"Die Pobacken sollten nicht raushängen"

"Pobacken sollten nicht raushängen": So sexy darf Schule

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HN-Böckingen, Elly-Heuss-Knapp-Gemeinschaftsschule
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Im wahrsten Sinne des Wortes ein heiß diskutiertes Thema: Kleiderordnung an Schulen. Wie wenig darf es tatsächlich sein, wenn die Temperaturen steigen?

Die Hitzewelle der vergangenen Tage hat so ziemlich jeden ins Schwitzen gebracht: Bauarbeiter, Köche und auch Schüler. Denn Hitzefrei gibt's nicht mehr - zumindest nicht an weiterführenden Schulen. Bei solch heißen Temperaturen eine lange Hose tragen zu müssen, kann dann natürlich nerven. Eine Schule in Hamburg entschied dennoch: Schülerinnen und Schüler dürfen keine kurze Röcke, keine bauchfreien Shirts und keine Mützen mehr tragen! Wie sieht das hier in der Region aus?

Harald Schröder, Schulleiter der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Heilbronn, erklärt: "Eine offizielle Schulkleidung gibt es bei uns nicht. Die Schüler sollten sich aber angemessen kleiden." Was nicht geht: Bauchfreie Tops und kurze Hosen, die nicht mehr von Unterwäsche zu unterscheiden sind. Schröder: "Ich sag's mal so: Die Pobacken sollten natürlich nicht rausschauen."

Verständlich! Was passiert aber, wenn diese inoffiziellen Regeln der Gesamtschule nicht eingehalten werden? Nach Hause geschickt wird grundsätzlich keiner. Dafür hat die Schule eine andere Lösung parat: Wenn ein Schüler nicht angemessen gekleidet ist, muss er sich in ein XXL-T-Shirt der Schule werfen. Beim Gedanken daran, wie sexy das dann aussehen mag, wählen die Schüler wohl eher ein regelkonformes Outfit.

Was haltet ihr von einer Kleiderordnung an Schulen?

Auch wenn es offiziell kein Hitzefrei mehr gibt: Ab und zu bestätigen Ausnahmen eben die Regel. Schröder gesteht: "In der letzten Woche gab es einen Tag, an dem wir den Nachmittagsunterricht ausfallen lassen haben. Ich muss dabei ja auch an die Lehrer denken."

Christoph Eberlein, Gesamtelternbeiratsvorsitzender für den Raum Heilbronn, ist da teilweise anderer Meinung: "Kleiderordnungen an Schulen finde ich persönlich nicht sinnvoll. Kleidung drückt schließlich auch Persönlichkeit aus. Zum Erwachsenwerden gehört die Kleiderwahl dazu, die von persönlichem Geschmack, dem Umfeld und ähnlichen Faktoren geprägt ist." Außerdem dürfen laut Eberlein bei der Kleiderwahl Missgriffe passieren und den persönlichen Stil müsse man auch erst finden. Notfalls sollte das Lehrpersonal den betreffenden Schülern einen mündlichen Hinweis geben.

Andererseits betont Eberlein auch, dass Herrenunterhemden als Oberbekleidung, sehr knappe Hosen oder Röcke eher der Freizeitkleidung vorbehalten bleiben sollten. Eberlein: "Die Schulzeit ist ein wichtiger Lebensabschnitt und sollte auch durch Kleidung gewürdigt werden. Das machen ja die Lehrer genau so, da kommt auch keiner im bauchfreien Top."

In Öhringen sieht's ähnlich aus wie in Heilbronn. Eine klar definierte Kleiderordnung gibt es nicht, allerdings gilt für Mädchen und Jungen dasselbe. Schulleiter Lutz Jungblut erklärt: "Es sollte zumindest so sein, dass die Damen nicht zu freizügig gekleidet sind. Die Jungs tragen ja ganz gern lockere Hosen, diese sollten aber nicht runterrutschen."

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