Schwarz-Gruppe übernimmt Online-Marktplatz

Kaufland Neckarsulm schnappt sich Real.de – das ändert sich für die Kunden

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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  • Violetta Sadri
    Violetta Sadri
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Ob Kaufland wirklich 101 Real-Filialen übernehmen kann, ist noch unklar. Online sieht es anders aus - doch dabei gibt es Auswirkungen. 

  • Real wurde im Februar zerschlagen.
  • Kaufland hat sich für die Übernahme von 101 Filialen beworben.
  • Den Online-Marktplatz Real.de hat Kaufland bereits. 

Kaufland Neckarsulm nach Real.de-Deal: Das ändert sich für Online-Kunden

Update vom 2. Oktober: Der Marktplatz von Real.de wird künftig Kaufland gehören, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz  in Neckarsulm zählt. Und das hat Auswirkungen für die bisherigen Kunden von Real.de - wenn auch "nur geringfügige", wie das Unternehmen jetzt mitteilt. DENN: "Es hat sich lediglich der Betreiber des Marktplatzes geändert." Aber was bedeutet das nun genau?

Das gesamte Marktplatzgeschäft der Real GmbH ist der neuen Tochtergesellschaft Real Digital Operations GmbH übertragen worden, "die in vollem Umfang und ohne Abänderungen alle Rechte und Pflichten des bestehenden Kundenverhältnisses des Marktplatzbereiches übernimmt". Allerdings wird das Payback-Kundenprogramm durch die Übernahme von Kaufland, das derzeit im Haribo-Zoff von Schwester Lidl mit einer Überraschung für Gesprächsstoff sorgt, hinfällig.

Kunden müssen sich jetzt allerdings auf zwei verschiedene Bestellkonten einstellen. Denn während "Mein Markt" bei Real verbleibt, wird der Bereich "Marktplatz" ein Teil von Kaufland. Alle weiteren Fragen zu diesem Thema beantwortet Real auf seiner Internetseite.

Kaufland Neckarsulm schlägt zu: Das passiert mit Real.de

Update vom 1. Oktober: Jetzt ist es fix! real.de wird zum Online-Marktplatz von Kaufland. Die Schwarz Gruppe mit Sitz in Neckarsulm, zu der Kaufland und Lidl gehören, übernimmt diesen von der SCP Group. Das teilte Kaufland in einer Pressemeldung mit. Demnach hat die Europäische Kommission die nötige Freigabe erteilt. 

"Der Online-Marktplatz wird als weiterer Absatzkanal unser stationäres Geschäft ideal ergänzen", erklärt Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz Gruppe. Man freue sich auf die Zusammenarbeit mit den real.de-Mitarbeitern und deren Erfahrung im Online-Geschäft. Für die Kunden bleibt real.de zunächst gleich. Im Laufe von 2021 soll der Online-Marktplatz dann auf den Namen Kaufland umgestellt werden, die Services sollen ausgeweitet werden. 

Wie es mit den 270 Real-Filialen weitergeht, ist noch nicht entschieden. Die Kette Real war von dem Handelskonzern Metro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft worden. Dieser will die Kette verkaufen. Kaufland will bis zu 101 Real-Filialen übernehmen. Derzeit prüft das Bundeskartellamt den geplanten Verkauf.  Auch Edeka hat eine Wunschliste mit 72 Real-Filialen eingereicht.

Neckarsulm: Kauflands Real-Plan scheitert - Platzt jetzt der große Deal?

Update vom 28. September: Steht jetzt etwa alles auf der Kippe? Die Real-Märkte sollen verkauft werden. Fest steht schon, dass Kaufland den Online-Marktplatz übernehmen wird. Doch bei der Zerschlagung der Warenhauskette mischen auch noch andere Händler mit. Rewe will als Mieter bei den von x-Bricks verwalteten Filialen einziehen. 

x-Bricks und der russische Investor SCP Group hatte das gesamte Filialnetz und den Online-Shop der Metro Gruppe im Februar 2020 übernommen und will jetzt den Großteil an andere Bewerber weiterverkaufen. 

Neckarsulm: Kaufland übernimmt Real-Online-Shop

Real soll zwar bestehen bleiben, jedoch soll die Zahl der Filialen deutlich sinken. chip.de berichtet auch über einen Sparkurs, der wieder in die Profitabilität führen soll. So sollen zum Beispiel Metzgerei und Käsetheken komplett verschwinden und Real-Services eingestellt werden. Angeblich sollen von 270 Filialen nur noch 70 als Real weitermachen. Aus den riesigen Real-Märkten wollen die neuen Besitzer Mini-Malls bauen, in die andere Händler wie Lidl und Aldi oder auch andere Anbieter einziehen können.

Rewe, Kaufland und Edeka haben schon Wunschlisten mit Standorten, die sie übernehmen möchten, beim Bundeskartellamt  eingereicht. Die Behörde prüft nun die Anträge und vergleicht das Umsatzpotenzial mit den bisherigen Absätzen der Märkte. Auch die Übernahme des Online-Shops durch Kaufland wird noch geprüft. Daher ist mit der Entscheidung bis spätestens 9. November zu rechnen.

Real wird zerschlagen - Kaufland möchte die meisten Filialen übernehmen.

Bei großen Übernahmen wie diesen ist so ein Schritt nicht unüblich. Denn sonst könnte durch so eine Übernahme die Position einiger Händler gestärkt werden. Das könnte möglicherweise zu Problemen führen.

