Fall existiert, aber nicht SO

Kinder von Männern angesprochen! Neue Ermittlungsergebnisse der Polizei

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Eine Nachricht via WhatsApp soll derzeit Eltern in Kleinbottwar warnen. Die Polizei listet die Fakten dahinter auf.

Schulkinder seien von zwei Männern angesprochen und aufgefordert worden sein, in ihr Auto zu steigen. Das zumindest behauptet eine WhatsApp-Nachricht, die derzeit in Kleinbottwar kursiert. Die Polizei kennt die Nachricht und erklärt nun: "Bitte keine Panik verbreiten." Denn die Fakten scheinen so nicht zu stimmen.

+++Update 21. März - Kleinbottwar: Polizei erklärt Situation im WhatsApp-Fall+++

In den vergangenen Tagen gab es insgesamt drei Hinweise verschiedener Kinder, die von merkwürdigen Begegnungen mit ihnen unbekannten Männern berichteten.

Kleinbottwar: Drei Vorfälle, in denen Kinder angesprochen wurden

Der erste Vorfall wurde durch zwei sieben und acht Jahre alte Geschwister mitgeteilt. Sie warteten am Mittwoch vergangener Woche nach Schulschluss an einer Bushaltestelle. An dieser Haltestelle befand sich ein ihnen unbekannter Mann, der sie ansprach. Der Mann soll versucht haben, den Siebenjährigen an der Hand zu greifen und ihn zum Mitkommen aufgefordert haben. Der Unbekannte stieg dann, wie die Kinder auch, in den ankommenden Bus. Er verließ ihn allerdings wieder, als er vom Busfahrer erfahren hatte, dass er nicht in die Richtung fuhr, in die er wollte.

Von einer ähnlichen Situation berichtete ein sechsjähriger Bub, der am Dienstag gegen 12.30 Uhr in der Nähe Grundschule vom Fahrer eines silbernen Kleinwagens angesprochen worden war. Über das geöffnete Beifahrerfenster soll der Mann dem Jungen Eis und Geld angeboten haben. Als das Kind beide Angebote ausschlug, fuhr der Unbekannte davon. Zum Einsteigen war der Junge nicht aufgefordert worden.

Während Beamte des Polizeipostens Steinheim an der Murr am Mittwoch Überwachungsmaßnahmen durchführten, erfuhren sie schließlich, dass sich ein weiteres Mädchen an die Schulleitung gewandt hatte, da sie ebenfalls eine merkwürdige Begegnung mit einem Mann gehabt habe.

Polizei in Kleinbottwar unterwegs: Mädchen erfindet Geschichte

In allen drei Fällen nahm der Polizeiposten Steinheim an der Murr direkt die Ermittlungen auf. Obgleich das geschilderte Verhalten der Männer eigenartig erscheint, stellt das bloße Ansprechen von Kindern kein strafrechtlich relevantes Verhalten dar. Darüber hinaus ergaben sich zwischen den beiden erstgeschilderten Vorfällen keine Zusammenhänge. Die polizeiliche Befragung des Mädchens am Donnerstagmorgen ergab, dass sie den gegenüber der Schulleitung dargestellten Sachverhalt frei erfunden hatte.

Auch in Heilbronn-Bretzfeld kursierte eine Meldung von Unbekannten, die Kinder aus einem Auto heraus ansprechen. Doch Der Polizei lag keine Anzeige vor.

Kleinbottwar: Hinweise der Polizei für Eltern

Die Polizei rät den Eltern mit ihren Kindern über derartige Sachverhalte zu sprechen. Erklären Sie ihnen dabei auch, wie sie sich beim Ansprechen durch Unbekannte verhalten sollen:

- Verdächtige Personen bitte sofort der nächsten Lehrkraft melden. - Nach Möglichkeit die verdächtige Person/das verdächtige Fahrzeug beschreiben und das Kennzeichen notieren. Keinesfalls zu Fremden ins Auto einsteigen.

- Die Kinder sollten wissen, dass ihre Eltern niemals ihnen fremde Personen mit der Abholung von der Schule beauftragen würden.

- Kinder sollten lernen, deutlich "Nein" zu sagen. - In Gefahrensituationen gilt: Laut sein (um Öffentlichkeit herzustellen) und von dem Fremden weglaufen.

- Fremde Personen immer mit "Sie" anreden, so wird eine persönliche Distanz signalisiert.

Polizei warnt in Kleinbottwar: WhatsApp birgt auch Gefahren 

Dass das Bekanntwerden solcher Sachverhalte zur Verunsicherung bei Eltern führt, ist nachvollziehbar. Das Teilen von Whatsapp-Nachrichten und Facebook-Post, um andere Eltern zu "warnen", birgt jedoch die Gefahr der Verbreitung von Aussagen, die nicht den vorliegenden Fakten entsprechen.

Deshalb bittet die Polizei darum, verdächtige Wahrnehmungen umgehend der örtlichen Polizeidienststelle bzw. über Notruf zu melden.

+++Stand 20. März -Kleinbottwar: Hintergrund stimmt, aber Fakten verdreht+++

"Die Polizei hat einen Hinweis erhalten, dass ein sechsjähriger Junge am Dienstag gegen 12.30 Uhr im Bereich Schule an der Bottwar (Kleinbottwar) angesprochen worden sein soll", schreibt die Polizei Ludwigsburg auf Facebook.

Demnach habe EIN Mann ihn angesprochen und ihm Eis und Geld angeboten. Er forderte ihn aber NICHT auf, in sein Auto einzusteigen und fuhr mit dem silbernen Kleinwagen anschließend weiter.

WhatsApp-Nachricht warnt Eltern: Polizei empfiehlt anderes Verhalten

Auch wenn diese Nachricht für Eltern beunruhigend ist, das Verhalten des Mannes ist so zunächst nicht strafbar gewesen. Fakten auf WhatsApp zu verdrehen und extremer darzustellen, führt hier vielleicht zu unnötiger Panik.

"Selbstverständlich nehmen wir eine derartige Schilderung ernst und führen Überwachungsmaßnahmen durch", erklärt die Polizei. Statt Panikmache unter Eltern solle man mit seinen Kindern sprechen und Beobachtungen gegebenenfalls den Beamten melden.

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