschränkungen noch einmal verschärfen und die Ausgangssperre tagsüber erlassen.“ Das Verlassen der eigenen Wohnung sei ab Samstag nur noch aus triftigem Grund erlaubt. Solche Gründe sind zum Beispiel Einkaufen oder der Weg zur Arbeit. Auch die Bewegung an der frischen Luft wird laut Landratsamt weiterhin möglich sein.

In Schwäbisch Hall gibt es bereits eine nächtliche Ausgangssperre. Die wurde erlassen, als die 7-Tage-Inzidenz in Schwäbisch Hall die Marke von 100 knackte. Die nächtliche Ausgangssperre ist in der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg vorgeschrieben, wenn ein Stadt- oder Landkreis einen Inzidenzwert von über 100 meldet. Doch trotz der geltenden nächtlichen Ausgangssperre will der Inzidenzwert in Schwäbisch Hall einfach nicht sinken. Stand 18. März beträgt der Wert erschreckende 292,7.

Landkreis Schwäbisch Hall: Schrozberg mit Inzidenz über 1.200

Mit einer Inzidenz von 1237,3 ist Schrozberg die vom Coronavirus am schlimmsten betroffene Region in Schwäbisch Hall. Um die Lage in der Kleinstadt in Griff zu bekommen, gelten hier besonders strenge Maßnahmen. Ab Samstag muss im ganzen Stadtgebiet ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Neben dem Landkreis Schwäbisch Hall kämpfen in Baden-Württemberg auch einige andere Regionen mit hohen Inzidenzwerten. Nach Schwäbisch Hall meldet der Landkreis Rastatt mit 184,5 die höchste Inzidenz.

14 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg melden eine 7-Tages-Inzidenz von über 100. Das geht aus der Mitteilung des Landesgesundheitsamts vom 18. März hervor. In allen Region mit einer Inzidenz ab 100 schreibt die Verordnung der Landesregierung eine Verschärfung der Maßnahmen vor. Heißt: Der Einzelhandel darf nur noch Click&Meet anbieten, die Kontaktbeschränkungen werden verschärft und im Ernstfall wird eine nächtliche Ausgangssperre erlassen.

Die Kleinstadt Schrozberg meldet eine 7-Tage-Inzidenz von über 1.000. Ab Samstag gilt deshalb eine strenge Ausgangssperre.

Nicht nur Schwäbisch Hall: Inzidenzen in ganz Baden-Württemberg hoch

Die steigenden Inzidenzwerte in den Stadt- und Landkreisen wirken sich zunehmend auch auf die landesweite Inzidenz aus. Stand 18. März liegt die mit 89 nahe an der 100. Am 22. März findet der nächste Corona-Gipfel von Bund und Ländern statt. Die hohen Inzidenzwerte in Deutschland dürften einer der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung sein. Aber auch die Frage, inwieweit es Lockerungen zu Ostern geben kann, wird aller Voraussicht nach für Diskussionen sorgen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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