Immer mehr Covid-19-Fälle aus Kroatien

Coronavirus Baden-Württemberg: Kroatien teils Risikogebiet - Reisewarnung!

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Urlauber aus Kroatien steigt in Baden-Württemberg. Jetzt sind Teile Kroatiens Risikogebiete.

  • Infektionen mit dem Coronavirus bei Reiserückkehrern steigen auch in Baden-Württemberg.
  • Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat deswegen eine klare Forderung an Bund und Land.
  • Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht Druck.

Baden-Württemberg: Diese Teile in Kroatien sind nun Risikogebiet - Reisewarnung

Update vom 20. August, 15.10 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt und steigt - in Heilbronn wurde sogar die Corona-Vorwarnstufe erreicht. Zuvor kamen viele Reiserückkehrer mit dem Coronavirus infiziert zurück aus dem Urlaub - vor allem aus Kroatien kommen viele Corona-Infektionen. Deshalb hat das auswärtige Amt eine Reisewarnung für Teile Kroatiens ausgesprochen, meldet die Deutsche Presseagentur (dpa). 

Das Infektionsaufkommen nimmt in den vergangenen Wochen immer mehr zu. "In den Gespanschaften Šibenik-Knin und Split-Dalmatien liegen die Inzidenzen derzeit bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage", betonte das Auswärtige Amt.

Was bedeutet das für Urlauber? Es gilt die Testpflicht für heimkehrende Urlauber. Bis das Ergebnis des Tests vorliegt, müssen sich die Betroffenen in häusliche Quarantäne begeben. Ausschlaggebend für die Einstufung als Risikogebiet sind 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einem Staat oder einer Region. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Kroatien teils Risikogebiet - Reisewarnung!

Die kroatische Tourismusbranche fürchtet eine weitreichende Reisewarnung. 180.000 deutsche Urlauber hielten sich bisher in Kroatien auf, die meisten davon auf der nördlichen Halbinsel Istrien. Dort gebe es nur wenige Corona-Infektionen, erklärt Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Romeo Draghicchio. 

Die Behörden meldeten am Mittwoch einen Höchstwert von 219 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Nun werden Maßnahmen eingeleitet, um die Situation im Griff zu behalten. So müssen Clubs nun um Mitternacht schließen. Außerdem gelten Abstandsregeln sowie Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie in geschlossenen öffentlichen Räumen.

Immer mehr Urlauber aus Kroatien kehren mit Covid-19 nach Baden-Württemberg zurück.

Die Tourismusbranche ist für Kroatien sehr wichtig. Sie macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die Saison dauert meistens bis Oktober. Im Falle einer Reisewarnung würde ein Großteil der Einkommen wegfallen. Österreich und Italien haben bereits eine Reisewarnung für Kroatien verhängt. Am Donnerstag wollte das Nachbarland Slowenien ebenfalls eine Warnung aussprechen.

Coronavirus Baden-Württemberg: Kroatien bald Risikogebiet? Druck wächst!

Update vom 18. August, 21 Uhr: Wie soll man mit Reise-Rückkehrern aus Kroatien umgehen? Diese Frage stellen sich aktuell Politiker in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Denn die Zahl der mit Corona infizierten Rückkehrer aus dem osteuropäischen Land steigt stark. Jetzt müssen die Verantwortlichen reagieren.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, erhöhen den Druck und fordern die Bundesregierung auf, Kroatien zum Risikogebiet zu erklären. Ein Sprecher des Stuttgarter Staatsministeriums erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Kretschmann und Söder hätten einen entsprechenden Schritt am Dienstag vereinbart. 

Der baden-württembergische Ministerpräsident versteht demnach nicht, warum diese Reisewarnung nicht bereits ausgesprochen worden sei. Sobald das Robert-Koch-Institut ein Land als Risikogebiet einstuft, müssen Urlauber, die aus diesem Land zurückkommen, einen Corona-Test durchführen lassen. Bis sie das Ergebnis erhalten, gilt für sie Quarantäne-Pflicht.

Immer mehr Corona-Infektionen aus Kroatien – Stuttgarts OB fordert drastischen Schritt

Erstmeldung vom 18. August, 18 Uhr: Mit dem Coronavirus infiziert aus dem Urlaub zurück nach Deutschland und Baden-Württemberg? Meldungen wie diese häufen sich in den letzten Tagen immer mehr. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass drei Abiturienten aus Fellbach bei Stuttgart sich mit Sars-COV-2 angesteckt hatten - in Kroatien. Sie waren infiziert aus der kroatischen Partyhochburg Novalja zurückgekehrt (wir berichteten). Mit 20 weiteren Abiturienten waren die drei Infizierten auf Abifahrt.

Nicht der einzige Fall dieser Art! Bereits Anfang August wurde bekannt, dass Abiturienten aus dem Kreis Göppingen sich auf ihrer Reise mit dem Coronavirus infiziert hatten. Vom 24. Juli bis zum 2. August waren sie bei einer Reise dabei, die von einem Hamburger Party-Veranstalter organisiert worden war. Ist es also an der Zeit, etwas gegen die steigenden Zahlen von infizierten Reiserückkehrern aus Kroatien zu unternehmen?

Coronavirus Baden-Württemberg: Viele infizierte Reiserückkehrer aus Kroatien

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn findet dazu klare Worte - und fordert "schärfere Reaktionen von Bund und Land", wie die dpa berichtet. Kuhn: "Gerade mit Hinblick auf das Reiseziel Kroatien muss etwas getan werden. Der Druck ist da. Zu viele Reiserückkehrer kommen mit einer Infektion aus europäischen Ländern zurück, für die es noch keine Reisewarnung gibt."

Der Hintergrund für die deutliche Forderung von Stuttgarts Oberbürgermeister ist ernst: Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes stammt jede vierte registrierte Infektion mit dem Coronavirus der vergangenen rund zwei Monate aus dem Ausland und von Urlaubern. Bei insgesamt fast 3.400 Fällen erreichte der Anteil der infizierten Rückkehrer 26 Prozent (Stand 17. August). 

Fast eine Woche zuvor (12. August) lag er noch bei 21 Prozent. Die meisten Fälle (23 Prozent) gehen zwar auf den Kosovo als Infektionsland zurück. Weitere etwa 15 Prozent stammen aber aus Kroatien, wo die Zahl der erkrankten Urlauber innerhalb einer Woche deutlich gestiegen ist.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn fordert schärfere Reaktionen auf Corona-Infektionen aus dem Ausland.

Coronavirus Baden-Württemberg: Fritz Kuhn fordert, dass Kroatien zum Risikogebiet erklärt wird

Kuhns Vorschlag? Kroatien solle sofort zum Risikogebiet erklärt werden! Österreich hatte genau das bereits vor einigen Tagen getan und eine Reisewarnung für das beliebte Urlaubsziel ausgesprochen. Stuttgarts Oberbürgermeister hält auch eine Alternative für denkbar - klar ist jedoch, dass etwas getan werden muss. 

Kuhn: "Eine andere Option ist, statt ganzer Länder einzelne Regionen zu Risikogebieten zu erklären." Ebenso möglich sei nach Meinung Kuhns auch eine Testpflicht für Reiserückkehrer, die aus Ländern oder Regionen mit einer hohen Infektionsgefahr zurückkehrten.

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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