Zahlreiche Durchsuchungen in der Region

Verdacht auf Kinderpornografie: Polizei führt Razzia durch

Kinderfotos im Netz
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Am Dienstag hat das Polizeipräsidium Heilbronn zahlreiche Wohnungen durchsucht. Der Verdacht: Besitz und Verbreitung von kinderpornografischem Material!
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    VonSimon Mones
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In mehreren Landkreisen hat das Polizeipräsidium am Dienstag Wohnungen durchsucht. Der schreckliche Verdacht: Besitz und Verbreitung von kinderpornografischem Material.

Am Dienstag hat das Polizeipräsidium Heilbronn in einer groß angelegten Aktion 33 Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten in insgesamt drei Landkreisen durchgeführt. Insgesamt waren mehr als 80 Beamte der Kriminal- und Schutzpolizei sowie des Polizeipräsidiums im Einsatz.

Wie die Polizei mitteilte, wurde in mehreren Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaften Mosbach, Heilbronn und Ellwangen 42 Personen identifiziert, die beschuldigt werden, sich oder Dritten kinderpornografisches Material verschafft zu haben. Im Hohenlohekreis (10), Neckar-Odenwald-Kreis (10) und dem Main-Tauber-Kreis (13) haben die Beamten zahlreiche Wohnungen durchsucht und Beweismittel gesichert - überwiegend handelte es sich dabei um Smartphones, Computer und Speichermedien.

Kampf gegen Kinderpornografie: Polizei Heilbronn gründet Ermittlungsgruppe

Die Datenträger müssen nun ausgewertet werden, die Ermittlungen dauern weiter an. Neun Beschuldigte konnten laut der Polizei Heilbronn am Dienstag nicht angetroffen werden, diese Durchsuchungen werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Gegenüber der Heilbronner Stimme stellte Polizeisprecher Carsten Diemer indes klar: „Es handelt sich nicht um einen Pädophilenring!“

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) bezeichnete die Durchsuchungsaktion des Polizeipräsidiums Heilbronn als großen Erfolg, wie der SWR berichtet. Bereits im Frühjahr hatte die Kriminalpolizei Heilbronn die 13-köpfige Ermittlungsgruppe „EG Hydra“ ins Leben gerufen, um diesen Deliktsbereich zu bekämpfen. Diese hat sich seit ihrer Gründung bereits mit über 350 Fällen befasst und schon mehr als 80 Durchsuchungsbeschlüsse vollzogen. Erst vor wenigen Monaten gab es zudem einen Fall in Schwäbisch Hall. Zudem erlangte der Fall des Ex-Erziehers Kevin F. aus Heilbronn traurige Berühmtheit.

Polizei warnt: Nicht nur Versand von Kinderpornografie ist strafbar

Wie die Polizei erklärte, werden über verschiedenste Messenger-Dienste wie zum Beispiel WhatsApp täglich unzählige Nachrichten verschickt. Insbesondere in Chatgruppen werden immer wieder kinder- und jugendpornografische Inhalte ausgetauscht und mit einem großen Personenkreis geteilt. 

Dabei macht sich jedoch nicht nur der Versender der Inhalte strafbar, sondern auch die Personen, die in solchen Gruppen lediglich in den Besitz verbotener Dateien kommen. Auch dann, wenn diese nicht aktiv an der Verbreitung beteiligt waren. Dabei geraten nicht nur Erwachsene in das Visier der Ermittler, sondern auch Kinder und Jugendliche, die sich die verstörenden Inhalte gegenseitig zusenden oder in Chatgruppen verteilen.

Polizei gibt Tipps: Kinderpornografie erhalten - so verhält man sich richtig

Wer ungewollt solche Inhalte erhält, dem empfiehlt die Polizei, sich in einem Chat oder einem Gruppenchat ernsthaft von den Dateien zu distanzieren. Zudem sollte der Chat mit dem Versender beendet werden. Dadurch kann laut der Polizei Heilbronn verdeutlicht werden, das kein Besitzinteresse an den Dateien besteht.

Verbrechensbestand Kinderpornografie

Die Verbreitung, der Erwerb sowie der Besitz von kinderpornografischen Inhalten stellt seit dem 1. Juli 2021 einen Verbrechenstatbestand dar. Das heißt, dass Personen, die einen der Tatbestände des Paragrafen 184b StGB erfüllt haben, mit einer Freiheitsstrafe vom einem bis zu zehn Jahren, im Falle mehrerer Verstöße sogar bis zu fünfzehn Jahren rechnen müssen.

Zusätzlich zu den Ermittlungen setzt die Polizei - gemeinsam mit Partnern - auch auf die Prävention durch Aufklärung und Sensibilisierung. Beim Verdacht auf Kinder- oder Jugendpornografie sollte sich jeder frühzeitig an seine örtliche Polizeidienststelle wenden und in jedem Fall auf eigene Recherchen verzichten. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Internetseite www.polizei-beratung.de. Dort finden sich auch weitere Verhaltenshinweise beim Verdacht auf kinderpornografische Inhalte zusammengefasst.

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