Kaufland Neckarsulm: Wunschliste mit über 100 Filialen 

Kaufland hatte auf eine schnelle Übernahme gehofft und wollte eigentlich noch vor Weihnachten eine bestimmte Anzahl an Filialen übernehmen, doch das verschiebt sich nun offenbar auf nächstes Jahr. Der Konzern wollte mit der Übernahme auch Tausende Jobs retten.

Das Unternehmen, das seinen Sitz in Neckarsulm hat, wollte von der Vorweihnachtszeit profitieren und in 15 Märkten schon spätestens Anfang November den Betrieb aufnehmen. Doch das Bundeskartellamt macht dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. 

Kaufland Neckarsulm: Bundeskartellamt prüft Übernahme - Ist der Real-Deal bald vom Tisch?

Kaufland hatte eine Wunschliste mit 101 Real-Filialen eingereicht. Derzeit wird geprüft, ob Kaufland auch alle übernehmen darf. Nach Chip-Informationen soll das Bundeskartellamt prüfen, ob Kaufland  mit der Übernahme ein Monopol in den einzelnen Regionen aufbaut. Auch das Verhältnis zwischen Händler und Lieferant ist wichtig. Sonst könnte Kaufland beispielsweise bessere Preise als Mitbewerber aushandeln, da diese mit weniger Filialen vertreten sind. Auch Edeka hat eine Wunschliste mit 72 Real-Filialen eingereicht. Der SB-Warenhausriese Globus wollte 16 der Märkte übernehmen.  

Kaufland Neckarsulm mit Gewinn-Verlusten: Angeschlagen in den Real-Deal 

Update vom 25. September: Die Übernahmeverhandlung von 101 Real-Märkten laufen. Doch Kaufland mit Sitz in Neckarsulm geht geschwächt in die Verhandlungen mit Finanzinvestor SCP, der Real verhökert. DENN der Gewinn des Lebensmittelsvollsortimenters, der wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, ist im vergangenen Jahr fast um die Hälfte eingebrochen. Das geht aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2019 hervor, über den unter anderem das Handelsblatt berichtet.

Damit relativiert sich der Umsatzrekord, den Kaufland erst jüngst verkündet hat. Doch warum der Einbruch? Hauptsächlich die abgebrochene Expansion nach Australien, die mit 171 Millionen zu Buche schlägt. Und auch von der Corona-Krise soll Kaufland weniger profitiert haben als Aldi, Lidl und Co.! Welche Auswirkungen der Gewinn-Einbruch das auf den Real-Deal hat, wird sich schon bald zeigen.

Kaufland Neckarsulm: Real-Deal mit Investor soll noch fetter werden

Erstmeldung vom 24. Juni: Kaufland schlägt bei der Zerschlagung der Warenhauskette Real mächtig zu. Die zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn gehörende Lebensmittelkette will bei der Real-Verhökerung durch den russischen Finanzinvestor SCP nicht nur mindestens 88 Märkte einheimsen, sondern mit einer weiteren Investition noch ein anderes Gebiet stärken. Das teilte die Schwarz-Gruppe am heutigen Montag mit.

Kaufland, das auch immer mal wieder beliebte Produkte aus dem Sortiment nimmt, geht es dabei um das digitale Geschäft. Das führte bislang einen Dornröschenschlaf und soll nun endlich wachgeküsst werden. Zumal in der Corona-Krise der Online-Handel gewaltig geboomt hat. Aus diesem Grund gab die Schwarz-Gruppe bekannt, dass Kaufland neben dem Ausbau im stationären Handel auch den Online-Marktplatz Real.de übernehmen und unter dem eigenen Namen weiterführen werde.

Und auch in einem ganz anderen Bereich will die Schwarz-Gruppe angreifen und Google, Amazon und Co. Konkurrenz machen

Kaufland Neckarsulm: Real.de-Deal zur Stärkung des Online-Handels

Dementsprechend fällt auch die Kaufland-Begründung für den Real.de-Kauf aus. Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm, erklärt: "Real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots. Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen." Momentan steht Kaufland vor der großen Herausforderung, die Senkung der Mehrwertsteuer eins zu eins an die Kunden weiterzugeben. Heißt einer Kaufland-Sprecherin zufolge, unter anderem "in rund 670 Filialen durchschnittlich 30.000 Artikel neu auszuzeichnen". Eine Mammutaufgabe!

Doch der Mega-Real-Deal ist immer noch nicht ganz in trockenen Tüchern - DENN: Erst an diesem Donnerstag steht der Real-Erwerbsabschluss und die kartellrechtliche Genehmigung an. Die Metro AG, der Real-Mutterkonzern, hat schon im Frühjahr den Verkauf von Real und Real.de an SCP angekündigt. Der russische Investor wiederum will beide Sparten so schnell wie möglich verkaufen. Neben Kaufland ist Edeka an weiteren 53 Real-Märkten interessiert. 

Kaufland selbst hat beim Kartellamt die Übernahme von bis zu 101 Real-Standorten zur Prüfung angemeldet. Zuletzt hat Kaufland einen Energy-Drink aus dem Sortiment nehmen müssen: Das zuckerhaltige Getränk war auf dem Etikett fälschlicherweise als zuckerfrei deklariert worden.

Kaufland Neckarsulm: Der Mega-Real-Deal mit dem russischen Investor soll noch fetter werden.

 

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv/Pixabay/Collage: Kub

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