Polizei rettet Schäferhund aus Hitzefalle

Hund im 49 Grad heißen Auto „vergessen“ – Besitzer kassiert heftige Ansage

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
    schließen

Ein Auto im Kreis Ludwigsburg wurde für einen Schäferhund zur Hitzefalle. Der Besitzer hatte offenbar nicht an die Temperatur im Wagen gedacht.

Kaum ist es einige Tage warm häufen sich schon wieder diese ätzenden Meldungen. Herrchen und Frauchen, die ihre Vierbeiner im Auto zurücklassen und vergessen, dass sich dieses auch im Schatten binnen Minuten zur Hitzefalle entwickeln kann. Auch ein aktueller Fall aus Tamm im Kreis Ludwigsburg unterscheidet sich da leider nicht. Der Besitzer bekam nicht nur eine Anzeige, sondern auch eine Ansage, die er hoffentlich so schnell nicht vergisst.

Am Dienstag, 8. Juni, entdeckten Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienst in Tamm einen älteren Schäferhund in einem geparkten Skoda in der Straße „Im Länderrain“. Beim Auto waren sämtliche Fenster geschlossen. Draußen herrschten bereits gute 20 Grad – auch wenn am Himmel viele Wolken standen.

Kreis Ludwigsburg: Hund im 49 Grad heißen Auto „vergessen“

Der Hund hechelte sehr stark. „Zudem hatte das Tier kein Wasser und die Scheiben waren bereits leicht beschlagen“, teilt die Polizei Ludwigsburg mit, die wegen der gefährlichen Situation alarmiert worden war. Auch die Hundestaffel wurde hinzugezogen.

Vor Ort versuchten die Polizisten den Fahrer des Wagens zunächst ausfindig zu machen – ohne Erfolg. Weil das Öffnen des Fahrzeugs nicht möglich war, schlug eine Beamtin schließlich mit einem Notfallhammer die Seitenscheibe des Skodas ein.

Kreis Ludwigsburg: Polizei rettet Schäferhund aus heißem Auto

Unfassbar: „Es stellte sich heraus, dass im Fahrzeug eine Temperatur von 49 Grad herrschte“, heißt es von der Polizei. Für den Hund hätte das in kurzer Zeit lebensbedrohlich werden können. Denn ähnlich wie beim Menschen steigt auch bei Hunden die Körpertemperatur bis zur Überhitzung. Ein folgender Kreislaufzusammenbruch führt im schlimmsten Fall zum Tod.

„Es stellte sich heraus, dass im Fahrzeug eine Temperatur von 49 Grad herrschte.“

Polizei Ludwigsburg

Der Schäferhund in Tamm hatte gerade noch Glück, dass ihn die aufmerksamen Helfer entdeckten. Er wurde aus dem Auto befreit, im Schatten abgelegt und mit Wasser versorgt.

Hund in heißem Auto eingeschlossen: Besitzer bekommt Anzeige und Ansage

Erst dann kehrte der 44 Jahre alte Besitzer zu seinem Fahrzeug zurück. Nach bisherigen Erkenntnissen haben der Mann „schlicht vergessen, die Fenster geöffnet zu lassen“. Laut Polizei zeigte er sich einsichtig.

„Letztendlich war der Hund wieder wohlauf und wurde in die Obhut des 44-Jährigen gegeben“, erklärt die Polizei. Dennoch kam er nicht ungeschoren davon. Neben einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz geht auch eine deutliche Ansage der Polizei in seine Richtung.

Kreis Ludwigsburg: Polizei macht deutliche Ansage zu Hunden in Autos

„Anscheinend gibt es noch Unklarheiten bezüglich Hunden in Autos. Wir haben dazu mal ein Flussdiagramm erstellt“, schreibt die Polizei Ludwigsburg auf Facebook. Und liefert eine beißend ironische Grafik dazu. Die einfache aber deutliche Botschaft an alle: „Hund im heißen Auto – gute Idee? Nein.“

Diese ironische Grafik veröffentlichte die Polizei Ludwigsburg zum Fall eines im heißen Auto zurückgelassenen Schäferhunds.

Zu hoffen ist, dass die Ansage auch bei anderen sitzt. Denn leider ist der zurückgelassene Schäferhund längst kein Einzelfall. Einen Hund rettete die Tierrettung, während die Besitzer im Freizeitpark waren. Bei einer anderen Familie befreite die Polizei den Hund aus dem Auto und ließ eine Nachricht zurück, weil die Besitzer am Badesee waren.

Zum Glück gab es in beiden Fällen ebenfalls aufmerksame Beobachter. Die dürften sich gefragt haben, ob sie im Zweifelsfall die Scheibe einschlagen dürfen, wenn ein Hund in der Hitzefalle sitzt. Die Rechtslage ist hier allerdings nicht ganz einfach. Nur, wenn sichergestellt ist, dass der Besitzer nicht in der Nähe ist, darf radikal reagiert werden. Außerdem muss akute Lebensgefahr für das Tier im Auto bestehen.

Rubriklistenbild: © Stephan Jansen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema