Wegen Gewinn-Verlusten

Darum geht Kaufland jetzt angeschlagen in den Real-Deal mit dem Investor

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Kaufland mit Sitz Neckarsulm will 101 Real-Märkte übernehmen. Doch dieses Vorhaben steht nun auf der Kippe.

Update vom 25. September: Die Übernahmeverhandlung von 101 Real-Märkten laufen. Doch Kaufland mit Sitz in Neckarsulm geht geschwächt in die Verhandlungen mit Finanzinvestor SCP, der Real verhökert. DENN der Gewinn des Lebensmittelsvollsortimenters, der wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, ist im vergangenen Jahr fast um die Hälfte eingebrochen. Das geht aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2019 hervor, über den unter anderem das Handelsblatt berichtet.

Damit relativiert sich der Umsatzrekord, den Kaufland erst jüngst verkündet hat. Doch warum der Einbruch? Hauptsächlich die abgebrochene Expansion nach Australien, die mit 171 Millionen zu Buche schlägt. Und auch von der Corona-Krise soll Kaufland weniger profitiert haben als Aldi, Lidl und Co.! Welche Auswirkungen der Gewinn-Einbruch das auf den Real-Deal hat, wird sich schon bald zeigen.

Kaufland Neckarsulm: Real-Deal mit Investor soll noch fetter werden

Erstmeldung vom 24. Juni: Kaufland schlägt bei der Zerschlagung der Warenhauskette Real mächtig zu. Die zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn gehörende Lebensmittelkette will bei der Real-Verhökerung durch den russischen Finanzinvestor SCP nicht nur mindestens 88 Märkte einheimsen, sondern mit einer weiteren Investition noch ein anderes Gebiet stärken. Das teilte die Schwarz-Gruppe am heutigen Montag mit.

Kaufland, das auch immer mal wieder beliebte Produkte aus dem Sortiment nimmt, geht es dabei um das digitale Geschäft. Das führte bislang einen Dornröschenschlaf und soll nun endlich wachgeküsst werden. Zumal in der Corona-Krise der Online-Handel gewaltig geboomt hat. Aus diesem Grund gab die Schwarz-Gruppe bekannt, dass Kaufland neben dem Ausbau im stationären Handel auch den Online-Marktplatz Real.de übernehmen und unter dem eigenen Namen weiterführen werde.

Und auch in einem ganz anderen Bereich will die Schwarz-Gruppe angreifen und Google, Amazon und Co. Konkurrenz machen

Kaufland Neckarsulm: Real.de-Deal zur Stärkung des Online-Handels

Dementsprechend fällt auch die Kaufland-Begründung für den Real.de-Kauf aus. Rolf Schumann, Vorstand Digitalisierung der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm, erklärt: "Real.de ist ein wesentlicher Baustein unseres künftigen Angebots. Die Kombination aus stationärem Geschäft und Online-Handel wird uns zusätzliche Möglichkeiten eröffnen." Momentan steht Kaufland vor der großen Herausforderung, die Senkung der Mehrwertsteuer eins zu eins an die Kunden weiterzugeben. Heißt einer Kaufland-Sprecherin zufolge, unter anderem "in rund 670 Filialen durchschnittlich 30.000 Artikel neu auszuzeichnen". Eine Mammutaufgabe!

Doch der Mega-Real-Deal ist immer noch nicht ganz in trockenen Tüchern - DENN: Erst an diesem Donnerstag steht der Real-Erwerbsabschluss und die kartellrechtliche Genehmigung an. Die Metro AG, der Real-Mutterkonzern, hat schon im Frühjahr den Verkauf von Real und Real.de an SCP angekündigt. Der russische Investor wiederum will beide Sparten so schnell wie möglich verkaufen. Neben Kaufland ist Edeka an weiteren 53 Real-Märkten interessiert. 

Kaufland selbst hat beim Kartellamt die Übernahme von bis zu 101 Real-Standorten zur Prüfung angemeldet. Zuletzt hat Kaufland einen Energy-Drink aus dem Sortiment nehmen müssen: Das zuckerhaltige Getränk war auf dem Etikett fälschlicherweise als zuckerfrei deklariert worden.

Kaufland Neckarsulm: Der Mega-Real-Deal mit dem russischen Investor soll noch fetter werden.

 

Rubriklistenbild: © dpa/Archiv/Pixabay/Collage: Kub

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