Fahrzeugkolonnen durch den Landkreis

Kreis Heilbronn: Große Katastrophenschutzübung – alle Infos

Wenn sich Fahrzeuge als Verband gekennzeichnet bewegen, gelten sie rein rechtlich als ein einzelnes Fahrzeug.
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Wenn sich Fahrzeuge als Verband gekennzeichnet bewegen, gelten sie rein rechtlich als ein einzelnes Fahrzeug. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Wie funktioniert eine Fahrzeugkolonne, wenn Katastrophen-Alarm ausgerufen wurde? Das üben die Einsatzkräfte am Samstag im Kreis Heilbronn. Das ist die Marschroute:

Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich am Samstag (25. September) im Landkreis Heilbronn, wenn das Landratsamt eine Katastrophenschutzübung durchführt. Denn bis zu 30 Fahrzeuge üben das Fahren im geschlossenen Verband – also Kolonnenfahrten – im Ernstfall. Um acht Uhr früh startet der Zug und schlängelt sich dann durch den Landkreis. Diese Übung dient allerdings nicht nur den Einsatzkräften, sondern vor allem auch den Bürgern, die im Straßenverkehr unterwegs sind.

Denn – was viele nicht wissen – so ein geschlossener Verband darf eine Kreuzung auch bei roter Ampel überqueren, solange die Ampel beim ersten Fahrzeug noch grün angezeigt hat. In einer Mitteilung des Landkreises heißt es: „Diesen Vorrang müssen andere Verkehrsteilnehmer gewähren und dürfen den Verband nicht unterbrechen. Beim Überholen des geschlossenen Verbandes ist eine Unterbrechung gestattet.“ Allerdings gibt es hierbei auch Ausnahmen.

Übung für den Katastrophenfall: Im Kreis Heilbronn ist am Samstag eine Kolonne unterwegs – so erkennt man sie

Beispielsweise wenn ein Verkehrsteilnehmer den geschlossenen Verband überholen möchte, ist eine Unterbrechung inmitten der Kolonne gestattet. Dazu darf sich ein Auto-, Motorrad- oder Radfahrer in die Zwischenräume im Verband einreihen, die ab einer bestimmten Verbandslänge vorgeschrieben sind. Aber wie erkennt man eigentlich einen solchen geschlossenen Verband?

Das ist ganz einfach – denn die Kolonnen von beispielsweise Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, THW oder DRK sind meist markiert. Häufig tragen alle Fahrzeuge bis auf das letzte auf der Fahrerseite eine blaue Flagge. Das letzte Fahrzeug führt dann zur Kennzeichnung des Verbands-Endes eine grüne Flagge. Auch können Schilder mit Aufschriften wie „Achtung Kolonne“ am ersten Fahrzeug angebracht werden – und die teilnehmenden Fahrzeuge können ihr Blaulicht ohne Martinshorn einschalten.

Übung für den Katastrophenfall: Im Kreis Heilbronn ist am Samstag eine Kolonne unterwegs - die Route:

Die Marschroute der Katastrophenschutzübung am Samstag (25. September) startet um 8.00 Uhr früh in Bad Friedrichshall am Feuerwehrhaus (Jagstfelder Straße 12). Dort werden die Fahrer zunächst eine Stunde lang durch einen Fahrlehrer eingewiesen und die Fahrzeuge werden kontrolliert. Dann geht es los, in einer geschlängelten Route bis nach Möckmühl, von dort über Widdern und Weinsberg durch Obersulm und Löwenstein bis nach Wüstenrot. Dann durchquert der geschlossene Verband Lauffen am Neckar, Brackenheim, Güglingen, Pfaffenhofen und Zaberfeld – schließlich endet die Kolonne dann in Eppingen.

Die Route führt durch Ortschaften, über Landstraßen und sogar ein Stück über die Autobahn A81. Dabei weist der Landkreis in einer Mitteilung darauf hin, dass die Fahrtgeschwindigkeit des geschlossenen Verbandes meist nur zwischen 30 und 40 km/h beträgt und dringend beachtet werden muss. Wann die Kolonne am Zielort ankommen soll, ist bisher nicht klar. Wer also morgen nochmal das Spätsommerwetter in der Region rund um Heilbronn genießen will und sich mit dem Auto aufmacht, sollte im Zweifel Geduld mitbringen.

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